Abschluss-Worte zum Yoga-Seminar “Den inneren Schweinehund überwinden”

„Es gibt so wissenschaftliche Untersuchungen, da hat man also festgestellt, wenn man vier Wochen seinen inneren Schweinehund überwindet, dass das dann Muss wird, so wie Zähneputzen. Aber man muss schon vier Wochen dann sehr hart sein und immer wieder sagen, ich rolle jetzt meine Matte aus.“
Diese vier Wochen hat man in den unterschiedlichsten Kontexten gefunden. Es ist vielleicht gut, dass du das nochmal so sagt. Also, gute Gewohnheiten brauchen vier Wochen täglich und dann gehen sie von selbst. Und das hilft auch. Ich hatte ja irgendwann gesagt, nehmt euch Ziele vor für einen beschränkten Zeitraum. Manchmal hilft es, eine Woche, oder man nimmt sich ein Ziel erst mal vor, einen Monat. Das klingt überschaubar. Aber wenn ihr etwas Gutes einen Monat gemacht habt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass ihr am Ende des Monats sagt, „jetzt geht es ja, jetzt kann ich es auch einfach weiter machen“.
Dann danke ich nochmal allen, die jetzt gerade nochmal die letzten zehn Minuten eine Tippflut gegeben haben und ich danke euch allen, dass ihr bei diesem Wochenende mitgemacht habt, dass ihr da euch so schön darauf eingelassen habt. Ich hoffe, ihr habt einiges an Anregungen bekommen. Und auch nochmal der Tipp, überlegt mehr, was war es, was ihr umsetzen könnt und setzt das um. Und was ihr vielleicht feststellt, das war nichts für euch, vielleicht wird es irgendwann mal was sein, vielleicht war es für jemand anderes hier im Raum. Schaut, was euch für euer Leben hilft. Weniger daran, was sollte in eurem Leben helfen, sondern schaut, was wirklich für euch hilft. Die Menschen sind doch unterschiedlich und so wünsche ich euch, dass ihr zum einen euch gute Ziele setzt, dass ihr gute Schritt dafür geht, gute Ziele zu gehen, sei es, für Gesundheit, für Wohlbefinden, sei es, für mehr Energie, Entfaltung der eigenen Fähigkeiten, um was Gutes zu bewirken in der Welt, zum Wachsen, zur spirituellen Erfahrung und der Einheit und wofür auch immer ihr euch Ziele setzen wollt, dass ihr dann die guten Schritte dafür auch findet, dass ihr durchaus aber auch euren inneren Schweinehund öfters mal befragt, dass ihr nicht in eine Überforderung hineingeht, aber dass ihr Rudelführer bleibt und nicht den Schweinehund zum Rudelführer werden lasst. So wünsche ich euch auf diesem Weg alles Gute, viel Freude auch! Leben hat vieles an Freude zu bieten, welches aber auch vorübergehendes Leiden nicht ausschließt. Aber viel Freude insgesamt, Erfüllung und Kraft!

(Fortsetzung folgt).

Niederschrift eines mp3 Mitschnitts “Schweinehund-Podcast” aus dem Yoga SeminarDen inneren Schweinehund überwinden – mit Yoga und Meditation“. Mit Sukadev Bretz bei Yoga Vidya Bad Meinberg.

Warum Yoga?

Und jetzt könnten vielleicht ein paar von euch, die vielleicht schon regelmäßig praktizieren oder mal eine Weile regelmäßig praktiziert haben, mal sagen, was hilft euch für die Regelmäßigkeit der Yogapraxis?
„Das Ergebnis. Dass ich einfach gelenkiger bleibe. Meine Tochter ist schon ganz neidisch. Die konnte ich nicht so motivieren, aber wir haben das mal zusammen gemacht und sie sagte, „naja, so richtig Spaß macht es mir ja nicht, aber wenn ich dich dann sehe, dann möchte ich es doch machen.“ Da habe ich gedacht, das motiviert.“
Gut, also das Ergebnis kann motivieren und da kann man auch vorher daran denken.
„Einen festen Ort im Haus. Mir hilft es, dass ich meinen festen Platz auf jeden Fall habe, den ich nicht noch extra herrichten muss, der ist einfach da. Da ist auch die ganze Aura da und da zieht es mich regelrecht hin. Da bin ich einfach gerne. Das hilft mir schon mal sehr.“
Also, das als weitere Hilfe, irgendwo eine kleine Ecke oder einen Ort zu machen, der schön ist für euch, um dort zu üben.
„Mir hilft die Vorstellungskraft und die Achtsamkeit.“
„Ich verbinde damit, dass ich jetzt schon in der Nähe vom Zentrum bin und halt da hingehen kann. Das ist dann auch eine Motivation, dass man nicht von weiß Gott wo anfahren muss. Dann lege ich halt den Kurs so, dass ich schon in der Nähe bin, dann gehe ich halt dorthin und verbinde es mit der Yogastunde, das ist für mich schon eine Motivation. Das klappt ganz gut. Ich komme regelmäßig zum Praktizieren.“
Noch andere Tipps?
„Wenn ich es nicht mache, kriege ich Kopfschmerzen. So gesehen ist es ganz gut. Das ist irgendwann eine Gewohnheit wie Zähneputzen, dass man sich nicht wohlfühlt, wenn man es nicht macht.“
„Ich finde es schön, dass jedes Mal, wenn ich Yoga übe, also die Körperübungen mache, dass ich jedes Mal ein anderes Erleben habe. Das, was ich gestern vielleicht in der Übung gedacht habe, das kann sein, dass ich da heute gar nicht daran gedacht habe, aber dass dann in anderen Übungen einfach dann wieder der Kopf ganz wild am Arbeiten ist. Das finde ich immer so faszinierend, weil einem das so ein bisschen bei seiner Entwicklung weiterhelfen kann. Das ist für mich immer das, weswegen ich überhaupt Yoga mache. Weil ich das immer so spannend finde, was dabei abläuft.“
„Regelmäßigkeit hilft mir.“
Also, wenn man es mal eine Weile regelmäßig gemacht hat, dann stellt sich die Frage nicht mehr, man macht es.
„Seitdem ich unterrichte, mache ich viel mehr Yoga als vorher, weil ich vieles ausprobiere, ausarbeite und auch mit gutem Beispiel vorangehen möchte.“
Also, auch eine Möglichkeit, wer regelmäßig üben will, macht eine Yogalehrerausbildung und fängt an, zu unterrichten.
Noch etwas, was euch hilft?
„So ein bisschen über diese Schiene mit Belohnung und Bestrafung, finde ich ganz gut. Weil ich finde, dazu gehört ja auch Disziplin und wenn ich diszipliniert bin, dann belohne ich mich. Aber nicht in Form von Essen jetzt.“
Gibt es irgendeine Belohnungsmöglichkeit, die du als Tipp geben willst?
„Kino gehen.“
Noch ein Tipp?
Ich glaube, die meisten Tipps, die ihr gehört habt, es läuft irgendwo darauf hinaus, irgendwie Tricks zu finden, mal anzufangen und dann, wenn man es eine Weile macht, dann motiviert letztlich die Erfahrung und der Erfolg. Wenn man weiß, „wenn ich Yoga übe, dann gibt es keine Rückenprobleme“, dann, wenn man keine haben will, macht man es. Wenn man weiß, Yoga üben gibt die tollsten Erfahrungen oder gibt einem neue Energie oder der Tag verläuft anders. Und deshalb, zu Anfang muss man irgendwie beginnen und wenn man es eine Weile begonnen hat, dann läuft es gut. Oder der einfachste Ratschlag, um jetzt eine Praxis zu beginnen, ist, rolle deine Matte aus! Danach kommt alles von selbst. Oder, rolle dein Handtuch aus! Selbst das geht.
„Das sage ich zu meinen Teilnehmern dann auch ziemlich zu Anfang: Schaut, dass ihr euch eure eigene Matte beschafft. Oder ich habe dann auch mal einen ganzen Schwung gekauft und habe die dann bei mir auf Halde gelegt und habe immer wieder motiviert, diese Matten dann auch zu kaufen, weil ich das auch einen ganz wichtigen Schritt finde, eine Matte zu haben. Und das hat sich auch immer wieder bestätigt, dass die Teilnehmer dann auch zu Hause, nicht nur bei mir im Kurs, sondern dann auch zu Hause, in die eigene Praxis kommen, wenn die ihre Matte haben.“
Das ist eine wichtige Sache. Irgendwann habe ich mal eine empirische Studie gelesen, wer sich eine Matte anschafft, hat eine doppelt so große Wahrscheinlichkeit, zu Hause Yoga zu üben, wie der, der es nicht macht. Auch wenn man für Yoga eigentlich keine Matte braucht. Man kann es auch direkt auf einem Handtuch machen, aber das hilft. Gerade in unserer heutigen Gesellschaft.

(Fortsetzung folgt).

Niederschrift eines mp3 Mitschnitts “Schweinehund-Podcast” aus dem Yoga SeminarDen inneren Schweinehund überwinden – mit Yoga und Meditation“. Mit Sukadev Bretz bei Yoga Vidya Bad Meinberg.

Tipps zur Meditations-Praxis

Dann, wie lange meditiert? Erinnert euch, ich hatte euch da gesagt, es ist gut, sich etwas vorzunehmen und es ist gut, es so vorzunehmen, dass man es auch machen kann und wenn es für euch neu ist, dann könnt ihr z.B. jetzt schon irgendwas eintragen. Dann überlegt, was möglich ist, und dann halbiert die Zahl. Das wäre ein geeigneter Vorsatz. Und empfehlen tue ich bei all diesen spirituellen Praktiken eine gewisse Regelmäßigkeit. Jetzt angenommen, ihr wärt in der glücklichen Lage, ihr habt einen festen Arbeitsplatz mit festen Zeiten und vielleicht auch entweder keine sonstige Familie oder eine Familie, die auch ansonsten feste Zeiten hat, dann sollte es euch gut gelingen, dort eine Festigkeit einzubauen. Es sei denn, ihr selbst seid ein Mensch, der vom Temperament her unregelmäßig ist. Wenn ihr jemand seid, für den Regelmäßigkeit möglich ist, von der inneren Konstitution und von der äußeren Konstitution, dann ist es gut, ihr findet eine Regelmäßigkeit. Also z.B. jeden Morgen zur gleichen Zeit meditieren, jeden Morgen zur gleichen Zeit Asanas und Pranayama oder jeden Abend, eine Möglichkeit. Eine zweite Möglichkeit ist, und das ist heutzutage vermutlich die Mehrheit, dass Menschen nicht mehr diese Regelmäßigkeit haben, weil sie Schichtarbeit haben, weil sie unterschiedliche Zeiten haben, weil sie zwei Halbtagsjobs nebeneinander haben, weil der Mann mal dann und dann oder die Frau Zuhause ist, weil die Kinder mal früher, mal später zur Schule gehen. Und dann ist es gut, verschiedene Regelmäßigkeiten zu überlegen. Oder auch von der psychischen Konstitution her. Da könnt ihr jetzt auch schon überlegen: „Angenommen, ich habe Frühschicht, dann mache ich es so. Angenommen, ich habe Spätschicht, dann mache ich es so. Oder angenommen, ich habe meinen Morgen-Müdigkeitstag, dann mache ich es so. Und angenommen, ich habe meinen Morgens-Frischtag, dann mache ich es so.“ So nehmt ihr Rücksicht, sowohl, falls ihr selbst jemand seid, der eben durch psychische Situationen durchgeht, dann berücksichtigt ihr das, oder ihr habt verschiedene Tagesabläufe. Wenn ihr es einfach regelmäßig so macht, dann braucht man eben nicht mehr so lange zu überlegen, dann ist es einfach eine Gewohnheit. So wie die wenigsten von euch überlegen, ob sie morgens ihre Zähne putzen oder ob sie dreimal heute essen oder viermal, ob sie heute mal Mittagessen einnehmen oder nicht. Für die Mehrheit der Menschen ist das einfach zur Gewohnheit geworden. Es gibt Teile in der Welt, da essen die Menschen nur einmal am Tag und sind nicht am Rest des Tages hungrig. Es gibt Teile, da essen die Menschen zweimal am Tag. Gut, und es gibt Teile der Welt, da essen die Leute auch einmal am Tag, nämlich morgens von 08:00 Uhr bis abends um 22:00 Uhr immer wieder zwischendurch. Es ist eine Gewohnheit, will ich damit sagen. Und so könnt ihr diese Regelmäßigkeit machen und eine Empfehlung jetzt für Anfänger ist, jeden Tag etwas und einmal die Woche mehr. Sei es, jeden Tag nur zwei Minuten. „Ich setze mich zwei Minuten hin und meditiere.“ Oder, „eine Minute mache ich den Drehsitz nach rechts und eine Minute den Drehsitz nach links“. Aber etwas, was ihr täglich macht. Und dann einmal die Woche mehr und da könnt ihr auch sagen, wann. Viele von euch haben vielleicht eine feste Yogagruppe, wo sie einmal die Woche hingehen. Viele von euch haben irgendeine CD oder Yoga DVD mit der sie Yoga üben können. Und viele wissen auch schon so, was sie tun können.
Dann, ein weiterer Tipp ist auch, eben damit man die Praxis machen kann, ist eben am Anfang, sich die Dinge auswählen, die einem Spaß machen, und es kommt aber auch nicht darauf an, dass man sie gut macht, sondern es kommt darauf an, dass man sie macht. Also z.B. die Mehrheit wird feststellen, dass es leichter ist, solche Sachen morgens zu machen als abends. Aber fast alle werden feststellen, dass man morgens steifer ist als abends. Und es gibt jetzt manche Menschen, die machen deshalb keine Asanas morgens, weil sie nachmittags flexibler sind. Aber nachmittags haben sie keine Zeit und das führt dann dazu, dass sie selten üben. Aber wenn man jetzt sagt, die Vorwärtsbeuge bis hierhin morgens, hat eigentlich die gleiche Wirkung wie nachmittags bis hierhin. Es kommt also nicht darauf an, wie weit ich komme, sondern einfach, dass ich in die Stellung hineinkomme. Und angenommen, dass Sonnengebet ist zu anstrengend, dann lasse ich es halt weg. Angenommen, so zwei Minuten in der Vorwärtsbeuge zu sein, ist mir zu langweilig, dann ist man halt nur dreißig Sekunden drin und kommt dann zur nächsten Variation. Also zunächst, findet dort etwas, was euch liegt, und darauf aufbauend macht dann mehr.

(Fortsetzung folgt).

Niederschrift eines mp3 Mitschnitts “Schweinehund-Podcast” aus dem Yoga SeminarDen inneren Schweinehund überwinden – mit Yoga und Meditation“. Mit Sukadev Bretz bei Yoga Vidya Bad Meinberg.

Yoga Anregungen zur Tagesablauf-Gestaltung

Und ich will zu all diesen Punkten, die dastehen, so ein paar Anregungen vielleicht geben. Erstens ist gut, wann aufgestanden. In der Mehrheit der Fälle, für die Mehrheit der Menschen, ist es gut, wenn man sich einen festen Zeitpunkt gibt, wann man aufsteht. Es mag auch Menschen geben, für die ist das Ziel, „ich wache immer von selbst auf“, aber in der Mehrheit der Fälle hilft es, zu wissen, „dann und dann stehe ich auf“. Und es gibt einige empirische Untersuchungen, die sagen auch, es ist gut, dass man genauso viel schläft, wie man Schlaf braucht. Wenn man länger schläft, als man Schlaf braucht, ist man müder und irgendwo auch herzinfarktgefährdeter und wenn man kürzer schläft, als man braucht, dann hat das auch Auswirkungen auf die Psyche, die nicht positiv sind. Und so kann man z.B., indem man dort mal ein bisschen experimentiert, herausfinden, was der optimale Schlaf ist. Dafür dient so diese Sache. Z.B. sogar in einer klinischen Depression weiß man, eine der effektivsten Weisen gegen klinische Depression ist Schlafentzug, die Menschen nicht länger als sieben Stunden schlafen lassen. Das Zweitwirkungsvollste ist, sie Herz-Kreislaufübungen machen zu lassen, sie zu scheuchen. Wenn diese beiden Dinge gewährleistet sind, erst dann gehen die anderen Psychotherapien.

(Fortsetzung folgt).

Niederschrift eines mp3 Mitschnitts “Schweinehund-Podcast” aus dem Yoga SeminarDen inneren Schweinehund überwinden – mit Yoga und Meditation“. Mit Sukadev Bretz bei Yoga Vidya Bad Meinberg.

Tipps für die Yoga-Praxis: Führe ein Yoga-Tagebuch

Das Hauptthema an diesem Wochenende war ja eigentlich weniger, Ziele zu finden, auch wenn das anscheinend sich jetzt als ein besonderes Anliegen hier herausgestellt hat, sondern letztlich, den inneren Schweinehund zu überwinden, beziehungsweise mit ihm umzugehen und, wie kann man seine Entschlüsse gut in die Tat umsetzen? Und eine Möglichkeit, diese umzusetzen, ist auch, ein Tagebuch zu führen. Wer jemals von euch schon mal Mitglied in einem Fitnesscenter war, was kriegt man beim ersten Trainingstag in die Hand gedrückt? Einen Trainingsplan. Und wer jemals in irgendeiner Diätgruppe war, was kriegt man dort? Ein Ernährungstagebuch. Mindestens die Gruppen, die sich auf irgendwelche wissenschaftliche Forschungen beziehen. Und die stellen dort fest, das ist irgendwo gut. Und so ähnlich kann man es auch selbst machen. Gut, es gibt bestimmte Dinge, die eignen sich dafür, in ein Tagebuch reinzuschreiben, und andere nicht. Ich bin irgendwo schon ein großer Fan, Dinge schriftlich zu fixieren. Manche lieben das inzwischen auch im Internet, da kann man sich ja irgendwo eigene Seiten aufbauen, die privat und passwortgeschützt sind, die hat man überall, aber so modern ich bin, die Sachen, die ich mir selbst vornehme, die stehen in irgendeinem schriftlichen Heft dort drin. Das ist für mich immer noch einfacher, als irgendwas im Internet zu surfen. Und es gibt mehrere Möglichkeiten, Tagebücher zu führen. Eine wäre, einfach ein Heft. So ein A5- oder A4-Heft oder vielleicht ein besonders schönes oder einfaches oder ein Heftordner, wo man einmal die Woche etwas aufschreibt. Wo man dann sich eben sagt, „das und das Ziel habe ich mir gesetzt und das und das sind die Schritte, die dort sind“. Manche, die vielleicht mit dem Zug fahren, können auf der Rückreise ihre Aufzeichnungen durchgehen und das irgendwo ein bisschen sammeln. Das ist eine Möglichkeit. Eine andere Möglichkeit ist, man macht es tabellarisch mit z.B. so einem Tagebuch. Und ihr habt dort jetzt vier Zettel bekommen. Bei zweien sind irgendwelche Vorschläge gemacht, was so ein bisschen inspiriert ist von dem, was Swami Sivananda dort geschrieben hat in dem Buch „Sadhana“. Oder auch im „Erfolg im Leben und Selbstverwirklichung“, hat er verschiedene Unterpunkte gebraucht für ein Tagebuch. Und ihr habt zwei andere Zettel, da steht gar nichts drin, wenn ihr nämlich feststellt, es gibt vielleicht ein paar andere Sachen, die ihr euch vornehmt. Und das müssen nicht achtzehn verschiedene sein, ihr könnt auch sagen, für drei Sachen habt ihr dann achtzehn verschiedene Zeilen, wo ihr genauer hinschreiben könnt.

(Fortsetzung folgt).

Niederschrift eines mp3 Mitschnitts “Schweinehund-Podcast” aus dem Yoga SeminarDen inneren Schweinehund überwinden – mit Yoga und Meditation“. Mit Sukadev Bretz bei Yoga Vidya Bad Meinberg.

Misserfolge führen zu wertvollen Erfahrungen – sagt Raja Yoga

Nichtsdestotrotz, es gibt auch dann Situationen, da geht es einfach schief. Beispielsweise, jemand hat einen Naturkostladen eröffnet und er läuft zwei Jahre gut und danach öffnet ein Naturkostsupermarkt eine Straße weiter, dass führt mit großer Wahrscheinlichkeit zum Konkurs oder zur Geschäftsaufgabe des kleineren Naturkostladens. Manches hat man nicht in der eigenen Hand. Dann wäre aber jetzt der Ansatz vom Yoga, wäre nicht zu denken, es war notwendigerweise eine Fehlentscheidung. Auch wenn man etwas gemacht hat, was nachher gescheitert ist, die Zeit, wo man daran gearbeitet hat, hat das eigene Potenzial gestärkt. Die Erfahrungen, die man gemacht hat, über sich selbst hinauszuwachsen, haben auch irgendwo Fähigkeiten in einem aktiviert. Letztlich, die Erfahrung des Scheiterns nachher, ist eine menschlich wertvolle Erfahrung, die irgendwo auch etwas ist, woran wir wachsen. Vor dem kosmischen Hintergrund wird ja alles, was wir machen, irgendwann scheitern.

Also, kein Haus, das ihr baut, wird in tausend Jahren noch Bestand haben. In zehntausend Jahren bestimmt nicht. Vermutlich in hundert Jahren nicht. Und egal, was ihr sonst noch bastelt, in zehntausend Jahren… Das ist eine kurze Zeit erdgeschichtlich und vom kosmologischen geht sowieso alles irgendwann kaputt. Und so auch, wenn etwas vorher nicht funktioniert, dann ist es nicht falsch gewesen, die Entscheidung so zu treffen, man hat wichtige Erfahrungen gesammelt. Und hier ist ja auch dieser yogische Begriff von Karma, der sagt, die Aufgabe auf dieser Welt ist es, zu wachsen und sich weiterzuentwickeln und letztlich auch irgendwo zum einen über Erfahrungen uns zu entwickeln, dass wir das Höchste verwirklichen, aber auch so, dass wir unser Potenzial immer mehr verwirklichen, und auch, dass wir was Gutes in die Welt hineinbringen. Aber was dann konkret daraus wird, ist jetzt nicht so erheblich. Also, man hat eine Entscheidung getroffen, anfänglich ging es auch gut, und nachher stellt man fest, es war nicht gut oder es scheitert, dann lässt man los. Aber nicht in der Vorstellung, dass man eine Fehlentscheidung getroffen hat, sondern man sagt, „ich bin durch eine Erfahrung durchgegangen“. Das ist so auch die Einstellung, die Krishna in der Bhagavad Gita als Aspekt des Karma Yoga sagt. Er sagt zum einen: „Yoga Karmasu Kausalam. Yoga ist Geschick im Handeln.“ Dann sagt er aber: „Sei gleichmütig in Erfolg und Misserfolg und sei gleichmütig in den Früchten deiner Handlung, also Belohnung, ob du die bekommst oder nicht.“ Das ist ein bisschen schwierig, denn um Entscheidungen gut zu treffen, ist es immer gut, sich über die Konsequenzen der Entscheidung Gedanken zu machen. Entscheidungen sollte man von hinten her aufziehen. Also, wenn man ein ganz übergeordnetes Ziel hat, dann ist es gut, bei allen untergeordneten Sachen schauen, „helfen die mir dort hin?“ Und wenn man ein kleineres Ziel dann irgendwo hat, dann wird man überlegen, „was hilft mir, dieses kleinere Ziel zu erreichen?“ Und obgleich man besser die Sache von hinten her denkt, müssen wir dennoch nachher gleichmütig sein, ob das hinten bei rauskommt. Und dann gibt es natürlich auch noch die Möglichkeit, man stellt fest, man hat etwas begonnen und irgendwo offensichtlich geht es so nicht weiter. Schon bevor man die ersten Schritte gemacht hat. Und dann sollte man doch loslassen. Dann nimmt man das als eine Übung des Loslassens. Da habe ich irgendwann auch mal etwas gelernt von einem meiner BWL-Professoren. Ich hatte ja gestern so erzählt, dass eigentlich die BWL mir wenig Spaß gemacht hat, bis ich zu dem Schluss kam, dass auch die verrücktesten volkswirtschaftlichen Rechnungen irgendwo aus der Psychologie desjenigen resultieren, der sie gebastelt hat. Aber einer, der hat so darauf bestanden und hat gesagt, man soll die künftigen Kosten und die künftigen Nutzen analysieren. Egal, wie viel man vorher investiert hat, wenn die künftigen Kosten höher sind als die künftigen Nutzen, muss man die ganze Investition stoppen. Ich weiß nicht, ob das irgendwo klar ist? Also im Betriebswirtschaftlichen, so angenommen, man hat sich entschieden, irgendein Unternehmen zu kaufen irgendwo und hat dafür eine Million – nehmen wir mal etwas ganz Hypothetisches, dass es jenseits ist, was für die meisten hier praktisch ist. Die Kategorien, wo ein BWLer typischerweise denkt: Das hat hundert Millionen gekostet, das Unternehmen zu kaufen und jetzt stellt man fest, das ist nicht profitabel zu führen, jedes Jahr wird es voraussichtlich in den nächsten Jahren immer eine Million Verlust machen. Und auch, wenn man hundert Millionen schon hineingesteckt hat, man weiß, künftig wird es immer wieder eine Million Euro Verlust machen. Auch wenn eine Million wenig ist vor dem Hintergrund von hundert Millionen, gilt es, die Investition fallen zu lassen. Das ist dieses Beispiel. Und was das jetzt heißt und da muss man natürlich viele Kosten einbeziehen. Bei den praktischen Entscheidungen von Menschen kann man nicht alles in Euros umrechnen, sondern da gibt es menschliche Kosten und andere Kosten. Aber manchmal gilt es auch einfach, loslassen. Aber eben mein Tipp ist, nicht zu früh. Das ist auch nochmal eine gute Anregung, vieles kann man eben auch mit anderen besprechen. Nicht immer kann man das mit jedem besprechen. Manche haben das Glück, einen Partner zu haben, mit dem sie es besprechen können. Manche haben das Glück, einen Partner zu haben, mit dem sie über vieles sprechen können, aber vielleicht gerade über das nicht, weil der entweder zu früh bremst oder grundsätzlich immer nur ermutigt, aber mit jemandem über Sachen sprechen oder jemanden um Ratschlag bitten, selbst wenn der nachher was rät und man es nachher ganz anders macht, manchmal kommen neue Gesichtspunkte und Ideen dazu.

(Fortsetzung folgt).

Niederschrift eines mp3 Mitschnitts “Schweinehund-Podcast” aus dem Yoga SeminarDen inneren Schweinehund überwinden – mit Yoga und Meditation“. Mit Sukadev Bretz bei Yoga Vidya Bad Meinberg.

Umgang mit Fehlschlägen und Misserfolgen

Dann war die Frage: Was, wenn man sich für etwas entschieden hat und es geht alles schief? Dazu will ich drei Gedankengänge haben. Vielleicht fallen mir, während ich spreche, noch mehr ein. Der erst ist, nicht zu früh aufgeben. Das wäre so mein erster Ratschlag. Wenn etwas auf die eine Weise nicht geht, dann vielleicht die zweite Weise. Und wenn es auf die zweite Weise nicht geht, dann vielleicht die dritte Weise. Wenn die nicht geht, dann die vierte. Und wenn mit der bisherigen Anstrengung es nicht ausreicht, dann vielleicht noch eine weitere Anstrengung. Und wenn etwas Kleines schiefgeht, dann muss man vielleicht einen Umweg machen. Swami Sivananda hat gerne gesagt, Fehlschläge sind Stufen zum Erfolg. An jedem kleinen Fehlschlag, den man hat, kann man irgendwo lernen, um weiterzukommen. Beispielsweise wenn man irgendwo einen Kurs beginnt und der läuft nicht, das heißt nicht, dass es nicht sein soll, dass man Kurse gibt, sondern es kann sein, entweder diesmal hat es nicht geklappt oder in diesem Kontext hat es nicht geklappt oder die Zeit war falsch oder die Preise waren falsch oder „ich war zu bescheiden in meiner Darstellung, mein Foto war nicht richtig“, an so banalen Geschichten hängt es zum Beispiel. Wie ein Seminar besucht wird, aus unserem Katalog, hängt zu fünfzig Prozent vom Titel ab und zu fünfzig Prozent vom Foto, was daneben ist. Irgendwie plaudere ich viel aus dem Nähkästchen. Hier ist es manchmal ausgesprochen schwierig, Seminarleiter dazu zu veranlassen, ein schönes Foto von sich zur Verfügung zu stellen. Also denkt dran und fragt einfach mal eure Bekannten, wenn ihr ein Foto in eure Broschüre reinsetzt: „Würdest du bei jemanden, der so aussieht, gerne einen Kurs machen?“ Dort muss man sich bewusst sein, wie stellt man sich dar. Man stellt sich jetzt nicht dar, wie man sich gerne sehen will. Eine Broschüre ist jetzt nicht ein Fotoalbum für sich selbst, sondern hat das Ziel, dass Menschen angesprochen werden. Natürlich muss man dann auch so aussehen und es soll das verkörpern, was man unterrichtet. Es nutzt gar nichts, wenn ihr ein Foto von vor zehn Jahren von euch veröffentlicht. Das mag dann so aussehen, wie ihr denkt, dass es Leute am meisten anspricht, aber wenn die dann kommen und ihr seht anders aus – es muss kongruent sein, mit anderen Worten. Also, Verschiedenes ausprobieren und nicht beim ersten Mal gleich die Sache hinwerfen. Das erlebe ich auch relativ häufig, dass Menschen, wenn sie beginnen und es wird schwierig, dann werfen sie den Kram hin. Also, das wäre der erste Ratschlag, nicht zu früh aufgeben, weitermachen, und öfters mal das irgendwo anders angehen. Wenn das eine nicht läuft, muss man halt das andere machen. So ähnlich, als wir hier mit dem Haus begonnen haben, da wusste ich, mit dem gleichen Seminarprogramm wie im Westerwald wird sich das Haus hier nicht füllen, also haben wir Verschiedenstes ausprobiert. Und auch hier war es durchaus am Anfang so, dass es ein bisschen haarig war, werden wir die Sache überleben oder nicht. Die Nele kennt es so ein bisschen. Aber manche meiner Sorgen habe ich auch niemandem erzählt, denn die anderen hatten auch Sorgen. Wenn ich als Leiter von dem Haus auch ständig sage, „ich weiß nicht, ob es uns noch in einem halben Jahr gibt“, die Auswirkungen wären nicht so gewesen, dass das Haus in einem halben Jahr noch gewesen wäre. Ich habe dann auch nicht gelogen, aber manche Gedanken muss man ja nicht mitteilen. Wahrhaftig muss man ja auch sein im Yoga. Manche Optionen hat man nicht, wenn man auf dem Yogaweg ist. Man darf nicht lügen, nicht betrügen, nicht die Unwahrheit sagen usw., aber man muss nicht jedes Bedenken öffentlich kundtun. Und dann haben wir Verschiedenes ausprobiert und Nele weiß auch, eine ganze Menge haben wir ausprobiert. Yoga und Italienisch lernen, Yoga und Spanisch lernen, Yoga und Computerprogrammierung. Also, ich hatte mir ganze Konzepte ausgedacht. Yoga hilft ja, dass der Geist offener wird. Superlearning funktioniert auf der Basis von Entspannung , also, das hätte sicher wunderbar geklappt, die Leute hätten große Erfahrungen gemacht. Das hat aber keinen Menschen interessiert und so ist das wieder aus dem Programm herausgefallen, fast ohne, dass es jemand bemerkt hätte. Oder Yoga und Kohlensäure und verschiedenes andere. Oder wir haben ein Ayurvedagesundheitszentrum mitten im Kurort probiert, da haben wir drei Jahre lang daran geknabbert, bis wir es endlich geschlossen hatten, weil es nicht gelaufen ist. Also, ich will nur sagen, vieles Kleine kann schiefgehen, das heißt nicht, dass das übergeordnete Ziel deshalb falsch sein muss. Und da kann man noch mal Verschiedenes angehen, Verschiedenes ausprobieren, und dann, wenn man Verschiedenes ausprobiert hat, schauen, führt es doch zum Ziel.

(Fortsetzung folgt).

Niederschrift eines mp3 Mitschnitts “Schweinehund-Podcast” aus dem Yoga SeminarDen inneren Schweinehund überwinden – mit Yoga und Meditation“. Mit Sukadev Bretz bei Yoga Vidya Bad Meinberg.

Frage Gott oder das Unterbewusstsein um Hilfe bei Entscheidungen

Und eine nächste Möglichkeit ist auch, Unterbewusstsein oder Gott bitten. Vom Raja-Yoga-Standpunkt aus spielt das jetzt nicht die große Rolle, da sowieso laut Raja Yoga alles Gott ist. Egal, wen wir letztlich befragen, wenn wir es weit genug fassen, kommt dort eine Antwort, ob wir es von innen erleben oder von oben. Also, wir können z.B. sagen: „Lieber Gott oder liebes Unterbewusstsein oder höheres Selbst, ich stehe vor dieser Frage“ – vielleicht hat man zwei Alternativen – „ich könnte das machen und ich könnte das machen“ – man hat es sich vielleicht sogar schon ausgemalt, aber das Ausmalen ist auch noch nicht ausreichend schlüssig – „ich bitte dich, mir bis zum Donnerstag früh zu sagen, was zu tun ist.“ Also, klare Datumsvorgabe, wenn man bis dahin eine Entscheidung treffen will und meistens ist es gut, eine Entscheidung zu treffen. Und dann, wenn man dann am Donnerstag aufwacht – und es ist sehr häufig so, dann ist die Entscheidung klar. Vielleicht ist auch am Donnerstag die Entscheidung nicht klar, dann kann man nochmal sagen: „Ok, ich habe dich ja gefragt, du hast mir keine genauere Antwort gegeben, ich werde jetzt das und das tun. Du hast bis morgen früh Zeit, mich davon abzuhalten. Wenn bis morgen früh um zehn Uhr nichts anderes passiert, dann werde ich das machen. Gerade diese letzte Sache, die mache ich relativ häufig. Gut, ich habe eine enge Beziehung zu Swami Sivananda und bei solchen Fragen, frage ich dann den Swami Sivananda und sage, „es gibt die und die Alternative, ich muss mich bis dann und dann entscheiden, sage mir, was ich tun soll“. Manchmal ist dann die Entscheidung sehr klar und dann brauche ich nicht lange nachzudenken und manchmal ist die Entscheidung nicht klar, dann sage ich, „ok, das und das werde ich tun, es sei denn, bis dann und dann geht es nicht mehr“. Als wir z.B. unseren ersten Ashram im Westerwald dort kaufen wollten, da gab es ein Hindernis nach dem anderen und da musste man sich irgendwann entscheiden: Sollen wir nochmal ein anderes Seminarhaus für das nächste Jahr mieten für die Yogalehrerausbildung, Kundalini intensiv, Yogaferien, oder machen wir es in dem, das wir kaufen? Und so habe ich dann irgendwo den Swami Sivananda gesagt: „Entweder wir unterzeichnen jetzt bis zum 01.11. oder wir lassen es für dieses Jahr. Es liegt an dir.“ Aber so ganz lässt sich dann Gott oder der Meister auch nicht einfach so einem das erzählen. Dann war es dort so, am 30. kam dann noch – es ging kurz vorher nochmal was schief, da habe ich gedacht, „ok, jetzt mieten wir die anderen Räume an und haben noch ein Jahr Zeit und lassen dann dieses Objekt fallen, vielleicht kommt etwas Besseres“. Und dann gerade kurz davor, bevor der Termin abgelaufen war, einen Tag vorher, ruft dann nochmal der Bürgermeister an von der Gemeinde und hat noch irgendwas gesagt und hat dann irgendwo gesagt: „Wir berufen nochmal eine außergewöhnliche Gemeinderatsversammlung ein, damit wir das positiv für euch entscheiden können und am besten kommen Sie selbst und stellen das nochmal vor, dann kriegen Sie am gleichen Abend die Entscheidung.“ Und so war dann die Entscheidung und wir haben zwei Tage später unterzeichnet. Ich bin damit gut gefahren letztlich, manchmal solche Ultimatums zu setzen. Das mag etwas ketzerisch klingen, aber irgendwo, wenn eine Beziehung enger ist, geht das. Sei es, die Beziehung enger zu eurem höheren Selbst, eurem Unterbewusstsein, zu Gott oder zu einem konkreten Meister. Was da wirklich dahinter steckt, ist letztlich unerheblich. Für mich ist es der Sivananda, der mich führt, aber ein Psychologe könnte auch sagen, das ist irgendwo eine Projektion von irgendwas tief im Inneren und es ist eine Möglichkeit der Achtsamkeitsfokussierung auf innere Fähigkeiten. Das also hier als ein paar Tipps dort. Und dann, wenn man dort sich ein großes Ziel gesetzt hat, ist ja die Frage, „wie formuliere ich das Ziel dann konkreter?“ Und da hängt es natürlich von der Art ab, wo man eigentlich hin will. Gedanke in Verbindung mit Gefühl irgendwo und mit Energie. Also, da ist irgendwo eine Energie auch noch dahinter. Du könntest z.B. dir jetzt, wenn es ein konkretes Ziel ist, dass du sagt, „mein Ziel ist, dass ich Kurse gebe und dass die gut besucht sind“. Das ist jetzt das übergeordnete Ziel. Du musst natürlich erst mal einiges ausprobieren. Also, wenn man ein übergeordnetes Ziel hat, der Weg ist dann nicht immer klar. Also, das Ziel ist irgendwo, dass ich Kurse gebe, die genügend Menschen ansprechen und so, dass genügend Teilnehmer kommen. Und dann würdest du erst mal für dich selbst ein Brainstorming machen. Volkshochschule oder in einem Sportverein oder in einem Fitnesscenter oder vielleicht, das sind erst mal Entspannungskurse, vielleicht eine Yogalehrerausbildung machen, weil Yogakurse momentan weiterhin gut gefragt sind. Und dann in verschiedenen Kontexten und dann spürst du irgendwo hinein, „was wirkt andeutungsweise?“ So meine Vorgehensweise ist erst mal, kleine Versuchsbalancen dort setzen und dann konkreter. Und dann merkst du z.B., „aha, die Art, wie ich unterrichte, das kommt in Volkshochschulen gut an“ und dann kannst du weitergehen, „ja, ich möchte in meiner ganzen Gegend die Fachfrau für diese Art von Kursen in der Volkshochschule sein“. Oder du stellst fest, „meine Art kommt im Fitnesscentren gut an“ oder vielleicht in der psychotherapeutischen Praxis. Oder auch in der Physiotherapiepraxis, die können ja auch andere anstellen. Oder in Kurklinken. Oder in Unternehmen. Und dann kannst du dann, wenn du irgendwo Verschiedenes ausprobiert hast, dann zu einem konkreteren Ziel dort kommen. Also, das würde ich dir jetzt in der Situation erst mal raten. Oder ein übergeordnetes Ziel ist, dein Potenzial irgendwo zu entwickeln, auch zum Wohl von anderen, weil du feststellst, deine besondere Fähigkeit ist es, Menschen zu helfen. Und da würde ich es jetzt noch nicht für angebracht halten, Ziele zu konkret zu halten, sondern da musst du mehr Verschiedenes ausprobieren. Und da, wo es dann läuft, da dann mehr. Auch z.B., als ich dann irgendwann das Frankfurter Zentrum aufgemacht hatte. Gut, da war es schon, „mach ein Frankfurter Zentrum auf“, relativ konkret. Aber dann auch die Frage, und wie läuft so ein Zentrum in Deutschland? Da war ich ja viele Jahre nicht mehr. Ich wusste, wie man in Los Angeles ein Yogazentrum leitet. Das ist nicht identisch, wie man in Deutschland ein Yogazentrum leitet, vor allem in Frankfurt. Da war klar, das Zentrum muss auch irgendwo überleben und muss eigentlich auch so gut sein, dass in fünf Jahren der Ashram entstehen kann. Und dann, breites Angebot, schauen, was funktioniert, auch mal wo anders unterrichtet. Zwischendurch, das erste Jahr, sah es so aus, als ob wir Pleite gehen. Da wussten wir nicht, funktioniert sowas oder nicht. Die Zeiten damals waren nochmal anders, als sie die letzen Jahre waren, wo ja Yoga geboomt hat. Es war wie Zähne ziehen oder so ähnlich. Jeden Tag bin ich mehrere Stunden durch Frankfurt gepilgert und habe dort Plakate aufgehängt und habe zum Teil dann nachts gekleistert, weil, da wurde man nicht so oft von Passanten angesprochen. Und irgendwann habe ich gedacht, „dann muss ich Heilpraktiker machen, vielleicht klappt es, wenn ich Heilpraktiker bin“. Ich habe mir auch schon ein Buch gekauft und habe mich schon erkundigt, wie sowas geht. Ich bin halt autodidakt, also mit Büchern hätte ich das am leichtesten lernen können. Dann kam ich irgendwo auf die Idee von einer zweijährigen Yogalehrerausbildung. Ich kannte vorher nur die Intensivausbildungen und das hat dann irgendwo auf Anhieb gut geklappt und dann lief es dann irgendwie in diese Richtung und zwischendurch konnte man dann auch immer wieder dann, nachdem eines geklappt hat, da kann man in der Richtung jetzt sagen, „ja, und da ist jetzt das Ziel, das baue ich weiter aus“. Also, so eine Mischung. So wie hier, dieses Brainstorming, man denkt über Verschiedenes nach, man fühlt hinein, dann probiert man das ein oder andere aus, und was erfolgversprechend ist, da kann man dann konkrete Ziele formulieren und dem nachgehen.

(Fortsetzung folgt).

Niederschrift eines mp3 Mitschnitts “Schweinehund-Podcast” aus dem Yoga SeminarDen inneren Schweinehund überwinden – mit Yoga und Meditation“. Mit Sukadev Bretz bei Yoga Vidya Bad Meinberg.

Große und kleine Ziele und Entscheidungen

Also, es gibt viele Entscheidungen. Aber wenn man die eine Entscheidung, die große Entscheidung hat, ist es erst mal gut. Und so könnt ihr auch euch jetzt vielleicht gerade mal einen Moment überlegen, ob ihr vielleicht jetzt schon übergeordnete Ziele in eurem Leben habt und die können ja in unterschiedlichen Lebenskontexten unterschiedlich sein. Und das Ziel kann auch sein, Selbstverwirklichung. Das Ziel kann auch sein, einen Beitrag leisten zu einer besseren Welt. Besser noch, das noch konkreter zu fassen. Was heißt das für euch, eine bessere Welt? Jetzt vor dem Hintergrund, wenn man übergeordnete Ziele hat, dann sollte man vor jeder Entscheidung sich auch immer die Frage stellen: „Vor dem Hintergrund meiner übergeordneten Ziele, wie ist die richtige Entscheidung?“ Jetzt angenommen, man hat keine übergeordneten Ziele, dann wird man das nicht anhand von solchen übergeordneten Zielen machen, aber vielleicht wäre es doch dann die Überlegung noch wert, vielleicht könnt ihr doch zu irgendwelchen übergeordneten Zielen finden. Sei es, dass ihr sagt, „mich selbst weiterentwickeln“. Sei es, dass ihr sagt, „reiche Erfahrungen machen“.  Sei es, dass ihr sagt, „irgendwo eine Sicherheit und eine Beständigkeit haben“. Sei es, dass ihr sagt, „mein Leben möge abenteuerlich sein“.  Ihr könnt dort vielleicht nochmal die nächsten Tage überlegen, ob ihr vielleicht abstraktere Ziele auch habt. Auch diese Ziele könntet ihr euch überlegen. Egal, ob ihr jetzt ein übergeordnetes Ziel habt, was ihr zusätzlich als Kriterium habt, gibt es andere Sachen, die ihr machen könnt. Ihr könnt mal so ein Brainstorming mit euch selbst machen. Alle Alternativen, die euch einfallen, was man so alles machen würde. Sei es, in einer bestimmten Entscheidung. Es hängt jetzt davon ab, steht ihr vor einer bestimmten Entscheidung, dann macht ein Brainstorming, „das könnte ich machen, das könnte ich machen, das könnte ich machen und das könnte ich machen“. Das ist eine Möglichkeit. Eine zweite Möglichkeit, ihr steht an der Stunde null. Ihr habt die Möglichkeit, euer Leben ganz neu zu erfinden. Vielleicht Job verloren, Beziehung kaputt. Also jedenfalls irgendwo Stunde null. Kinder haben das Haus verlassen. Ihr könnt euch noch alles Mögliche einfallen lassen und es gibt dazwischen natürlich noch eine Menge Alternativen. Also vor diesem Kontext: Was gibt es alles für Alternativen? Die würde man erst mal aufschreiben und so der erste Schritt wäre, ohne allzu groß zu werten. Zweiter Schritt wäre, durchaus nach ethischen Gesichtspunkten variieren. Also, jeder hat irgendwelche Werte, selbst Verbrecher haben ihre eigenen Werte, und ihr werdet bestimmte Werte haben und wenn euch irgendwas einfällt, wo ihr nachher sagt, „nein, mit meinen ethischen Vorstellungen ist das nicht vereinbar“, dann müsst ihr diese Idee entweder anders formulieren oder eben seinlassen. Und dann, der nächste Punkt kann dann sein, Vorstellen, erstens, man macht es, zweitens, man hat es gemacht und bei allem dann auch die Auswirkungen. Und dann, wie fühlt sich das an? So in einer ähnlichen Form habt ihr das ja am Ende der Tiefenentspannung heute am Anfang gemacht. Diejenigen, die dort noch mitgekriegt haben, was ich gesagt habe. Manchmal, wenn man so in der Mittagszeit solche Tiefenentspannungen macht, dann entspannt man dort sehr tief und macht die Übung dann nur auf einer unterbewussten Ebene mit, aber solche Übungen findet ihr ja auch bei uns im Internet. Ich habe da auch noch so ein kleines Handout, wo die Seite draufsteht und da gibt es auch solche Tiefenentspannungen mit Affirmationen, und Teile dieses Seminars werden ja auch im Lauf der nächsten Monate auch irgendwann ins Internet gestellt. Übrigens, ohne eure Zwischenfragen. Nicht, dass ihr dort jetzt Ängste habt, dass vielleicht irgendwas hineinkommt, was ihr nicht gerne hättet. Das Mikro hier ist sowieso nur so, dass nur ich gehört werde. Also nur, dass ihr wisst, eure Privatsphäre bleibt gewahrt. Aber dort könnt ihr das auch mitbekommen. Ebenso, man stellt es sich vor, wie es ist. „Ich mache das, wie fühlt sich das an?“ Oder man hat es abgeschlossen, „wie fühlt sich das an?“ Man macht etwas anderes, „wie fühlt sich das an?“ Und dann kommt man irgendwo zu einer Intuition.

(Fortsetzung folgt).

Niederschrift eines mp3 Mitschnitts “Schweinehund-Podcast” aus dem Yoga SeminarDen inneren Schweinehund überwinden – mit Yoga und Meditation“. Mit Sukadev Bretz bei Yoga Vidya Bad Meinberg.

Übergeordnete Ziele helfen bei Einzelentscheidungen

Wer übergeordnete Ziele hat, vielleicht sogar eine Vision, kennt seine Richtung, in die er/sie gehen will/kann. Das wird zwar die Einzelentscheidung auch nicht leicht machen, aber man hat etwas, worauf man hinzielt und dann muss man mehr den Weg dorthin finden. Jetzt ist natürlich die Frage: Wie kommt man zu solchen übergeordneten Zielen? Und dazu meine ich, die kann man nicht erzwingen. Und da gibt es zwar Visionquest, was die Indianer machen, aber egal, was man anstellt, die ganz großen Ziele kommen nicht ganz so von selbst, und ich meine, es ist auch nicht nötig, dass jeder solche Ziele hat. Dann gilt es dann mehr, zu fragen in einem kleineren Bereich. Aber z.B., manche haben übergeordnete Ziele, es müssen ja nicht diese Ziele sein, sondern eben, „ich habe Kinder und ich würde gerne, dass meine Kinder gesund und irgendwo große werden“ und dann hat man auch schon mal ein Ziel. Oder, „ich habe eine Ehe und ich hätte gerne, dass die Ehe langfristig hält“. Das ist unterschiedlich. Wenn man das wirklich hat, dann überlegt man auch, „wenn ich mich jetzt so und so verhalte, welchen Einfluss hat das auf meine Ehe?“ Wenn man dagegen nur im Moment überlegt, „was hätte ich jetzt gerne?“, ohne zu überlegen vor dem übergeordneten Ziel, dass sich eine Ehe gut entwickelt, dann wird man das vielleicht nicht berücksichtigen und dann wird man immer öfter merken im Kleinen, dass eine Entscheidung nicht so gut ist. Oder angenommen, man hat als Ziel, irgendwann Abteilungsleiter zu werden, weil man denkt, „dann kann ich richtig was bewirken“. Und dann muss man auch überlegen, um diesen Ziel zu folgen, muss man vielleicht die ein oder andere Einschränkung hinnehmen und immer wieder muss man überlegen, um auf den Weg hinzukommen, „wie komme ich dort hin?“  Das sind jetzt andere Ziele, die vielleicht etwas einfacher sind und die man sich fassen kann und die müssen ja auch nicht auf Dauer Bestand haben, wenn man feststellt, der Weg ist irgendwann nicht gut. Aber man hat sie. Oder ein Yogazentrum eröffnen und auch dort kann man dann überlegen, wie sind die Schritte dort hin? Manche wissen dann nicht: „Als Yoga Vidya Koopzentrum oder als eigenes Zentrum? Will ich eine Yogalehrerausbildung anbieten, dann muss ich 30 km weg vom nächsten Yoga Vidya Zentrum? Und eigene Räume oder Untermieten oder klein anfangen und wenn es gut wächst, dann vielleicht größer werden oder besser gleich groß anfangen? Soll ich das Geld in die Werbung oder in die Inneneinrichtung stecken oder lieber mich weniger verschulden? Soll ich meinen Onkel um einen Kredit bitten oder die Bank usw.?“

(Fortsetzung folgt).

Niederschrift eines mp3 Mitschnitts “Schweinehund-Podcast” aus dem Yoga SeminarDen inneren Schweinehund überwinden – mit Yoga und Meditation“. Mit Sukadev Bretz bei Yoga Vidya Bad Meinberg.