Abschluss-Worte zum Yoga-Seminar “Den inneren Schweinehund überwinden”

„Es gibt so wissenschaftliche Untersuchungen, da hat man also festgestellt, wenn man vier Wochen seinen inneren Schweinehund überwindet, dass das dann Muss wird, so wie Zähneputzen. Aber man muss schon vier Wochen dann sehr hart sein und immer wieder sagen, ich rolle jetzt meine Matte aus.“
Diese vier Wochen hat man in den unterschiedlichsten Kontexten gefunden. Es ist vielleicht gut, dass du das nochmal so sagt. Also, gute Gewohnheiten brauchen vier Wochen täglich und dann gehen sie von selbst. Und das hilft auch. Ich hatte ja irgendwann gesagt, nehmt euch Ziele vor für einen beschränkten Zeitraum. Manchmal hilft es, eine Woche, oder man nimmt sich ein Ziel erst mal vor, einen Monat. Das klingt überschaubar. Aber wenn ihr etwas Gutes einen Monat gemacht habt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass ihr am Ende des Monats sagt, „jetzt geht es ja, jetzt kann ich es auch einfach weiter machen“.
Dann danke ich nochmal allen, die jetzt gerade nochmal die letzten zehn Minuten eine Tippflut gegeben haben und ich danke euch allen, dass ihr bei diesem Wochenende mitgemacht habt, dass ihr da euch so schön darauf eingelassen habt. Ich hoffe, ihr habt einiges an Anregungen bekommen. Und auch nochmal der Tipp, überlegt mehr, was war es, was ihr umsetzen könnt und setzt das um. Und was ihr vielleicht feststellt, das war nichts für euch, vielleicht wird es irgendwann mal was sein, vielleicht war es für jemand anderes hier im Raum. Schaut, was euch für euer Leben hilft. Weniger daran, was sollte in eurem Leben helfen, sondern schaut, was wirklich für euch hilft. Die Menschen sind doch unterschiedlich und so wünsche ich euch, dass ihr zum einen euch gute Ziele setzt, dass ihr gute Schritt dafür geht, gute Ziele zu gehen, sei es, für Gesundheit, für Wohlbefinden, sei es, für mehr Energie, Entfaltung der eigenen Fähigkeiten, um was Gutes zu bewirken in der Welt, zum Wachsen, zur spirituellen Erfahrung und der Einheit und wofür auch immer ihr euch Ziele setzen wollt, dass ihr dann die guten Schritte dafür auch findet, dass ihr durchaus aber auch euren inneren Schweinehund öfters mal befragt, dass ihr nicht in eine Überforderung hineingeht, aber dass ihr Rudelführer bleibt und nicht den Schweinehund zum Rudelführer werden lasst. So wünsche ich euch auf diesem Weg alles Gute, viel Freude auch! Leben hat vieles an Freude zu bieten, welches aber auch vorübergehendes Leiden nicht ausschließt. Aber viel Freude insgesamt, Erfüllung und Kraft!

(Fortsetzung folgt).

Niederschrift eines mp3 Mitschnitts “Schweinehund-Podcast” aus dem Yoga SeminarDen inneren Schweinehund überwinden – mit Yoga und Meditation“. Mit Sukadev Bretz bei Yoga Vidya Bad Meinberg.

Warum Yoga?

Und jetzt könnten vielleicht ein paar von euch, die vielleicht schon regelmäßig praktizieren oder mal eine Weile regelmäßig praktiziert haben, mal sagen, was hilft euch für die Regelmäßigkeit der Yogapraxis?
„Das Ergebnis. Dass ich einfach gelenkiger bleibe. Meine Tochter ist schon ganz neidisch. Die konnte ich nicht so motivieren, aber wir haben das mal zusammen gemacht und sie sagte, „naja, so richtig Spaß macht es mir ja nicht, aber wenn ich dich dann sehe, dann möchte ich es doch machen.“ Da habe ich gedacht, das motiviert.“
Gut, also das Ergebnis kann motivieren und da kann man auch vorher daran denken.
„Einen festen Ort im Haus. Mir hilft es, dass ich meinen festen Platz auf jeden Fall habe, den ich nicht noch extra herrichten muss, der ist einfach da. Da ist auch die ganze Aura da und da zieht es mich regelrecht hin. Da bin ich einfach gerne. Das hilft mir schon mal sehr.“
Also, das als weitere Hilfe, irgendwo eine kleine Ecke oder einen Ort zu machen, der schön ist für euch, um dort zu üben.
„Mir hilft die Vorstellungskraft und die Achtsamkeit.“
„Ich verbinde damit, dass ich jetzt schon in der Nähe vom Zentrum bin und halt da hingehen kann. Das ist dann auch eine Motivation, dass man nicht von weiß Gott wo anfahren muss. Dann lege ich halt den Kurs so, dass ich schon in der Nähe bin, dann gehe ich halt dorthin und verbinde es mit der Yogastunde, das ist für mich schon eine Motivation. Das klappt ganz gut. Ich komme regelmäßig zum Praktizieren.“
Noch andere Tipps?
„Wenn ich es nicht mache, kriege ich Kopfschmerzen. So gesehen ist es ganz gut. Das ist irgendwann eine Gewohnheit wie Zähneputzen, dass man sich nicht wohlfühlt, wenn man es nicht macht.“
„Ich finde es schön, dass jedes Mal, wenn ich Yoga übe, also die Körperübungen mache, dass ich jedes Mal ein anderes Erleben habe. Das, was ich gestern vielleicht in der Übung gedacht habe, das kann sein, dass ich da heute gar nicht daran gedacht habe, aber dass dann in anderen Übungen einfach dann wieder der Kopf ganz wild am Arbeiten ist. Das finde ich immer so faszinierend, weil einem das so ein bisschen bei seiner Entwicklung weiterhelfen kann. Das ist für mich immer das, weswegen ich überhaupt Yoga mache. Weil ich das immer so spannend finde, was dabei abläuft.“
„Regelmäßigkeit hilft mir.“
Also, wenn man es mal eine Weile regelmäßig gemacht hat, dann stellt sich die Frage nicht mehr, man macht es.
„Seitdem ich unterrichte, mache ich viel mehr Yoga als vorher, weil ich vieles ausprobiere, ausarbeite und auch mit gutem Beispiel vorangehen möchte.“
Also, auch eine Möglichkeit, wer regelmäßig üben will, macht eine Yogalehrerausbildung und fängt an, zu unterrichten.
Noch etwas, was euch hilft?
„So ein bisschen über diese Schiene mit Belohnung und Bestrafung, finde ich ganz gut. Weil ich finde, dazu gehört ja auch Disziplin und wenn ich diszipliniert bin, dann belohne ich mich. Aber nicht in Form von Essen jetzt.“
Gibt es irgendeine Belohnungsmöglichkeit, die du als Tipp geben willst?
„Kino gehen.“
Noch ein Tipp?
Ich glaube, die meisten Tipps, die ihr gehört habt, es läuft irgendwo darauf hinaus, irgendwie Tricks zu finden, mal anzufangen und dann, wenn man es eine Weile macht, dann motiviert letztlich die Erfahrung und der Erfolg. Wenn man weiß, „wenn ich Yoga übe, dann gibt es keine Rückenprobleme“, dann, wenn man keine haben will, macht man es. Wenn man weiß, Yoga üben gibt die tollsten Erfahrungen oder gibt einem neue Energie oder der Tag verläuft anders. Und deshalb, zu Anfang muss man irgendwie beginnen und wenn man es eine Weile begonnen hat, dann läuft es gut. Oder der einfachste Ratschlag, um jetzt eine Praxis zu beginnen, ist, rolle deine Matte aus! Danach kommt alles von selbst. Oder, rolle dein Handtuch aus! Selbst das geht.
„Das sage ich zu meinen Teilnehmern dann auch ziemlich zu Anfang: Schaut, dass ihr euch eure eigene Matte beschafft. Oder ich habe dann auch mal einen ganzen Schwung gekauft und habe die dann bei mir auf Halde gelegt und habe immer wieder motiviert, diese Matten dann auch zu kaufen, weil ich das auch einen ganz wichtigen Schritt finde, eine Matte zu haben. Und das hat sich auch immer wieder bestätigt, dass die Teilnehmer dann auch zu Hause, nicht nur bei mir im Kurs, sondern dann auch zu Hause, in die eigene Praxis kommen, wenn die ihre Matte haben.“
Das ist eine wichtige Sache. Irgendwann habe ich mal eine empirische Studie gelesen, wer sich eine Matte anschafft, hat eine doppelt so große Wahrscheinlichkeit, zu Hause Yoga zu üben, wie der, der es nicht macht. Auch wenn man für Yoga eigentlich keine Matte braucht. Man kann es auch direkt auf einem Handtuch machen, aber das hilft. Gerade in unserer heutigen Gesellschaft.

(Fortsetzung folgt).

Niederschrift eines mp3 Mitschnitts “Schweinehund-Podcast” aus dem Yoga SeminarDen inneren Schweinehund überwinden – mit Yoga und Meditation“. Mit Sukadev Bretz bei Yoga Vidya Bad Meinberg.

Tipps zur Meditations-Praxis

Dann, wie lange meditiert? Erinnert euch, ich hatte euch da gesagt, es ist gut, sich etwas vorzunehmen und es ist gut, es so vorzunehmen, dass man es auch machen kann und wenn es für euch neu ist, dann könnt ihr z.B. jetzt schon irgendwas eintragen. Dann überlegt, was möglich ist, und dann halbiert die Zahl. Das wäre ein geeigneter Vorsatz. Und empfehlen tue ich bei all diesen spirituellen Praktiken eine gewisse Regelmäßigkeit. Jetzt angenommen, ihr wärt in der glücklichen Lage, ihr habt einen festen Arbeitsplatz mit festen Zeiten und vielleicht auch entweder keine sonstige Familie oder eine Familie, die auch ansonsten feste Zeiten hat, dann sollte es euch gut gelingen, dort eine Festigkeit einzubauen. Es sei denn, ihr selbst seid ein Mensch, der vom Temperament her unregelmäßig ist. Wenn ihr jemand seid, für den Regelmäßigkeit möglich ist, von der inneren Konstitution und von der äußeren Konstitution, dann ist es gut, ihr findet eine Regelmäßigkeit. Also z.B. jeden Morgen zur gleichen Zeit meditieren, jeden Morgen zur gleichen Zeit Asanas und Pranayama oder jeden Abend, eine Möglichkeit. Eine zweite Möglichkeit ist, und das ist heutzutage vermutlich die Mehrheit, dass Menschen nicht mehr diese Regelmäßigkeit haben, weil sie Schichtarbeit haben, weil sie unterschiedliche Zeiten haben, weil sie zwei Halbtagsjobs nebeneinander haben, weil der Mann mal dann und dann oder die Frau Zuhause ist, weil die Kinder mal früher, mal später zur Schule gehen. Und dann ist es gut, verschiedene Regelmäßigkeiten zu überlegen. Oder auch von der psychischen Konstitution her. Da könnt ihr jetzt auch schon überlegen: „Angenommen, ich habe Frühschicht, dann mache ich es so. Angenommen, ich habe Spätschicht, dann mache ich es so. Oder angenommen, ich habe meinen Morgen-Müdigkeitstag, dann mache ich es so. Und angenommen, ich habe meinen Morgens-Frischtag, dann mache ich es so.“ So nehmt ihr Rücksicht, sowohl, falls ihr selbst jemand seid, der eben durch psychische Situationen durchgeht, dann berücksichtigt ihr das, oder ihr habt verschiedene Tagesabläufe. Wenn ihr es einfach regelmäßig so macht, dann braucht man eben nicht mehr so lange zu überlegen, dann ist es einfach eine Gewohnheit. So wie die wenigsten von euch überlegen, ob sie morgens ihre Zähne putzen oder ob sie dreimal heute essen oder viermal, ob sie heute mal Mittagessen einnehmen oder nicht. Für die Mehrheit der Menschen ist das einfach zur Gewohnheit geworden. Es gibt Teile in der Welt, da essen die Menschen nur einmal am Tag und sind nicht am Rest des Tages hungrig. Es gibt Teile, da essen die Menschen zweimal am Tag. Gut, und es gibt Teile der Welt, da essen die Leute auch einmal am Tag, nämlich morgens von 08:00 Uhr bis abends um 22:00 Uhr immer wieder zwischendurch. Es ist eine Gewohnheit, will ich damit sagen. Und so könnt ihr diese Regelmäßigkeit machen und eine Empfehlung jetzt für Anfänger ist, jeden Tag etwas und einmal die Woche mehr. Sei es, jeden Tag nur zwei Minuten. „Ich setze mich zwei Minuten hin und meditiere.“ Oder, „eine Minute mache ich den Drehsitz nach rechts und eine Minute den Drehsitz nach links“. Aber etwas, was ihr täglich macht. Und dann einmal die Woche mehr und da könnt ihr auch sagen, wann. Viele von euch haben vielleicht eine feste Yogagruppe, wo sie einmal die Woche hingehen. Viele von euch haben irgendeine CD oder Yoga DVD mit der sie Yoga üben können. Und viele wissen auch schon so, was sie tun können.
Dann, ein weiterer Tipp ist auch, eben damit man die Praxis machen kann, ist eben am Anfang, sich die Dinge auswählen, die einem Spaß machen, und es kommt aber auch nicht darauf an, dass man sie gut macht, sondern es kommt darauf an, dass man sie macht. Also z.B. die Mehrheit wird feststellen, dass es leichter ist, solche Sachen morgens zu machen als abends. Aber fast alle werden feststellen, dass man morgens steifer ist als abends. Und es gibt jetzt manche Menschen, die machen deshalb keine Asanas morgens, weil sie nachmittags flexibler sind. Aber nachmittags haben sie keine Zeit und das führt dann dazu, dass sie selten üben. Aber wenn man jetzt sagt, die Vorwärtsbeuge bis hierhin morgens, hat eigentlich die gleiche Wirkung wie nachmittags bis hierhin. Es kommt also nicht darauf an, wie weit ich komme, sondern einfach, dass ich in die Stellung hineinkomme. Und angenommen, dass Sonnengebet ist zu anstrengend, dann lasse ich es halt weg. Angenommen, so zwei Minuten in der Vorwärtsbeuge zu sein, ist mir zu langweilig, dann ist man halt nur dreißig Sekunden drin und kommt dann zur nächsten Variation. Also zunächst, findet dort etwas, was euch liegt, und darauf aufbauend macht dann mehr.

(Fortsetzung folgt).

Niederschrift eines mp3 Mitschnitts “Schweinehund-Podcast” aus dem Yoga SeminarDen inneren Schweinehund überwinden – mit Yoga und Meditation“. Mit Sukadev Bretz bei Yoga Vidya Bad Meinberg.

Yoga Anregungen zur Tagesablauf-Gestaltung

Und ich will zu all diesen Punkten, die dastehen, so ein paar Anregungen vielleicht geben. Erstens ist gut, wann aufgestanden. In der Mehrheit der Fälle, für die Mehrheit der Menschen, ist es gut, wenn man sich einen festen Zeitpunkt gibt, wann man aufsteht. Es mag auch Menschen geben, für die ist das Ziel, „ich wache immer von selbst auf“, aber in der Mehrheit der Fälle hilft es, zu wissen, „dann und dann stehe ich auf“. Und es gibt einige empirische Untersuchungen, die sagen auch, es ist gut, dass man genauso viel schläft, wie man Schlaf braucht. Wenn man länger schläft, als man Schlaf braucht, ist man müder und irgendwo auch herzinfarktgefährdeter und wenn man kürzer schläft, als man braucht, dann hat das auch Auswirkungen auf die Psyche, die nicht positiv sind. Und so kann man z.B., indem man dort mal ein bisschen experimentiert, herausfinden, was der optimale Schlaf ist. Dafür dient so diese Sache. Z.B. sogar in einer klinischen Depression weiß man, eine der effektivsten Weisen gegen klinische Depression ist Schlafentzug, die Menschen nicht länger als sieben Stunden schlafen lassen. Das Zweitwirkungsvollste ist, sie Herz-Kreislaufübungen machen zu lassen, sie zu scheuchen. Wenn diese beiden Dinge gewährleistet sind, erst dann gehen die anderen Psychotherapien.

(Fortsetzung folgt).

Niederschrift eines mp3 Mitschnitts “Schweinehund-Podcast” aus dem Yoga SeminarDen inneren Schweinehund überwinden – mit Yoga und Meditation“. Mit Sukadev Bretz bei Yoga Vidya Bad Meinberg.

Tipps für die Yoga-Praxis: Führe ein Yoga-Tagebuch

Das Hauptthema an diesem Wochenende war ja eigentlich weniger, Ziele zu finden, auch wenn das anscheinend sich jetzt als ein besonderes Anliegen hier herausgestellt hat, sondern letztlich, den inneren Schweinehund zu überwinden, beziehungsweise mit ihm umzugehen und, wie kann man seine Entschlüsse gut in die Tat umsetzen? Und eine Möglichkeit, diese umzusetzen, ist auch, ein Tagebuch zu führen. Wer jemals von euch schon mal Mitglied in einem Fitnesscenter war, was kriegt man beim ersten Trainingstag in die Hand gedrückt? Einen Trainingsplan. Und wer jemals in irgendeiner Diätgruppe war, was kriegt man dort? Ein Ernährungstagebuch. Mindestens die Gruppen, die sich auf irgendwelche wissenschaftliche Forschungen beziehen. Und die stellen dort fest, das ist irgendwo gut. Und so ähnlich kann man es auch selbst machen. Gut, es gibt bestimmte Dinge, die eignen sich dafür, in ein Tagebuch reinzuschreiben, und andere nicht. Ich bin irgendwo schon ein großer Fan, Dinge schriftlich zu fixieren. Manche lieben das inzwischen auch im Internet, da kann man sich ja irgendwo eigene Seiten aufbauen, die privat und passwortgeschützt sind, die hat man überall, aber so modern ich bin, die Sachen, die ich mir selbst vornehme, die stehen in irgendeinem schriftlichen Heft dort drin. Das ist für mich immer noch einfacher, als irgendwas im Internet zu surfen. Und es gibt mehrere Möglichkeiten, Tagebücher zu führen. Eine wäre, einfach ein Heft. So ein A5- oder A4-Heft oder vielleicht ein besonders schönes oder einfaches oder ein Heftordner, wo man einmal die Woche etwas aufschreibt. Wo man dann sich eben sagt, „das und das Ziel habe ich mir gesetzt und das und das sind die Schritte, die dort sind“. Manche, die vielleicht mit dem Zug fahren, können auf der Rückreise ihre Aufzeichnungen durchgehen und das irgendwo ein bisschen sammeln. Das ist eine Möglichkeit. Eine andere Möglichkeit ist, man macht es tabellarisch mit z.B. so einem Tagebuch. Und ihr habt dort jetzt vier Zettel bekommen. Bei zweien sind irgendwelche Vorschläge gemacht, was so ein bisschen inspiriert ist von dem, was Swami Sivananda dort geschrieben hat in dem Buch „Sadhana“. Oder auch im „Erfolg im Leben und Selbstverwirklichung“, hat er verschiedene Unterpunkte gebraucht für ein Tagebuch. Und ihr habt zwei andere Zettel, da steht gar nichts drin, wenn ihr nämlich feststellt, es gibt vielleicht ein paar andere Sachen, die ihr euch vornehmt. Und das müssen nicht achtzehn verschiedene sein, ihr könnt auch sagen, für drei Sachen habt ihr dann achtzehn verschiedene Zeilen, wo ihr genauer hinschreiben könnt.

(Fortsetzung folgt).

Niederschrift eines mp3 Mitschnitts “Schweinehund-Podcast” aus dem Yoga SeminarDen inneren Schweinehund überwinden – mit Yoga und Meditation“. Mit Sukadev Bretz bei Yoga Vidya Bad Meinberg.

Misserfolge führen zu wertvollen Erfahrungen – sagt Raja Yoga

Nichtsdestotrotz, es gibt auch dann Situationen, da geht es einfach schief. Beispielsweise, jemand hat einen Naturkostladen eröffnet und er läuft zwei Jahre gut und danach öffnet ein Naturkostsupermarkt eine Straße weiter, dass führt mit großer Wahrscheinlichkeit zum Konkurs oder zur Geschäftsaufgabe des kleineren Naturkostladens. Manches hat man nicht in der eigenen Hand. Dann wäre aber jetzt der Ansatz vom Yoga, wäre nicht zu denken, es war notwendigerweise eine Fehlentscheidung. Auch wenn man etwas gemacht hat, was nachher gescheitert ist, die Zeit, wo man daran gearbeitet hat, hat das eigene Potenzial gestärkt. Die Erfahrungen, die man gemacht hat, über sich selbst hinauszuwachsen, haben auch irgendwo Fähigkeiten in einem aktiviert. Letztlich, die Erfahrung des Scheiterns nachher, ist eine menschlich wertvolle Erfahrung, die irgendwo auch etwas ist, woran wir wachsen. Vor dem kosmischen Hintergrund wird ja alles, was wir machen, irgendwann scheitern.

Also, kein Haus, das ihr baut, wird in tausend Jahren noch Bestand haben. In zehntausend Jahren bestimmt nicht. Vermutlich in hundert Jahren nicht. Und egal, was ihr sonst noch bastelt, in zehntausend Jahren… Das ist eine kurze Zeit erdgeschichtlich und vom kosmologischen geht sowieso alles irgendwann kaputt. Und so auch, wenn etwas vorher nicht funktioniert, dann ist es nicht falsch gewesen, die Entscheidung so zu treffen, man hat wichtige Erfahrungen gesammelt. Und hier ist ja auch dieser yogische Begriff von Karma, der sagt, die Aufgabe auf dieser Welt ist es, zu wachsen und sich weiterzuentwickeln und letztlich auch irgendwo zum einen über Erfahrungen uns zu entwickeln, dass wir das Höchste verwirklichen, aber auch so, dass wir unser Potenzial immer mehr verwirklichen, und auch, dass wir was Gutes in die Welt hineinbringen. Aber was dann konkret daraus wird, ist jetzt nicht so erheblich. Also, man hat eine Entscheidung getroffen, anfänglich ging es auch gut, und nachher stellt man fest, es war nicht gut oder es scheitert, dann lässt man los. Aber nicht in der Vorstellung, dass man eine Fehlentscheidung getroffen hat, sondern man sagt, „ich bin durch eine Erfahrung durchgegangen“. Das ist so auch die Einstellung, die Krishna in der Bhagavad Gita als Aspekt des Karma Yoga sagt. Er sagt zum einen: „Yoga Karmasu Kausalam. Yoga ist Geschick im Handeln.“ Dann sagt er aber: „Sei gleichmütig in Erfolg und Misserfolg und sei gleichmütig in den Früchten deiner Handlung, also Belohnung, ob du die bekommst oder nicht.“ Das ist ein bisschen schwierig, denn um Entscheidungen gut zu treffen, ist es immer gut, sich über die Konsequenzen der Entscheidung Gedanken zu machen. Entscheidungen sollte man von hinten her aufziehen. Also, wenn man ein ganz übergeordnetes Ziel hat, dann ist es gut, bei allen untergeordneten Sachen schauen, „helfen die mir dort hin?“ Und wenn man ein kleineres Ziel dann irgendwo hat, dann wird man überlegen, „was hilft mir, dieses kleinere Ziel zu erreichen?“ Und obgleich man besser die Sache von hinten her denkt, müssen wir dennoch nachher gleichmütig sein, ob das hinten bei rauskommt. Und dann gibt es natürlich auch noch die Möglichkeit, man stellt fest, man hat etwas begonnen und irgendwo offensichtlich geht es so nicht weiter. Schon bevor man die ersten Schritte gemacht hat. Und dann sollte man doch loslassen. Dann nimmt man das als eine Übung des Loslassens. Da habe ich irgendwann auch mal etwas gelernt von einem meiner BWL-Professoren. Ich hatte ja gestern so erzählt, dass eigentlich die BWL mir wenig Spaß gemacht hat, bis ich zu dem Schluss kam, dass auch die verrücktesten volkswirtschaftlichen Rechnungen irgendwo aus der Psychologie desjenigen resultieren, der sie gebastelt hat. Aber einer, der hat so darauf bestanden und hat gesagt, man soll die künftigen Kosten und die künftigen Nutzen analysieren. Egal, wie viel man vorher investiert hat, wenn die künftigen Kosten höher sind als die künftigen Nutzen, muss man die ganze Investition stoppen. Ich weiß nicht, ob das irgendwo klar ist? Also im Betriebswirtschaftlichen, so angenommen, man hat sich entschieden, irgendein Unternehmen zu kaufen irgendwo und hat dafür eine Million – nehmen wir mal etwas ganz Hypothetisches, dass es jenseits ist, was für die meisten hier praktisch ist. Die Kategorien, wo ein BWLer typischerweise denkt: Das hat hundert Millionen gekostet, das Unternehmen zu kaufen und jetzt stellt man fest, das ist nicht profitabel zu führen, jedes Jahr wird es voraussichtlich in den nächsten Jahren immer eine Million Verlust machen. Und auch, wenn man hundert Millionen schon hineingesteckt hat, man weiß, künftig wird es immer wieder eine Million Euro Verlust machen. Auch wenn eine Million wenig ist vor dem Hintergrund von hundert Millionen, gilt es, die Investition fallen zu lassen. Das ist dieses Beispiel. Und was das jetzt heißt und da muss man natürlich viele Kosten einbeziehen. Bei den praktischen Entscheidungen von Menschen kann man nicht alles in Euros umrechnen, sondern da gibt es menschliche Kosten und andere Kosten. Aber manchmal gilt es auch einfach, loslassen. Aber eben mein Tipp ist, nicht zu früh. Das ist auch nochmal eine gute Anregung, vieles kann man eben auch mit anderen besprechen. Nicht immer kann man das mit jedem besprechen. Manche haben das Glück, einen Partner zu haben, mit dem sie es besprechen können. Manche haben das Glück, einen Partner zu haben, mit dem sie über vieles sprechen können, aber vielleicht gerade über das nicht, weil der entweder zu früh bremst oder grundsätzlich immer nur ermutigt, aber mit jemandem über Sachen sprechen oder jemanden um Ratschlag bitten, selbst wenn der nachher was rät und man es nachher ganz anders macht, manchmal kommen neue Gesichtspunkte und Ideen dazu.

(Fortsetzung folgt).

Niederschrift eines mp3 Mitschnitts “Schweinehund-Podcast” aus dem Yoga SeminarDen inneren Schweinehund überwinden – mit Yoga und Meditation“. Mit Sukadev Bretz bei Yoga Vidya Bad Meinberg.

Umgang mit Fehlschlägen und Misserfolgen

Dann war die Frage: Was, wenn man sich für etwas entschieden hat und es geht alles schief? Dazu will ich drei Gedankengänge haben. Vielleicht fallen mir, während ich spreche, noch mehr ein. Der erst ist, nicht zu früh aufgeben. Das wäre so mein erster Ratschlag. Wenn etwas auf die eine Weise nicht geht, dann vielleicht die zweite Weise. Und wenn es auf die zweite Weise nicht geht, dann vielleicht die dritte Weise. Wenn die nicht geht, dann die vierte. Und wenn mit der bisherigen Anstrengung es nicht ausreicht, dann vielleicht noch eine weitere Anstrengung. Und wenn etwas Kleines schiefgeht, dann muss man vielleicht einen Umweg machen. Swami Sivananda hat gerne gesagt, Fehlschläge sind Stufen zum Erfolg. An jedem kleinen Fehlschlag, den man hat, kann man irgendwo lernen, um weiterzukommen. Beispielsweise wenn man irgendwo einen Kurs beginnt und der läuft nicht, das heißt nicht, dass es nicht sein soll, dass man Kurse gibt, sondern es kann sein, entweder diesmal hat es nicht geklappt oder in diesem Kontext hat es nicht geklappt oder die Zeit war falsch oder die Preise waren falsch oder „ich war zu bescheiden in meiner Darstellung, mein Foto war nicht richtig“, an so banalen Geschichten hängt es zum Beispiel. Wie ein Seminar besucht wird, aus unserem Katalog, hängt zu fünfzig Prozent vom Titel ab und zu fünfzig Prozent vom Foto, was daneben ist. Irgendwie plaudere ich viel aus dem Nähkästchen. Hier ist es manchmal ausgesprochen schwierig, Seminarleiter dazu zu veranlassen, ein schönes Foto von sich zur Verfügung zu stellen. Also denkt dran und fragt einfach mal eure Bekannten, wenn ihr ein Foto in eure Broschüre reinsetzt: „Würdest du bei jemanden, der so aussieht, gerne einen Kurs machen?“ Dort muss man sich bewusst sein, wie stellt man sich dar. Man stellt sich jetzt nicht dar, wie man sich gerne sehen will. Eine Broschüre ist jetzt nicht ein Fotoalbum für sich selbst, sondern hat das Ziel, dass Menschen angesprochen werden. Natürlich muss man dann auch so aussehen und es soll das verkörpern, was man unterrichtet. Es nutzt gar nichts, wenn ihr ein Foto von vor zehn Jahren von euch veröffentlicht. Das mag dann so aussehen, wie ihr denkt, dass es Leute am meisten anspricht, aber wenn die dann kommen und ihr seht anders aus – es muss kongruent sein, mit anderen Worten. Also, Verschiedenes ausprobieren und nicht beim ersten Mal gleich die Sache hinwerfen. Das erlebe ich auch relativ häufig, dass Menschen, wenn sie beginnen und es wird schwierig, dann werfen sie den Kram hin. Also, das wäre der erste Ratschlag, nicht zu früh aufgeben, weitermachen, und öfters mal das irgendwo anders angehen. Wenn das eine nicht läuft, muss man halt das andere machen. So ähnlich, als wir hier mit dem Haus begonnen haben, da wusste ich, mit dem gleichen Seminarprogramm wie im Westerwald wird sich das Haus hier nicht füllen, also haben wir Verschiedenstes ausprobiert. Und auch hier war es durchaus am Anfang so, dass es ein bisschen haarig war, werden wir die Sache überleben oder nicht. Die Nele kennt es so ein bisschen. Aber manche meiner Sorgen habe ich auch niemandem erzählt, denn die anderen hatten auch Sorgen. Wenn ich als Leiter von dem Haus auch ständig sage, „ich weiß nicht, ob es uns noch in einem halben Jahr gibt“, die Auswirkungen wären nicht so gewesen, dass das Haus in einem halben Jahr noch gewesen wäre. Ich habe dann auch nicht gelogen, aber manche Gedanken muss man ja nicht mitteilen. Wahrhaftig muss man ja auch sein im Yoga. Manche Optionen hat man nicht, wenn man auf dem Yogaweg ist. Man darf nicht lügen, nicht betrügen, nicht die Unwahrheit sagen usw., aber man muss nicht jedes Bedenken öffentlich kundtun. Und dann haben wir Verschiedenes ausprobiert und Nele weiß auch, eine ganze Menge haben wir ausprobiert. Yoga und Italienisch lernen, Yoga und Spanisch lernen, Yoga und Computerprogrammierung. Also, ich hatte mir ganze Konzepte ausgedacht. Yoga hilft ja, dass der Geist offener wird. Superlearning funktioniert auf der Basis von Entspannung , also, das hätte sicher wunderbar geklappt, die Leute hätten große Erfahrungen gemacht. Das hat aber keinen Menschen interessiert und so ist das wieder aus dem Programm herausgefallen, fast ohne, dass es jemand bemerkt hätte. Oder Yoga und Kohlensäure und verschiedenes andere. Oder wir haben ein Ayurvedagesundheitszentrum mitten im Kurort probiert, da haben wir drei Jahre lang daran geknabbert, bis wir es endlich geschlossen hatten, weil es nicht gelaufen ist. Also, ich will nur sagen, vieles Kleine kann schiefgehen, das heißt nicht, dass das übergeordnete Ziel deshalb falsch sein muss. Und da kann man noch mal Verschiedenes angehen, Verschiedenes ausprobieren, und dann, wenn man Verschiedenes ausprobiert hat, schauen, führt es doch zum Ziel.

(Fortsetzung folgt).

Niederschrift eines mp3 Mitschnitts “Schweinehund-Podcast” aus dem Yoga SeminarDen inneren Schweinehund überwinden – mit Yoga und Meditation“. Mit Sukadev Bretz bei Yoga Vidya Bad Meinberg.

Frage Gott oder das Unterbewusstsein um Hilfe bei Entscheidungen

Und eine nächste Möglichkeit ist auch, Unterbewusstsein oder Gott bitten. Vom Raja-Yoga-Standpunkt aus spielt das jetzt nicht die große Rolle, da sowieso laut Raja Yoga alles Gott ist. Egal, wen wir letztlich befragen, wenn wir es weit genug fassen, kommt dort eine Antwort, ob wir es von innen erleben oder von oben. Also, wir können z.B. sagen: „Lieber Gott oder liebes Unterbewusstsein oder höheres Selbst, ich stehe vor dieser Frage“ – vielleicht hat man zwei Alternativen – „ich könnte das machen und ich könnte das machen“ – man hat es sich vielleicht sogar schon ausgemalt, aber das Ausmalen ist auch noch nicht ausreichend schlüssig – „ich bitte dich, mir bis zum Donnerstag früh zu sagen, was zu tun ist.“ Also, klare Datumsvorgabe, wenn man bis dahin eine Entscheidung treffen will und meistens ist es gut, eine Entscheidung zu treffen. Und dann, wenn man dann am Donnerstag aufwacht – und es ist sehr häufig so, dann ist die Entscheidung klar. Vielleicht ist auch am Donnerstag die Entscheidung nicht klar, dann kann man nochmal sagen: „Ok, ich habe dich ja gefragt, du hast mir keine genauere Antwort gegeben, ich werde jetzt das und das tun. Du hast bis morgen früh Zeit, mich davon abzuhalten. Wenn bis morgen früh um zehn Uhr nichts anderes passiert, dann werde ich das machen. Gerade diese letzte Sache, die mache ich relativ häufig. Gut, ich habe eine enge Beziehung zu Swami Sivananda und bei solchen Fragen, frage ich dann den Swami Sivananda und sage, „es gibt die und die Alternative, ich muss mich bis dann und dann entscheiden, sage mir, was ich tun soll“. Manchmal ist dann die Entscheidung sehr klar und dann brauche ich nicht lange nachzudenken und manchmal ist die Entscheidung nicht klar, dann sage ich, „ok, das und das werde ich tun, es sei denn, bis dann und dann geht es nicht mehr“. Als wir z.B. unseren ersten Ashram im Westerwald dort kaufen wollten, da gab es ein Hindernis nach dem anderen und da musste man sich irgendwann entscheiden: Sollen wir nochmal ein anderes Seminarhaus für das nächste Jahr mieten für die Yogalehrerausbildung, Kundalini intensiv, Yogaferien, oder machen wir es in dem, das wir kaufen? Und so habe ich dann irgendwo den Swami Sivananda gesagt: „Entweder wir unterzeichnen jetzt bis zum 01.11. oder wir lassen es für dieses Jahr. Es liegt an dir.“ Aber so ganz lässt sich dann Gott oder der Meister auch nicht einfach so einem das erzählen. Dann war es dort so, am 30. kam dann noch – es ging kurz vorher nochmal was schief, da habe ich gedacht, „ok, jetzt mieten wir die anderen Räume an und haben noch ein Jahr Zeit und lassen dann dieses Objekt fallen, vielleicht kommt etwas Besseres“. Und dann gerade kurz davor, bevor der Termin abgelaufen war, einen Tag vorher, ruft dann nochmal der Bürgermeister an von der Gemeinde und hat noch irgendwas gesagt und hat dann irgendwo gesagt: „Wir berufen nochmal eine außergewöhnliche Gemeinderatsversammlung ein, damit wir das positiv für euch entscheiden können und am besten kommen Sie selbst und stellen das nochmal vor, dann kriegen Sie am gleichen Abend die Entscheidung.“ Und so war dann die Entscheidung und wir haben zwei Tage später unterzeichnet. Ich bin damit gut gefahren letztlich, manchmal solche Ultimatums zu setzen. Das mag etwas ketzerisch klingen, aber irgendwo, wenn eine Beziehung enger ist, geht das. Sei es, die Beziehung enger zu eurem höheren Selbst, eurem Unterbewusstsein, zu Gott oder zu einem konkreten Meister. Was da wirklich dahinter steckt, ist letztlich unerheblich. Für mich ist es der Sivananda, der mich führt, aber ein Psychologe könnte auch sagen, das ist irgendwo eine Projektion von irgendwas tief im Inneren und es ist eine Möglichkeit der Achtsamkeitsfokussierung auf innere Fähigkeiten. Das also hier als ein paar Tipps dort. Und dann, wenn man dort sich ein großes Ziel gesetzt hat, ist ja die Frage, „wie formuliere ich das Ziel dann konkreter?“ Und da hängt es natürlich von der Art ab, wo man eigentlich hin will. Gedanke in Verbindung mit Gefühl irgendwo und mit Energie. Also, da ist irgendwo eine Energie auch noch dahinter. Du könntest z.B. dir jetzt, wenn es ein konkretes Ziel ist, dass du sagt, „mein Ziel ist, dass ich Kurse gebe und dass die gut besucht sind“. Das ist jetzt das übergeordnete Ziel. Du musst natürlich erst mal einiges ausprobieren. Also, wenn man ein übergeordnetes Ziel hat, der Weg ist dann nicht immer klar. Also, das Ziel ist irgendwo, dass ich Kurse gebe, die genügend Menschen ansprechen und so, dass genügend Teilnehmer kommen. Und dann würdest du erst mal für dich selbst ein Brainstorming machen. Volkshochschule oder in einem Sportverein oder in einem Fitnesscenter oder vielleicht, das sind erst mal Entspannungskurse, vielleicht eine Yogalehrerausbildung machen, weil Yogakurse momentan weiterhin gut gefragt sind. Und dann in verschiedenen Kontexten und dann spürst du irgendwo hinein, „was wirkt andeutungsweise?“ So meine Vorgehensweise ist erst mal, kleine Versuchsbalancen dort setzen und dann konkreter. Und dann merkst du z.B., „aha, die Art, wie ich unterrichte, das kommt in Volkshochschulen gut an“ und dann kannst du weitergehen, „ja, ich möchte in meiner ganzen Gegend die Fachfrau für diese Art von Kursen in der Volkshochschule sein“. Oder du stellst fest, „meine Art kommt im Fitnesscentren gut an“ oder vielleicht in der psychotherapeutischen Praxis. Oder auch in der Physiotherapiepraxis, die können ja auch andere anstellen. Oder in Kurklinken. Oder in Unternehmen. Und dann kannst du dann, wenn du irgendwo Verschiedenes ausprobiert hast, dann zu einem konkreteren Ziel dort kommen. Also, das würde ich dir jetzt in der Situation erst mal raten. Oder ein übergeordnetes Ziel ist, dein Potenzial irgendwo zu entwickeln, auch zum Wohl von anderen, weil du feststellst, deine besondere Fähigkeit ist es, Menschen zu helfen. Und da würde ich es jetzt noch nicht für angebracht halten, Ziele zu konkret zu halten, sondern da musst du mehr Verschiedenes ausprobieren. Und da, wo es dann läuft, da dann mehr. Auch z.B., als ich dann irgendwann das Frankfurter Zentrum aufgemacht hatte. Gut, da war es schon, „mach ein Frankfurter Zentrum auf“, relativ konkret. Aber dann auch die Frage, und wie läuft so ein Zentrum in Deutschland? Da war ich ja viele Jahre nicht mehr. Ich wusste, wie man in Los Angeles ein Yogazentrum leitet. Das ist nicht identisch, wie man in Deutschland ein Yogazentrum leitet, vor allem in Frankfurt. Da war klar, das Zentrum muss auch irgendwo überleben und muss eigentlich auch so gut sein, dass in fünf Jahren der Ashram entstehen kann. Und dann, breites Angebot, schauen, was funktioniert, auch mal wo anders unterrichtet. Zwischendurch, das erste Jahr, sah es so aus, als ob wir Pleite gehen. Da wussten wir nicht, funktioniert sowas oder nicht. Die Zeiten damals waren nochmal anders, als sie die letzen Jahre waren, wo ja Yoga geboomt hat. Es war wie Zähne ziehen oder so ähnlich. Jeden Tag bin ich mehrere Stunden durch Frankfurt gepilgert und habe dort Plakate aufgehängt und habe zum Teil dann nachts gekleistert, weil, da wurde man nicht so oft von Passanten angesprochen. Und irgendwann habe ich gedacht, „dann muss ich Heilpraktiker machen, vielleicht klappt es, wenn ich Heilpraktiker bin“. Ich habe mir auch schon ein Buch gekauft und habe mich schon erkundigt, wie sowas geht. Ich bin halt autodidakt, also mit Büchern hätte ich das am leichtesten lernen können. Dann kam ich irgendwo auf die Idee von einer zweijährigen Yogalehrerausbildung. Ich kannte vorher nur die Intensivausbildungen und das hat dann irgendwo auf Anhieb gut geklappt und dann lief es dann irgendwie in diese Richtung und zwischendurch konnte man dann auch immer wieder dann, nachdem eines geklappt hat, da kann man in der Richtung jetzt sagen, „ja, und da ist jetzt das Ziel, das baue ich weiter aus“. Also, so eine Mischung. So wie hier, dieses Brainstorming, man denkt über Verschiedenes nach, man fühlt hinein, dann probiert man das ein oder andere aus, und was erfolgversprechend ist, da kann man dann konkrete Ziele formulieren und dem nachgehen.

(Fortsetzung folgt).

Niederschrift eines mp3 Mitschnitts “Schweinehund-Podcast” aus dem Yoga SeminarDen inneren Schweinehund überwinden – mit Yoga und Meditation“. Mit Sukadev Bretz bei Yoga Vidya Bad Meinberg.

Große und kleine Ziele und Entscheidungen

Also, es gibt viele Entscheidungen. Aber wenn man die eine Entscheidung, die große Entscheidung hat, ist es erst mal gut. Und so könnt ihr auch euch jetzt vielleicht gerade mal einen Moment überlegen, ob ihr vielleicht jetzt schon übergeordnete Ziele in eurem Leben habt und die können ja in unterschiedlichen Lebenskontexten unterschiedlich sein. Und das Ziel kann auch sein, Selbstverwirklichung. Das Ziel kann auch sein, einen Beitrag leisten zu einer besseren Welt. Besser noch, das noch konkreter zu fassen. Was heißt das für euch, eine bessere Welt? Jetzt vor dem Hintergrund, wenn man übergeordnete Ziele hat, dann sollte man vor jeder Entscheidung sich auch immer die Frage stellen: „Vor dem Hintergrund meiner übergeordneten Ziele, wie ist die richtige Entscheidung?“ Jetzt angenommen, man hat keine übergeordneten Ziele, dann wird man das nicht anhand von solchen übergeordneten Zielen machen, aber vielleicht wäre es doch dann die Überlegung noch wert, vielleicht könnt ihr doch zu irgendwelchen übergeordneten Zielen finden. Sei es, dass ihr sagt, „mich selbst weiterentwickeln“. Sei es, dass ihr sagt, „reiche Erfahrungen machen“.  Sei es, dass ihr sagt, „irgendwo eine Sicherheit und eine Beständigkeit haben“. Sei es, dass ihr sagt, „mein Leben möge abenteuerlich sein“.  Ihr könnt dort vielleicht nochmal die nächsten Tage überlegen, ob ihr vielleicht abstraktere Ziele auch habt. Auch diese Ziele könntet ihr euch überlegen. Egal, ob ihr jetzt ein übergeordnetes Ziel habt, was ihr zusätzlich als Kriterium habt, gibt es andere Sachen, die ihr machen könnt. Ihr könnt mal so ein Brainstorming mit euch selbst machen. Alle Alternativen, die euch einfallen, was man so alles machen würde. Sei es, in einer bestimmten Entscheidung. Es hängt jetzt davon ab, steht ihr vor einer bestimmten Entscheidung, dann macht ein Brainstorming, „das könnte ich machen, das könnte ich machen, das könnte ich machen und das könnte ich machen“. Das ist eine Möglichkeit. Eine zweite Möglichkeit, ihr steht an der Stunde null. Ihr habt die Möglichkeit, euer Leben ganz neu zu erfinden. Vielleicht Job verloren, Beziehung kaputt. Also jedenfalls irgendwo Stunde null. Kinder haben das Haus verlassen. Ihr könnt euch noch alles Mögliche einfallen lassen und es gibt dazwischen natürlich noch eine Menge Alternativen. Also vor diesem Kontext: Was gibt es alles für Alternativen? Die würde man erst mal aufschreiben und so der erste Schritt wäre, ohne allzu groß zu werten. Zweiter Schritt wäre, durchaus nach ethischen Gesichtspunkten variieren. Also, jeder hat irgendwelche Werte, selbst Verbrecher haben ihre eigenen Werte, und ihr werdet bestimmte Werte haben und wenn euch irgendwas einfällt, wo ihr nachher sagt, „nein, mit meinen ethischen Vorstellungen ist das nicht vereinbar“, dann müsst ihr diese Idee entweder anders formulieren oder eben seinlassen. Und dann, der nächste Punkt kann dann sein, Vorstellen, erstens, man macht es, zweitens, man hat es gemacht und bei allem dann auch die Auswirkungen. Und dann, wie fühlt sich das an? So in einer ähnlichen Form habt ihr das ja am Ende der Tiefenentspannung heute am Anfang gemacht. Diejenigen, die dort noch mitgekriegt haben, was ich gesagt habe. Manchmal, wenn man so in der Mittagszeit solche Tiefenentspannungen macht, dann entspannt man dort sehr tief und macht die Übung dann nur auf einer unterbewussten Ebene mit, aber solche Übungen findet ihr ja auch bei uns im Internet. Ich habe da auch noch so ein kleines Handout, wo die Seite draufsteht und da gibt es auch solche Tiefenentspannungen mit Affirmationen, und Teile dieses Seminars werden ja auch im Lauf der nächsten Monate auch irgendwann ins Internet gestellt. Übrigens, ohne eure Zwischenfragen. Nicht, dass ihr dort jetzt Ängste habt, dass vielleicht irgendwas hineinkommt, was ihr nicht gerne hättet. Das Mikro hier ist sowieso nur so, dass nur ich gehört werde. Also nur, dass ihr wisst, eure Privatsphäre bleibt gewahrt. Aber dort könnt ihr das auch mitbekommen. Ebenso, man stellt es sich vor, wie es ist. „Ich mache das, wie fühlt sich das an?“ Oder man hat es abgeschlossen, „wie fühlt sich das an?“ Man macht etwas anderes, „wie fühlt sich das an?“ Und dann kommt man irgendwo zu einer Intuition.

(Fortsetzung folgt).

Niederschrift eines mp3 Mitschnitts “Schweinehund-Podcast” aus dem Yoga SeminarDen inneren Schweinehund überwinden – mit Yoga und Meditation“. Mit Sukadev Bretz bei Yoga Vidya Bad Meinberg.

Übergeordnete Ziele helfen bei Einzelentscheidungen

Wer übergeordnete Ziele hat, vielleicht sogar eine Vision, kennt seine Richtung, in die er/sie gehen will/kann. Das wird zwar die Einzelentscheidung auch nicht leicht machen, aber man hat etwas, worauf man hinzielt und dann muss man mehr den Weg dorthin finden. Jetzt ist natürlich die Frage: Wie kommt man zu solchen übergeordneten Zielen? Und dazu meine ich, die kann man nicht erzwingen. Und da gibt es zwar Visionquest, was die Indianer machen, aber egal, was man anstellt, die ganz großen Ziele kommen nicht ganz so von selbst, und ich meine, es ist auch nicht nötig, dass jeder solche Ziele hat. Dann gilt es dann mehr, zu fragen in einem kleineren Bereich. Aber z.B., manche haben übergeordnete Ziele, es müssen ja nicht diese Ziele sein, sondern eben, „ich habe Kinder und ich würde gerne, dass meine Kinder gesund und irgendwo große werden“ und dann hat man auch schon mal ein Ziel. Oder, „ich habe eine Ehe und ich hätte gerne, dass die Ehe langfristig hält“. Das ist unterschiedlich. Wenn man das wirklich hat, dann überlegt man auch, „wenn ich mich jetzt so und so verhalte, welchen Einfluss hat das auf meine Ehe?“ Wenn man dagegen nur im Moment überlegt, „was hätte ich jetzt gerne?“, ohne zu überlegen vor dem übergeordneten Ziel, dass sich eine Ehe gut entwickelt, dann wird man das vielleicht nicht berücksichtigen und dann wird man immer öfter merken im Kleinen, dass eine Entscheidung nicht so gut ist. Oder angenommen, man hat als Ziel, irgendwann Abteilungsleiter zu werden, weil man denkt, „dann kann ich richtig was bewirken“. Und dann muss man auch überlegen, um diesen Ziel zu folgen, muss man vielleicht die ein oder andere Einschränkung hinnehmen und immer wieder muss man überlegen, um auf den Weg hinzukommen, „wie komme ich dort hin?“  Das sind jetzt andere Ziele, die vielleicht etwas einfacher sind und die man sich fassen kann und die müssen ja auch nicht auf Dauer Bestand haben, wenn man feststellt, der Weg ist irgendwann nicht gut. Aber man hat sie. Oder ein Yogazentrum eröffnen und auch dort kann man dann überlegen, wie sind die Schritte dort hin? Manche wissen dann nicht: „Als Yoga Vidya Koopzentrum oder als eigenes Zentrum? Will ich eine Yogalehrerausbildung anbieten, dann muss ich 30 km weg vom nächsten Yoga Vidya Zentrum? Und eigene Räume oder Untermieten oder klein anfangen und wenn es gut wächst, dann vielleicht größer werden oder besser gleich groß anfangen? Soll ich das Geld in die Werbung oder in die Inneneinrichtung stecken oder lieber mich weniger verschulden? Soll ich meinen Onkel um einen Kredit bitten oder die Bank usw.?“

(Fortsetzung folgt).

Niederschrift eines mp3 Mitschnitts “Schweinehund-Podcast” aus dem Yoga SeminarDen inneren Schweinehund überwinden – mit Yoga und Meditation“. Mit Sukadev Bretz bei Yoga Vidya Bad Meinberg.

Auch nach einer Vision muss man Entscheidungen fällen

Wenn man eine Vision hatte, ist die Richtung klar. Aber: Dann ist immer die Frage; „wie komme ich dort hin?“ Und dann auch für mich die Frage, das Gebet dann, „nicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe und zeige es mir“. Und natürlich, das heißt jetzt nicht, dass jede Entscheidung dann einfach ist, aber sie ist immer untergeordnet unter die übergeordnete Entscheidung. Z.B. ob wir dieses Haus kaufen oder nicht. Wir waren letztlich drei Jahre auf der Suche, bis wir hier eingezogen sind. Und da war immer wieder die Frage: Ein anderes Objekt kaufen oder nicht kaufen? Ist der richtige Zeitpunkt? Sind jetzt die richtigen Leute dafür da? Kann man sich das leisten? Klappt das in dieser wirtschaftlichen Situation? Nur dass ihr seht, auch in einem Yogaashram sind die Fragen vielleicht nicht wesentlich anders als in anderen Kontexten. Man versucht, es in einen spirituellen Kontext zu setzen. Oder auch genauso, wir bei Yoga Vidya, wir sind ja auch so eine demokratisch verfasste Gemeinschaft, wo es dann auch eben darum geht, abzustimmen und da ist dann immer, bevor wir dann wichtige Sachen abstimmen, lese ich dann immer die Ziele, die Yoga Vidya hat, irgendwie vor. Also, es geht darum, Yoga zu verbreiten in einer bestimmten Tradition und eben auch Lichtpunkte zu setzen im Lichtfeld der Erde, in Respekt mit anderen Praktiken, mit anderen spirituellen Traditionen und ökologischen Traditionen. Und so, wann immer wir etwas entscheiden, dann geht es vor diesem übergeordneten Zielrichtungen.

(Fortsetzung folgt).

Niederschrift eines mp3 Mitschnitts “Schweinehund-Podcast” aus dem Yoga SeminarDen inneren Schweinehund überwinden – mit Yoga und Meditation“. Mit Sukadev Bretz bei Yoga Vidya Bad Meinberg.

Vision als Grundlage von Entscheidungen – manchmal

Aus einer Vision ist letztlich Yoga Vidya entstanden. Ich war irgendwann mal 1992 in Indien, nachdem ich die Zentren, wo ich vorher war, verlassen hatte. Ich wusste nicht genau, was ich machen sollte, und da hatte ich dann eine Vision von Swami Sivananda und da war irgendwo klar, obgleich ich Amerika geliebt hatte und dort viele Jahre ja verbracht hatte, hieß es dann, „du sollst zurück gehen nach Deutschland und dort in Frankfurt ein Yogazentrum aufmachen, daraus entsteht dann fünf Jahre später ein Ashram und eine größere Yogabewegung“. Und ein paar Jahre vorher hatte ich so eine andere Vision, dass im neu entstehenden Zeitalter, dass dort Yoga eine wichtige Bedeutung haben würde und dass ich eine Aufgabe dort hätte, Yoga dort mit zu verbreiten. Und zusammen mit einem anderen, dem tiefen Wunsch nach Selbstverwirklichung, für mich ist es jetzt einfach, ich habe die übergeordneten Ziele.

(Fortsetzung folgt).

Niederschrift eines mp3 Mitschnitts “Schweinehund-Podcast” aus dem Yoga SeminarDen inneren Schweinehund überwinden – mit Yoga und Meditation“. Mit Sukadev Bretz bei Yoga Vidya Bad Meinberg.

Wie findet man seine Ziele

Frage eines Teilnehmers aus dem Seminar “Den inneren Schweinehund überwinden”:
„Dass Ziele umgesetzt werden. Gestern wurde doch angedeutet, dass es erst mal wichtig ist, Ziele zu finden. Die haben das ja sehr spontan gemacht, Moniseur Tondeux und die Madame Strite, das war mehr als Scherz gemeint. Wie kommt man zu Zielen hin? Das wäre eigentlich ein Schritt, der davor kommen müsste.“
Da können wir dann nochmal um 12:30 Uhr detaillierter hingehen. Ich schreibe es auch einfach nochmal hin. Ich hatte auch gesagt, man muss Klarheit des Zieles haben usw. Aber wie kommt man zu Zielen? Und vielleicht auch noch etwas: Ziele auch attraktiv machen. Auch nochmal unter der Voraussetzung, wenn ich die Ziele habe. Jetzt möchte ich euch gerade mal so ein paar Minuten bitten, nehmt wieder euren Zettel oder nehmt euch einen anderen Zettel und schreibt jetzt mal so ein bisschen auf, wie ihr vielleicht damit umgehen könnt. Schaut, gibt es irgendein Ziel, das ihr euch vielleicht setzt und das könnt ihr erst mal überlegen, „wie kann ich das, was ich erreichen will…“ Macht es erst mal mit etwas Einfachem. „Wie kann ich das klein machen? Wie will ich das zeitlich beschränken? Wie kann ich das machen, dass es mir erst mal leicht fällt?“ Das sind so diese Dinge. Und dann zusätzlich schauen: „Was könnte mich dazu motivieren, dass es mir leicht fällt?“ Eben alles unter der Prämisse: „Ich habe in mir wohlmeinende Teammitglieder, die aber auch überzeugt und motiviert werden wollen. Wie kann ich mich selbst oder meine Teammitglieder oder meine Psyche motivieren?“ Und da könnt ihr auch einfach mal eine Stoffsammlung machen. Evtl. auch könnt ihr überlegen: „Was hat mich in früheren Situationen motiviert?“ Jeder von euch hat ja schon Wichtiges umgesetzt und sicherlich in seinem Bereich auch große Sachen umgesetzt und wichtige Sachen umgesetzt. Da könnt ihr überlegen: „Wie habe ich das gemacht und ist das vielleicht anwendbar?“
Diejenigen, die noch schreiben, können weiter schreiben oder diejenigen, die das mehr im Geist durchspielen, können das auch weiter machen. Wer schon fertig ist, könnte auch nochmal etwas anderes einfach überlegen: „Wann habe ich mir schon mal etwas Großes vorgenommen“ – jetzt durchaus auch was Großes „und ich habe es auch umgesetzt?“ Nicht, „wann habe ich mir etwas Großes vorgenommen und habe es nicht umgesetzt“, sondern ihr könnt mal überlegen, „wann habe ich mir etwas Großes vorgenommen und es umgesetzt?“ Das muss jetzt nicht die Besteigung des Mont Everest sein, aber was für einen selbst irgendwo groß war. Und dann auch noch überlegen: „Wie habe ich das gemacht und wie ist das passiert?“ Könnt ihr überlegen und manchmal hilft es ja sogar, aufzuschreiben. Vielleicht fallen euch mindestens eins oder zwei oder drei Faktoren ein. So der Hintergrund ist, wenn ihr da so ein paar Sachen überlegt, dann stellt ihr vielleicht plötzlich fest, „und das motiviert mich am meisten“. Dass es vielleicht in der Situation von selbst passiert, „aber vielleicht das entscheidende Element, was mir in der Situation geholfen hat, das umzusetzen, war vielleicht beim ersten Mal außerhalb von meinem bewussten Tun, aber vielleicht ist etwas davon auch in der gegenwärtigen Situation umsetzbar.“ Also, gerade noch mal so zwei Minuten schaut, ein oder zwei oder drei Sachen, die ihr euch vorgenommen habt, die ihr umgesetzt habt und dann überlegt: „Welche Faktoren haben diese leichte Umsetzung ermöglicht und erleichtert?“

(Fortsetzung folgt).

Niederschrift eines mp3 Mitschnitts “Schweinehund-Podcast” aus dem Yoga SeminarDen inneren Schweinehund überwinden – mit Yoga und Meditation“. Mit Sukadev Bretz bei Yoga Vidya Bad Meinberg.

Fasse klare Entschlüsse – und gehe kleine Schritte – und bedanke dich

Also, hier einfache Affirmationen in der Hinsicht können dort helfen. Das nächste ist auch, kleine Schritte definieren. Also, wenn es etwas Großes ist. Gerade dann, wenn man erfolgsmotiviert ist, dass man Erfolge sieht. Also, wenn man sich etwas Großes vornimmt, dann Schritt für Schritt. Wenn man z.B. sich vornimmt, „irgendwann will ich jeden Tag eine halbe Stunde Yoga üben“, dann kann man es so weit machen, „den Rest vom Januar mache ich fünf Minuten“.  Und dann, wenn man das bis zum Ende durchgehalten hat, dann folgt Loben oder Belohnen. Also, am Ende der Woche sagt man sich dann, „danke, liebes Unterbewusstsein“ oder „danke, mein Team, habt ihr toll hingekriegt!“ Und wenn der Schritt vielleicht ausreichend groß ist, man kann auch feiern. Und das ist gut, wenn ihr das schon von vorneherein irgendwo festlegt, was das ist. Nicht allen liegt das, aber gerade wenn ihr eher so eine Kapha-Natur habt, dann ist irgendwo sich belohnen und loben gut, wenn ihr eine Vata -Natur habt, dann ist Feiern irgendwo gut. Wenn ihr eine Pitta -Natur habt, ein gutes Loben ist dann irgendwo wichtig. Aber zusätzliche Belohnungen und Feiern ist dann nicht unbedingt notwendig. Es reicht aus, dass das Selbstbewusstsein steigt, allein dadurch, dass ihr es erreicht habt und dann ist schon – man kann sagen – der Erfolg motiviert. Einen Pitta -Menschen motiviert nichts mehr als irgendwo ein Erfolg. Einen Vata -Menschen motiviert das, wenn er irgendwo was feiert auf die ein oder andere Weise. Und den Kapha-Menschen, wenn er irgendwo sich dort belohnt. Es muss jetzt nicht heißen, dass eins davon zutrifft. Die meisten Menschen sind komplex genug, dass sie Anteile von allem haben oder auch von etwas anderem. Man könnte z.B. sagen: „Wenn ich dann die Krähe erreicht habe, dann werde ich anschließend zum Inder gehen und dann ein gutes Abendessen dort zu mir nehmen.“ Oder: „Ich werde mir dann irgendetwas anderes gönnen.“ Oder irgendwo, manche Menschen, die eher sozial sind, es hilft manchmal auch, mit anderen absprechen. Wie z.B. dieser Moniseur Tondeux und die Madame Strite, die haben sich beide gesagt, „zum achtzigsten Geburtstag können wir den Skorpion“. Also, wenn man jemanden hat, mit dem man sowas ausmachen kann, dann hilft das.

(Mitschnitt eines Vortrags im Rahmen eines Seminars im Yoga Vidya Ashram Bad Meinberg)

Mit 80 Jahren die Yoga Asana Skorpion lernen

Ich kann euch dort auch mal so ein Beispiel geben. Ich hatte irgendwann mal Yoga für Senioren unterrichtet. Ich habe mal ein Yogazentrum in Genf geleitet, das war irgendwo eingemietet in einem riesen Seniorenkomplex. Und eines Tages kam dort einer zu mir von den Senioren, die waren schon in den normalen Yogastunden integriert, und hat gesagt: „Am Soundsovielten werde ich achtzig und vor acht Jahren habe ich mit einer anderen, die mit mir zusammen im gleichen Yoga Anfängerkurs war, habe ich eigentlich scherzhaft gesagt, im achtzigsten Lebensjahr können wir den Skorpion. Und ich habe jetzt noch soundso viel Tage, um den Skorpion zu können. Könntest du mir bitte Einzelstunden geben?“ Und der hat dann tatsächlich an seinem achtzigsten Geburtstag dann auch den Skorpion gekonnt und zwar zum ersten Mal ohne Hilfe. Und die andere Dame – ich kann mich noch gut an die beiden erinnern. Das eine war der Moniseur Tondeux und danach kam die Madame Strite. Und die hat gesagt, sie wäre die andere, mit der der Marcelle, wie er auch hieß, sich das vorgenommen hätte und sie hätte auch demnächst Geburtstag, ob ich ihr das auch beibringen könnte. Und sie konnte an ihrem achtzigsten Geburtstag den Skorpion. Das war etwas, was sie zuerst sich scherzhaft versichert hatten, aber irgendwo, das waren Menschen, die waren auch vorher in ihrem Leben irgendwo erfolgreich gewesen. Er war, glaube ich, irgendwo ein Bürgermeister von einer umliegenden Stadt gewesen und sie auch irgendwie eine wichtige Frau mal gewesen. Die hatten also irgendwo so eine geistige Kraft und außerdem war für sie, ein Wort zu geben, das muss man umsetzen. Wobei, als die begonnen hatten, also der Moniseur Tondeux hat mir auch noch gesagt, damals hätte er Rheuma gehabt und Artritis und hätte Kreislaufprobleme und Bluthochdruck und er wäre kurz davor gewesen, ein Pflegefall zu werden und das Yoga hätte ihm ein neues Leben gegeben und das Tolle wäre, ein neues Leben, wo er nicht arbeiten muss. Aber er war dann irgendwo in einen halbem Dutzend Vereinen, hat er sich dann auch in den Vorstand wählen lassen. Aber nachdem er mit Yoga begonnen hatte.

(Fortsetzung folgt).

Niederschrift eines mp3 Mitschnitts “Schweinehund-Podcast” aus dem Yoga SeminarDen inneren Schweinehund überwinden – mit Yoga und Meditation“. Mit Sukadev Bretz bei Yoga Vidya Bad Meinberg.

Entwickle Entschlusskraft – fasse klare Entschlüsse

Wenn wir jetzt diese Entschlusskraft und alles haben, dann gilt es aber auch, das irgendwo umzusetzen. Und auch so, wie man jetzt die Analogie des Teamleiters nimmt, da gibt es dann auch ein paar Sachen, die man machen kann. Wir müssen unsere Teile unseres Geistes auch motivieren dazu, wenn wir uns entschlossen haben. Und da bin ich ja so ein bisschen auf manches schon eingegangen, auch in der Tiefenentspannung gestern. Das eine wäre, freuen. Also, man kann sich z.B. sagen, „ich freue mich darauf, das und das zu machen“. In vielerlei Hinsicht ist das eine einfache Affirmation und ich weiß von sehr vielen Teilnehmern, dass das mit die wirkungsvollste ist. Also z.B., „ich freue mich darauf, die Krähe zu machen“, um es jetzt einfach zu machen. Oder, „ich freue mich darauf, das und das Projekt in Angriff zu nehmen“. „Ich freue mich darauf, das und das zu tun.“ Und selbst wenn man sich vorher nicht freut, man kann einfach sagen, „ich freue mich darauf“. Und dann die nächste Möglichkeit wäre: Visualisieren oder Ausmalen. Da kann man sich so vorstellen, wie das sein wird. Also z.B., nehmen wir an, jemand von euch will ein Yogazentrum dort eröffnen und das ist vielleicht die Frage. Und dann kann er sich vorstellen: „Ja, ich werde dann ein Yogazentrum haben und da werden die Teilnehmer da sein. Ich kann endlich den Raum so einrichten, wie ich es gerne hätte. Und die Teilnehmer kommen dort rein und ich sehe, wie sie mich anlächeln oder wie sie vielleicht am Anfang ein bisschen gestresst und müde kommen und nach der Yogastunde dort irgendwie voller Kraft und Energie sind und wie sie nachher noch einen Kräutertee dort trinken und wie man sich unterhält und wie man vielleicht auch Sachen unterrichten kann, die man bisher im Fitnessstudio nicht unterrichten konnte.“ So kann man sich es ausmalen. Und dann spürt man irgendwo, „ja, da freue ich mich darauf“. Also, dieses Ausmalen kann dort eine Hilfe sein. Ein nächster Schritt können natürlich auch andere Affirmationen sein. Also z.B., „ich werde ein Yogazentrum eröffnen“. Oder, „ich werde die Krähe können“. Oder, „am 15. Februar werde ich die Krähe dreißig Sekunden lang halten können“. So kann man das sagen. Oder, „am Soundsovielten wird mein Yogazentrum florieren.“ Das ist irgendwo eine Kraft, die man dort in den Raum hineinsetzt. Für viele klappt das besser damit, „ich freue mich darauf, die Krähe z.B. am 15. Februar zu können“. Das ist eine Möglichkeit. Für viele mobilisiert das mehr Energiereserven, aber manche mögen es mehr sachlich, „am 15. Februar kann ich die Krähe“.

(Fortsetzung folgt).

Niederschrift eines mp3 Mitschnitts “Schweinehund-Podcast” aus dem Yoga SeminarDen inneren Schweinehund überwinden – mit Yoga und Meditation“. Mit Sukadev Bretz bei Yoga Vidya Bad Meinberg.

Male Worst-Case Szenarien aus – um die Angst davor zu verlieren

Frage eines Teilnehmers aus dem Seminar “Den inneren Schweinehund überwinden”:„Und überhaupt erst, trotz dieser Ängste, reinkommen. Also, ich persönlich bin noch gar nicht drin gewesen in dieser Situation, ich will mich entscheiden für die Situation, die evtl. mal schwierig werden könnte. Und ich will mich von diesen Ängsten nicht abhalten lassen.“
Wenn du jetzt vor der Entscheidung stehst, dann durchaus, die Ängste haben ja einen Grund. Und da könnte man auch wieder damit umgehen. Zum einen kann man es aufschreiben. Das hilft oft. Man kann sagen „ok, wovor habt ihr Angst“ und dann kann man sagen, „und wer ist noch in mir drin?“ Die Ängste haben ihren Sinn, die sind nicht böse, wir müssen uns nur nicht von ihnen beherrschen lassen, aber sie berücksichtigen. Und dann kannst du das von verschiedenen Gesichtspunkten aus sehen. Es ist auch nicht falsch, das Worst-Case-Szenarium auch zu haben. Also z.B. in Gruppen wird z.B. geraten, dass man durchaus einen Advocatus Diaboli dort nimmt, der den entgegengesetzten Standort einnimmt. Man nimmt z.B. an, dass viele der falschen Entscheidungen getroffen worden sind, weil diejenigen, die die negativsten Szenarien ausmalen wollten, nicht zu Wort gekommen sind. In Amerika wurde das z.B. untersucht, wie die schlechtesten Entscheidungen, die die Präsidenten getroffen haben, wie sind die entstanden. Die sind oft dadurch entstanden, dass von vorneherein verboten wurde, negative Szenarien auszumalen. Also, unsere Ängste haben ihren Grund und man kann die ruhig auch mal berücksichtigen und aufschreiben: Was könnte denn passieren, was könnte die Konsequenz sein? Aber darauf beschränken wir uns nicht. Also, gerade dadurch, dass man das aufschreibt und sie berücksichtigt, sind die nachher irgendwo zufrieden. Und dann anschließend schreibt man natürlich noch auf: Was habe ich für Hoffnungen? Was ergeben sich für Möglichkeiten? Und dann kann man auch noch überlegen: „Und was, wenn die Ängste sich doch manifestieren? Was könnte ich dann machen?“ Wir haben ja auch bei Yoga Vidya, die Ashrams zahlen wir immer auf Kredit. Mit Krediten konnten wir die kaufen bzw. renovieren und gerade als wir den Westerwald gekauft haben – das war ja ein riesen Sprung von einem kleinen Frankfurter Zentrum so ein Seminarhaus mit damals 60 Betten. Oder auch der Sprung von hier nach Bad Meinberg. Von einem Haus mit 2000 qm, ein Haus kaufen mit 14.000 qm, also eine Versiebenfachung, und praktisch hundert Prozent fremdfinanziert, also private Kreditgeber plus Banken. Es hat auch lange gedauert jeweils, bis wir eine Bank gefunden haben, die sich auf ein solches Abenteuer eingelassen hat, aber die wollten jeweils auch ein Worst-Case-Szenarium. Die wollten erst mal wissen, optimistisch, pessimistisch, realistisch und Worst-Case. Das war durchaus nicht falsch, dort zu denken. Und so können wir auch für uns selbst denken. Also, nicht gleich zu den Ängsten sagen, „blöde Ängste“, sondern sie anzuerkennen als etwas, was wichtig ist. Dafür auch Zeit nehmen, das aufzuschreiben und dann die anderen auch. Und dann kann man auch mit seinen Ängsten nachher argumentieren, „danke, ich habe dich gehört“. Und das ist besser als „die blöden Ängste“ und besser als ihnen dauerhaft nachzugehen. Zum Verbündeten machen. Das sind alles unsere Teammitglieder, die das Beste für uns wollen. Und wenn wir sie vertreiben, dann denken sie, sie wollen das Beste für uns, sie wollen sich wieder hörbar machen. Die sind alle engagiert, die Teile in uns. Was nicht heißt, dass ihr guter Wille immer berechtigt ist. Die können trotzdem Unsinn erzählen, aber sie meinen es erst mal gut.

(Fortsetzung folgt).

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Was tun, wenn sich die Umstände ändern?

Frage eines Teilnehmers aus dem Seminar “Den inneren Schweinehund überwinden”:
„Es ist eine Sache, wenn man sich dazu entschieden hat und es dann doch nicht klappt, das kann einen evtl. in große Schwierigkeiten bringen. Wenn ich mal eine Zeit lang nicht übe, weil ich es doch nicht kann, passiert ja nichts, ist ja nicht weiter tragisch, kann ich mir also gut vornehmen. Aber wenn ich jetzt etwas entscheide, womit ich mich in finanzielle Verbindlichkeiten begebe, aus denen ich auch nicht so schnell wieder rauskomme und ich merke, das war ein Fehler, da muss ich aber durch, dann kommen viele andere Ängste dann auf, die einen immer wieder dann auch, nochmal überlegen, also Zweifel. Da sehe ich jetzt im Moment nicht so einen Weg heraus.“
Wir können natürlich jetzt auch nicht alles abdecken. Ich will trotzdem kurz darauf eingehen. Ich sagte dort auch, wenn sich nicht etwas Grundlegendes ansonsten ändert. Also, wenn natürlich eine äußere Situation sich ändert, dann muss man manchmal auch den Entschluss überdenken. Wenn wir jetzt dieses banale Beispiel nehmen, man nimmt sich vor, jeden Tag die Krähe zu machen und dann stellt man plötzlich fest, das Handgelenk tut von Tag zu Tag weher, dann macht man das nicht weiter, sondern dann weiß man, wenn in der Krähe das Handgelenk weher tut von Tag zu Tag, hört man besser früher auf als später. Oder wenn man einen Entschluss gefasst hat und der führt einen in finanzielle Nöte, dann kann man noch überlegen, „komme ich da noch raus?“ und seine  Verluste dort letztlich beschränken. Eine Möglichkeit. Du hast aber auch etwas anderes angesprochen, man kommt jetzt nicht einfach so raus, man muss da durch. Und dann kann man durchaus mit sich selbst argumentieren, wenn dann Selbstzweifel und Selbstvorwürfe usw. kommen. „Wie konnte ich das denn machen? Das hätte ich doch besser wissen sollen. Tante Sowieso hat mich ja auch davor gewarnt usw.“ Und dann kann man irgendwo die Achtsamkeit fokussieren. Also, nicht über sich selbst ärgern, man sagt, „danke, dass ihr mir jetzt so wunderbare Ratschläge gebt“, das kann man so in sich selbst sagen und „vielleicht bei der nächsten Entscheidung kann ich das ja berücksichtigen“. Und vielleicht kann man es sogar aufschreiben. Manchmal hilft das Schreiben, dass solche Sachen aus seinem Kopf raus sind. Ich weiß nicht, wer von euch Harry Potter gelesen hat. Da gibt es ja diesen Dumbledore und der hat da so einen Denkarium, der hat da so einen Zauberstab und mit dem holt er dann Gedanken aus seinem Kopf und legt es dann in irgend so eine Flüssigkeit, dass er nicht ständig daran denken muss. Und für viele Menschen kann so ein Denkarium sein, dass man etwas aufschreibt. Wenn einem z.B. dann Gedanken einfallen, die man hätte wissen müssen und deshalb zu einer falschen Entscheidung gekommen ist, dann schreibt man die mal auf. Und dann sagt man: „Ok, ich habe es mal aufgeschrieben, das nächste Mal werde ich es berücksichtigen, aber jetzt möchte ich Vorschläge haben, wie ich dort positiv weiterkomme.“ Das kann man zu seinem Team sagen, das gilt ja auch im äußeren Team. Menschen lamentieren manchmal über alles, das nutzt aber wenig und dann kann man stattdessen sagen: „Ok, jetzt lösungsorientiert. Was müsste denn passieren oder was könnte ich machen? Oder ich hätte gerne dabei ein solches Ergebnis. Was könnte ich machen, um zu dem Ergebnis zu kommen?“ Also, nicht ärgern über seinen Entschluss, noch weniger ärgern, dass man sich ärgert, dass man diesen Entschluss gefasst hat, noch weniger ärgern, dass man sich ärgert, dass man den Ärger hat über den Entschluss. Wir können jetzt Endlosschleifen schaffen. Der Mensch ist in der Lage in mehrfachen Ebenen rekursiv zu denken. Und stattdessen die Kräfte des Geistes lösungsorientiert zu nutzen. Wirklich so einen Umgang und schauen, „was haben wir dort für tolle Teammitglieder und wie könnte ich dort rauskommen?“ Das wäre dort.

(Fortsetzung folgt).

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Hier findest du einiges über den Umgang mit Angst

Gib Zweifeln keinen Raum – Raja Yoga Tipp 4 zum Unsetzen von Vorsätzen

Und das heißt auch, nicht in Zweifel ziehen, es sei denn, es passiert etwas grundlegend Neues. Aber wenn die Situation sich nicht wesentlich geändert hat, bleibt man dabei und auch nicht weiter diskutieren. Also, wenn ihr z.B. euch entschlossen habt, täglich die Krähe zu machen und sagt, „bis Ende Februar übe ich jeden Tag die Krähe“ als ein Beispiel. Oder „die nächste Woche, bis zum Abschluss der Woche mache ich jeden Tag die Krähe“. Und dann, wenn ihr am nächsten Morgen denkt, „ja, aber vielleicht wäre es doch besser, statt der Krähe den Handstand zu üben oder es wäre besser dieses zu üben“ – kommen viele Gedanken – und dann kann man seinen wohlmeinenden Teammitgliedern sagen, „danke für deine Info, danke, dass du kreativ bist für andere Möglichkeiten, die ich alle habe, aber jetzt habe ich mich dafür entschieden und in einer Woche kannst du dich ja nochmal melden“. Also, eine gewisse Konsequenz ist dafür nötig und danach sich eben auch wieder ablenken.

(Fortsetzung folgt).

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Stecke Gedankenkraft hinein – dritter Raja Yoga Tipp zur Umsetzen von Vorsätzen

Das nächste wäre – darauf hat die Rafaela so ein bisschen dort abgezielt – das ist eben die Gedankenkraft hineinstecken. Und z.B. kann man jetzt, wenn wir erst mal ganz abstrakt dort sind, kann man dort auch einfach die Willenskraft an sich entwickeln. Das liegt jetzt nicht jedem, also es klingt in der heutigen Sprache zum Teil ein bisschen komisch, wenn man sagt, „mein Wille ist stark, rein und unbesiegbar, ich vermag alles durch meinen Willen, ich habe einen unendlichen Willen“ oder „mit jedem Tag wird meine Willenskraft stärker“. Wenn ihr merkt, „das fühlt sich gut an, das würde ich gerne wiederholen“, dann wäre das etwas, was ich euch empfehlen würde, wenn ihr morgens aufwacht und wenn ihr abends einschaft oder am Ende der Meditation oder am Ende der Tiefenentspannung, dort könnt ihr wiederholen, „mein Wille ist stark usw.“ Da gibt es auch ein schönes Buch von Swami Sivananda, das nennt sich „Erfolg im Leben und Selbstverwirklichung“, das gibt es auch im Shop und dort könnt ihr davon einige Anregungen noch nehmen. Angenommen, das klingt für euch schal und komisch, dann lasst es sein und beschränkt euch auf die anderen Tipps. Aber wir können, indem wie sagen, „mein Wille ist stark, rein und unbesiegbar, ich vermag alles durch meinen Willen, ich habe einen unüberwindlichen Willen“, damit wird die Willenskraft auch stärker. Dann fließt praktisch Energie in die Buddhi selbst und wenn die Buddhi stärker wird, dann könnt ihr mit allem anderen leichter und besser umgehen. Das nächste, was natürlich auch ist, auch für die Willenskraft, ist die Klarheit des Entschlusses. Was heißt, wenn ihr euch für etwas entschieden habt, dann macht man es auch. Also, wenn ihr euch für etwas entschieden habt und das eben so auch gemacht habt, dann seid euch nochmal bewusst, „ja, das und das ist gut und das und das will ich machen und dann setze ich es auch um“.

(Fortsetzung folgt).

Niederschrift eines mp3 Mitschnitts “Schweinehund-Podcast” aus dem Yoga SeminarDen inneren Schweinehund überwinden – mit Yoga und Meditation“. Mit Sukadev Bretz bei Yoga Vidya Bad Meinberg.