Löse dich von den lähmenden Verbündeten des inneren Schweinehundes

Es gibt so drei Sachen, mit denen sich der Schweinehund verbündet und dann führt es zu Lähmung. Da könnt ihr dann auch gucken, ob die euch irgendwo etwas sagen. Das eine ist Katastrophendenken, das zweite nennt sich negative Vorhersagen und das dritte wäre – ich nenne es mal – pseudo Gedankenlesen. Im Grunde genommen, alle drei sind auch wieder was Positives. Es ist durchaus gut, dass man auch mal sich Katastrophenszenarien ausmalt, dass man weiß, das könnte auch passieren und es ist gut, irgendwo innerlich darauf vorbereitet zu sein. Aber bei manchen wird dieser Anteil so stark, dass man denkt, wenn irgendwas passiert, es wird immer das Schlechteste passieren. Also z.B., man hat sich vorgenommen – ich glaube, die Mehrheit hat irgendetwas Arbeitsmäßiges gehabt , wo sie sagen, da ist irgendwo der Schweinehund. Also z.B. man hat vor, sich zu bewerben für irgendeine Vorgesetztenrolle. Und dann denkt man gleich, „wenn ich mich jetzt bewerbe, werden meine Kollegen mich für ehrgeizig halten, mein Chef wird in mir einen Rivalen sehen und dann werden sie alle mich auslachen und wenn ich dann vorgestellt werde oder ich probiere es, dann geht alles schief und wenn alles schief geht, dann werde ich irgendwie gekündigt bekommen und dann sitze ich auf der Straße und dann werde ich erfrieren“. Und hier habt ihr erstens Katastrophendenken und zweitens negative Vorhersagen. Wenn man so denkt, „das geht alles schief und das geht alles schief und das kann noch sein und die Zukunft wird so und so sein“. Oder auch das Pseudo-Gedankenlesen. Natürlich, zum Menschen gehört auch, in die Zukunft blicken zu können und sich negative Szenarien auszumalen, ist durchaus auch gut. Wenn man nur optimistische Vorhersagen hat und dann kommt etwas anderes, ist man nicht darauf vorbereitet. Nur, wenn das alles stark wird und sich das mit dem Schweinehund irgendwo verbindet, dann führt es zur Lähmung. Ebenso Pseudo-Gedankenlesen. Könnt ihr euch darunter was vorstellen? Gehört auch irgendwo zu Vorhersage und Katastrophendenken dazu. Man meint zu wissen, was die anderen denken und zwar eben nichts Positives denken. Also z.B., man ist auf irgendeinem Empfang und man würde jetzt gerne Kontakte knüpfen und denken, „wenn ich den jetzt anspreche, dann denkt er, ich sei aufdringlich und außerdem werde ich stottern und dann wird er mich niemals…“ Oder, „der hat mich schon so schräg angeguckt“. Oder irgendjemand gähnt, dann denkt man, „ja, wahrscheinlich gähnt er, weil er mich langweilig findet“. Da könnt ihr gucken, wie weit diese Aspekte noch dabei sind. Und auch hier, der Ansatz ist hier jetzt auch wieder ein, wie könnte man damit umgehen? Zum einen können wir auch wieder den Ansatz nehmen, das sind auch Teile unseres Geistes, die auch es gut für uns wollen. Sie wollen uns vorbereiten, Dinge können auch in einer Katastrophe enden, Dinge können negativ sich entwickeln und tatsächlich, Menschen können auch mal schlecht über einen denken. Das passiert ja, ist ja jetzt nicht gänzlich unrealistisch. Und es ist durchaus gut, darauf auch vorbereitet zu sein. Also kann man dort danken, „danke, dass ihr das so denkt“ und dann kann man danach als nächstes überlegen, „wen gibt es denn sonst noch in mir, der dort andere Ansichten hat?“ Und den kann man dann stärker werden lassen. Aber ich will noch, bevor ich darauf komme, so eine paradoxe Technik nehmen, die für manche Menschen wirkt, keinesfalls für alle. Aber wenn ihr z.B. irgendwo so ein Katastrophendenken habt, dann kann es manchmal helfen, das ironisch noch zu übersteigern. So wie ich es eben so gemacht habe. „Also, wenn ich mich jetzt für die Vorgesetztenrolle bewerbe und dann werden die Leute mich lächerlich finden, dann werde ich meinen Job verlieren und dann werde ich auf der Straße landen und dann werde ich auf der Parkbank sein und dann werde ich erfrieren und als Eisklotz dort enden.“ Und zwar ruhig soweit, dass es gänzlich unrealistisch ist und manche fangen dann an, zu lachen. Und es gibt kaum etwas, um eingefahrene Denkgewohnheiten wieder zu lösen, als eben Lachen. Und dann hat man über sich gelacht und dann kann man nochmal sagen, „danke, dass du mir eröffnet hast, was es alles für Möglichkeiten gibt, aber ich glaube, du weißt selbst, dass das nicht als Möglichkeit ist.“ Also diese paradoxe Übersteigerung will ich euch nicht vorenthalten, denn die Mehrheit von euch ist eher an das andere gewohnt, was ich euch auch mehr empfehle, das ist nämlich positiv Denken, Gegenargumentieren, anderes in einem stärker werden zu lassen. Nur eben, für manche funktioniert auch das andere.

(Fortsetzung folgt).

Niederschrift eines mp3 Mitschnitts „Schweinehund-Podcast“ aus dem Yoga SeminarDen inneren Schweinehund überwinden – mit Yoga und Meditation„. Mit Sukadev Bretz bei Yoga Vidya Bad Meinberg.

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