Wir wissen nicht wirklich was die Zukunft bringt

1adMan muss jetzt nicht verantwortungslos handeln, aber man muss sich jetzt auch nicht massivste Gedanken machen, dass man möglichst viel für das Alter zurücklegt und ständig Sicherheit. Das ist nicht wirklich wichtig. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass alles, was man jetzt für das Alter anlegt, in vierzig Jahren unbedeutend ist, jetzt für die Jungen. Vielleicht gibt es dann auch überhaupt kein Geld mehr. Und wer weiß, wie es sein wird. Was ist jetzt wirklich wichtig? Da kommen wir auf Dharma und Moksha. Zum einen, wirklich wichtig, Moksha, die Verwirklichung unserer wahren Natur. Es wird niemanden geben, der am Ende seines Lebens zwanzig Jahre oder vierzig Jahre meditiert hat und sagt: „Die Meditation war die überflüssigste Zeit meines Lebens.“ Das wird niemand sagen. Menschen werden im Gegenteil sagen: „Die Meditation war mit die wertvollste Zeit des Lebens.“ Und wenn ihr tiefe spirituelle Erfahrungen hattet, werdet ihr das als das Wertvollste dort ansehen. Und tiefe spirituelle Erfahrungen gehen oft auch einher mit tiefen Einsichten für etwas, was zu tun ist, oder Verständnis oder mit Liebe, Bewusstseinserweiterung. Daher, das Wichtigste ist, Swami Sivananda sagt es immer: „Goal of life is self-realisation.“ Es gibt so mehrere Lieder, die er dort immer wieder gesungen hat. Und immer wieder, wenn ihr Bücher von Swami Sivananda lest, im Grunde genommen läuft es immer darauf hinaus: „Sei dir bewusst, das Wichtigste ist Gottverwirklichung und Selbstverwirklichung.“ Vom yogischen Standpunkt her nicht. Es heißt: „Aham Brahmasmi. Die Tiefe des Selbst ist eins mit dem Göttlichen.“ Aber Menschen mögen philosophisch unterschiedlich das ansehen. Und wir brauchen jetzt nicht über Philosophie zu streiten oder zu diskutieren. Manche von euch haben ja auch das Seminar mitgemacht „Indische Schriften und Philosophiesysteme“, sei es im Rahmen der zweijährigen Yogalehrerausbildung im Zentrum, sei es im Rahmen einer Yogalehrerweiterbildung. Yoga kann durchaus praktiziert werden von unterschiedlichen Philosophiesystemen her und für manche ist es Gottverwirklichung oder Gott-Nähe und Erlösung, die Buddhisten nennen es dann Nirwana und im Vedanta nennen wir es eben Atma Sakshatkara, Verwirklichung des Selbst, Selbstverwirklichung, oder Brahma Sakshatkara, Verwirklichung von Brahman, dem Höchsten. Und jetzt könnt ihr auch wieder überlegen, viele von euch sind damit vertraut, viele von euch haben mindestens mal gedacht: „Das ist ja eigentlich tatsächlich wertvoll.“ Die meisten von euch werden tief im Hintergrund sagen: „Ja, das ist das Wichtigste, worum es im Leben geht.“ Jetzt könnt ihr mal nachdenken: Und wie viel Zeit und Energie steckt ihr in dieses Ziel hinein? Wie viel Minuten am Tag für die Praktiken? Wie viel Tage und Wochen, die ihr dem besonders widmet im Jahr? Und wie sonst ist euer Lebensstil darauf ausgerichtet?

– Fortsetzung folgt –

Dies ist die 15. Folge der unbearbeiteten Niederschrift eines Mitschnitts eines Workshops von Sukadev Bretz in der Yoga Vidya Yogaschule Essen. Für die Erläuterung der Sanskrit Ausdrücke schaue nach im Yoga Wiki. Hier ein paar weitere Links:

Umfangreiche Infos zur Yogalehrer Ausbildung

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