Verbundenheitsgefühl

swami sivananda65Manche Mütter beschreiben das bei der Geburt oder nach der Geburt, dieses schöne Gefühl der Verbundenheit mit dem Baby. Gut, es gibt auch manchmal andere Phasen. Mütter haben manchmal auch Erfahrungen, wo sie erschrecken, so fremd ist dieses Bündel dort. Oder mir haben mal Mütter gesagt, die meisten Mütter haben mal Phasen, wo sie ganz andere Gedanken gegenüber dem Kind haben und machen sich ein schlechtes Gewissen, brauchen sie nicht. Aber es sind eben auch diese Erfahrungen der Liebe und viele… Wir haben ja hier im Haus auch inzwischen schon zwei Dutzend Kinder gezeugt. Also, wie viele gezeugt worden sind, weiß ich nicht, das könnten auch sehr viel mehr sein. Es gibt ja viele, die lernen sich hier kennen. Aber es gibt jedenfalls so zwei oder drei Dutzend Kinder, die entweder hier im Haus auf die Welt gekommen sind oder von Eltern, die im Haus gewohnt haben. Die beschreiben dann gerne, es war ihre spirituellste Erfahrung, der Moment der Geburt und dann diese Liebe für dieses Kind oder die Momente danach oder die Stunden danach. Sowohl Mütter als auch Väter erzählen das. Also, es ist letztlich Karma Yoga, durch Liebe zu einem anderen Wesen, die Verbundenheit mit allem. Frisch Verliebte spüren das oft. Die Liebe zu einem Menschen führt irgendwo plötzlich dazu, zu einer Liebe, zu Gottesliebe überall. Oder natürlich auch, wenn die Liebe reift, die ist ja auch nicht nur exklusiv, im Sinne von, nur dort, sondern über die Liebe zu einem Menschen, Liebe zur ganzen Welt. Gut, natürlich, wir tun etwas für einen anderen Menschen, für mehrere Menschen, für eine gute Sache, wir tun es uneigennützig. All das sprengt die Grenzen unseres Egos und führt dann zu einer spirituellen Weite und Liebe. Swami Vishnu hat auch gerne gesagt, und Karma Yoga muss auch dazu führen. Nicht muss im Sinne von ethischem Muss, ansonsten bist du schlecht, sondern damit es wirklich Karma Yoga ist, muss es zu einer Erweiterung des Herzens führen. Nur tun, ohne Liebe, ist auch schon gut, schafft uns vielleicht gutes Karma, aber spirituell wertvoll ist es dann, wir tun etwas, wir tun etwas mit Liebe, und es erweitert unser Bewusstsein. Und da gibt es auch wieder einiges, was man da machen kann, dass das Tun dorthin führt. Oder ein zweiter Aspekt des Karma Yoga, wie Karma Yoga zu einer spirituellen Erfahrung führt, ist, das, was man tut, so gut tun, wie man kann, mit ganzem Herzen, ohne an das Ergebnis und ohne an die Früchte zu denken. Und das führt zu dem, was heute als das Flow-Erlebnis bezeichnet wird, man ist irgendwo ganz in der Tätigkeit drin. Wenn man ganz in der Tätigkeit drin ist, ist es eine spirituelle Erfahrung. Manche Menschen erleben das in Extremsituationen, manche Wettkampfsportler erfahren das, manche Marathonläufer erfahren das. Ich weiß nicht, ob jemand von euch Joggen gewohnt ist. Ich glaube, nach einer Dreiviertelstunde kann dann manchmal so ein Flow-Erlebnis kommen, wenn das Denken irgendwo aufhört und man nur noch im Hier und Jetzt ist. Fahrradfahrer erfahren das manchmal. Gestern oder vorgestern hat mir das so einer erzählt. Seine ersten spirituellen Erfahrungen waren, er hat sich auf Radsport vorbereitet und er hat für die Niedersachsen-Meisterschaften trainiert als Jugendlicher und dann ist er jeden Tag drei Stunden Fahrrad gefahren und sonntags bis zu sechs Stunden. Und nach eineinhalb Stunden waren die Gedanken weg.

– Fortsetzung folgt –

Dies ist die 8. Folge der unbearbeiteten Niederschrift eines Mitschnitts eines spirituellen Retreats mit Sukadev Bretz im Yoga Vidya Ashram Bad Meinberg. Für die Erläuterung der Sanskrit Ausdrücke kannst du nachschauen im Yoga Wiki. Hier ein paar weiterf´ührende Links:

Umfangreiche Infos zur Yogalehrer Ausbildung

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