Traumbewusstsein

1aaIch habe das mal eine Weile genau wissen wollen: Träume ich im Traum, dass ich träume? Mir ist irgendwann mal gelungen, dass ich mich an einen Traum erinnert habe, den ich im Traum gehabt habe. Und dann wollte ich noch rauskriegen, ob ich im Traum, den ich im Traum gehabt habe, nochmal geträumt habe. Aber so weit habe ich es nicht geschafft, dass ich mein Traumbewusstsein so programmieren kann, dass ich im Traum des Traumes versuche, zu erinnern, ob ich im Traum des Traumes träume. Ok, wer erschafft die Maya? Im Bhakti würden wir sagen, Gott erschafft sie als ein Lila. Dann gibt es noch die Sankhya Philosophie und wenn euch das interessiert, könnt ihr mal „Indische Schriften und Philosophiesysteme“ das Wochenende mitmachen oder die 9-tägige Weiterbildung A1, wo ihr auch noch ein bisschen darüber hören könnt. Da gibt es Purusha und Prakriti. Purusha, das Bewusstsein an sich. Prakriti, die Natur. Und Purusha geht in die Welt, um Erfahrungen zu machen und die Kräfte zu erfahren, die in ihm selbst und in der Natur sind. Und so geht Purusha, das Bewusstsein, in die Welt, letztlich kann man sagen, um etwas zu erleben und nachher wieder zurückzukehren. Da könnt ihr so ähnlich sagen: Warum geht man in einen Kinofilm? Um was zu erleben. Und irgendwann muss man wieder aus dem Kinofilm herausgehen. Angenommen, man ist jetzt im Kino und in Amerika gibt es solche Kinos, wo alle zwei Stunden ein neuer Film beginnt, 24 Stunden lang. Und es gibt dort auch, da kann man so lange drinbleiben, wie man will. Ich glaube, in New York war das mal gewesen. Da geht man rein und dann kann man einen Film nach dem anderen anschauen, man kann den ganzen Tag drinbleiben, wenn man will. Man darf nur den Raum nicht verlassen. Wenn man den Raum verlässt… Man kann auch aufs Klo gehen, man kann auch zwischendurch was kaufen, weil die dort reingehen und einem irgendwas verkaufen. Und irgendwann will man aber doch rausgehen. Irgendjemand hat mir mal erzählt, er hat zwei Tage lang in dem Kino verbracht und zwischendrin auch darin geschlafen. Und er hat dann irgendwo, in den zwei Tagen war er in vierundzwanzig Kinofilmen drin. Er hat aber nicht alle mitgekriegt. Irgendwann muss man doch raus. Und so ähnlich, wir erleben was, irgendwann wollen wir rausgehen. Und jetzt könnte es aber sein, angenommen, man geht immer wieder in den gleichen Kinofilm, dass man sich irgendwann identifiziert, so sehr, dass man nicht mehr weiß, wer man ist. Und dann identifiziert man sich mit irgendeiner Kinogestalt. Denn es ist ja so, wenn wir in einen Kinofilm gehen, identifizieren wir uns ja mit einer Hauptperson. Angenommen man geht in – ich glaube, momentan Harry Potter gehört zu den erfolgreichen Kinofilmen und es gibt ja inzwischen acht Filme oder so ähnlich oder neun. Ich glaube, beim letzten gibt es zwei Teile. Und da kann man sich dann gut damit identifizieren. Und angenommen, man geht dort jeden Tag in den nächsten rein, irgendwann denkt man vielleicht, man ist Harry Potter. Dann erzählt man irgendwo Accio Besen oder irgend so etwas. Ich habe die Bücher gelesen, aber die Filme nur zwei davon geguckt. Kinder machen das toll vor, die identifizieren sich dann richtig. Aber angenommen, Kind identifiziert sich so sehr, dass es nachher nicht mehr normal funktionieren kann, wäre dann nicht so gut. Das Leben holt einen dann doch ein. Aber in irgendwelchen Anstalten gibt es Leute, die sich mit irgendwas anderem da identifizieren. Gut, und wir sind jetzt halt hier, und sind eigentlich da, um Erfahrungen zu machen, und identifizieren uns damit und jetzt müssen wir dafür sorgen, es wird Zeit, da mal wieder rauszugehen.

– Fortsetzung folgt –

Dies ist die 18. Folge der unbearbeiteten Niederschrift eines Mitschnitts eines spirituellen Retreats mit Sukadev Bretz im Yoga Vidya Ashram Bad Meinberg. Für die Erläuterung der Sanskrit Ausdrücke kannst du nachschauen im Yoga Wiki. Hier ein paar weiterf´ührende Links:

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