Spirituelle Praxis im Alltag

swami sivananda58Spirituelle Entwicklung, Teil 17: Spirituelle Praxis im Alltag

Viveka, Unterscheidung zwischen Selbst und Nicht-Selbst. Natürlich auch Unterscheidung zwischen Ananda und Sukha, vorrübergehendem Vergnügen und tiefer Freude. Tiefe Freue ist nicht zu haben über, jemand spricht nett über einen, oder man kriegt was Gutes zu essen, oder man hat den neuesten Haarschnitt, neueste Kleidung, neueste Smartphone, neuesten Lidschatten oder neuesten Vorhang oder was weiß ich, was Menschen sich noch alles so vorstellen, was sie brauchen. Kleines Glück ist ok, wir freuen uns an Gottes Schöpfung. Aber nicht das Ding ist schön, sondern Gottes Schöpfung ist schön. In dem Maße, wie wir uns erfreuen an Dingen, an Situationen, als Manifestationen des Göttlichen, ist das eine Freude ohne Verhaftung. Wenn wir aber denken: „Ich brauche das unbedingt. Und wenn ich das nicht haben werde, dann bin ich dauerhaft unglücklich. Nie mehr macht mein Leben einen Sinn, wenn das jetzt nicht so geht.“ Das ist Verrücktheit. Sat-Asat-Viveka, Unterscheidung zwischen dem Wahren und dem Nicht-Wahren. Oder auch Nidya-Anidya-Viveka gibt es auch noch mal, Unterscheidung zwischen dem Ewigen und dem Vergänglichen. Nidya-Anidya – ist gar nicht so schwierig. Was ist vergänglich? Alles Wahrnehmbare, alles außer dem Selbst. Und was ist unvergänglich? Das Selbst, das Bewusstsein, das Göttliche an sich. Das ist eigentlich die einfachste, oder? Sehr einfach. Nur, es ist auf der einen Seite einfach, auf der anderen Seite nicht so einfach, denn wir hängen ja trotzdem an den Dingen. Wenn etwas mal so schön ist, dann sollte das doch bleiben, oder? Das geht auch mir im Ashram so. Es gibt ab und zu mal Zeiten, da ist alles gut organisiert und koordiniert und jeder macht seine Aufgabe gut. Jetzt sollte die Leute doch einfach ihre Aufgabe machen und nicht wieder auf verrückte Ideen kommen. Und dann denkt irgendjemand, er will das Team wechseln oder irgendwo braucht er eine Veränderung oder will ganz wo anderes hingehen, meint jetzt, er muss den Jakobsweg gehen. Und dann ist wieder alles durcheinander. Können die Leute nicht einfach mal so ein paar Monate tun, was zu tun ist, und fertig und Ruhe ist, dann könnte wir alle in Ruhe meditieren und müssten nicht ständig in jeder Bereichsleitersitzung wieder schauen, wo wir ein Loch stopfen. Und je mehr Menschen es sind, umso schwieriger wird es dann. Denn selbst wenn dann zwanzig Teams – ich glaube, wir haben inzwischen zwanzig Teams – wenn von den zwanzig Teams siebzehn ihre Arbeit gut machen, drei sind irgendwo durcheinander und über die spricht man dann. Und da muss man sich immer wieder vergegenwärtigen, Nidya-Anidya-Viveka, funktionierende Teams sind Anidya, vergänglich. Brahman ist Nidya, ewig. Genauso auch Satya-Asatya oder Sat-Asat-Viveka, was wirklich ist und unwirklich. Letztlich, die Welt zu sehen als voneinander getrennt, ist unwirklich. Die Welt zu sehen als Manifestation Gottes, ist wirklich. Also vieles in Viveka dessen wir uns immer wieder erinnern können und es wird dann auch praktisch. Dann Vairagya. Aus Viveka wächst Vairagya, Nicht-Anhaften. Viveka ist mehr vom Intellekt her, Vairagya ist mehr vom Gefühlsmäßigen her. Beide gehen miteinander einher. Wenn sie unterschiedlich sind, Viveka ist da, Vairagya nicht, dann sagt der Kopf eine Sache und das Herz eine andere Sache. Manchmal ist aber auch Vairagya da, aber Viveka nicht. Irgendwie der Kopf denkt anders. Aber das ist bei Aspiranten in Anfangsphasen, wo manchmal Menschen ein Weltbild haben, das nicht spirituell ist, aber ihr Herz sagt ihnen irgendwas ganz anderes. Also, Viveka, Vairagya, idealerweise sind sie irgendwo im Gleichgewicht. Mumukshutwa, tiefe Sehnsucht nach Befreiung. Das ist letztlich der andere Aspekt von Vairagya. Letztlich, Viveka, kann man sagen, ist intellektuell, verstandesmäßig, unterscheidungsmäßig, erkenntnismäßig. Und Mumukshutwa und Vairagya sind emotional. Unsere Emotionen sind immer polar: „Das mag ich, das mag ich nicht.“ Oder: „Davon bin ich angezogen, davon weniger. Und das tiefe Anziehen ist von der Verwirklichung der höchsten Wahrheit, Mumukshutwa, und ich lerne, das andere für nicht mehr für so wichtig zu halten, Vairagya.“ Und aus dem Ganzen ergibt sich eine gewisse heitere Gelassenheit,

Fortsetzung folgt –

Dies ist die 100. Folge der unbearbeiteten Niederschrift eines Mitschnitts eines spirituellen Retreats mit Sukadev Bretz im Yoga Vidya Ashram Bad Meinberg. Für die Erläuterung der Sanskrit Ausdrücke kannst du nachschauen im Yoga Wiki. Hier ein paar weiterf´ührende Links:

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Warum wird Tryambakam für Verstorbene gesungen

1abaDas „Om Tryambakam“ ist eine Art Vielzweckmantra. Om Tryambhakam Yajamahe – dieser Teil besagt, Tryambaka heißt dreiäugig, Yajamahe heißt Verehrung. In diesem Teil heißt es: „Möge ich Zugang finden zu einer höheren Wirklichkeit.“ Sugandhim Pushtivardhanam heißt, der gute Ausstrahlung hat und sich um das Wohl aller kümmert. In diesem ist es ein Heilmantra für alle Wesen. Wir können also uns besonders auf diese zweite Zeile konzentrieren, wenn wir Heilenergie Menschen schicken wollen. Sugandhim Pushtivardhanam – in dieser Zeile ist diese besondere Heilkraft. Auf die kann man sich besonders konzentrieren, wenn man Heilkraft schicken will. Urvarukamiva Bandhanan – und das heißt Lösen von Bindungen. Diesen Teil sagt man für die Verstorbenen, dass sie sich lösen von Bindungen an das, was in dieser Welt ist. Mögen Verstorbene einen guten Übergang haben zu den höheren Welten und mögen die Hinterbliebenen von den Bandhas, von den Bindungen an die Verstorbenen, freikommen. Also in diesem dritten ist ausgedrückt, möge man in höhere Ebenen gut gehen. Das sagt man für Verstorbene, dass sie eben loslassen können, dass sie einen guten Übergang finden in die höheren Welten, und dass auch die Hinterbliebenen loslassen können, dass auch sie wieder Frieden finden können. Und dann, Mrityor Mukshiya Maamritat, das ist der spirituelle Aspekt des Mantras, im Sinne von, mögen wir zur Unsterblichkeit finden, mögen wir Befreiung erreichen, mögen wir erfahren: „Ich bin Brahman.“ Also deshalb, ihr findet dort diese vier Aspekte und man kann sich beim Singen des „Om Tryambakams“ auf einen oder mehrere oder alle Aspekte konzentrieren. In diesem Sinne auch ist es für Geburtstag in jedem Fall geeignet, Zugang zu einer höheren Wirklichkeit, „. Om Tryambhakam Yajamahe“, Segen für Gesundheit und Psyche, „Sugandhim Pushtivardhanam.“ Wenn es in diesem Lebensjahr ansteht, etwas loszulassen, Urvarukamiva Bandhanan, mögen wir dazu die Kraft haben. Mrityor Mukshiya Maamritat. Es ist eigentlich so, die erste und vierte Zeile sind schon ähnlich, aber die vierte dann eben Verankerung im Unendlichen.

Fortsetzung folgt –

Dies ist die 86. Folge der unbearbeiteten Niederschrift eines Mitschnitts eines spirituellen Retreats mit Sukadev Bretz im Yoga Vidya Ashram Bad Meinberg. Für die Erläuterung der Sanskrit Ausdrücke kannst du nachschauen im Yoga Wiki. Hier ein paar weiterf´ührende Links:

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Keine Idendifikation

vivekanandaDer Jnana Yogi würde sagen: „Aham Brahmasmi. Ob ich jetzt Hochenergiephase oder Niedrigenergiephase, ob ich euphorisch bin oder nicht euphorisch, ob die Wirbelsäule warm ist und man unter Strom steht oder eher insgesamt müde ist, egal, welche Motive man hat oder nicht hat, ich bin das unsterbliche Selbst, ich identifiziere mich nicht damit und dann mache ich trotzdem das, was richtig ist.“ Aber es hilft manchmal, um etwas zu verstehen, indem man künstlich Unterschiede aufbaut. Wir vertreten ja hier in der Tradition von Swami Sivananda den ganzheitlichen Yoga und da hilft mal das eine und mal das andere. Und letztlich gerade über diese Bewusstseinserweiterungserfahrungen hilft es, zu einer besseren Jnana-Yoga-Erkenntnis zu kommen. Wenn man dann diese Bewusstseinserweiterungserfahrungen übt durch Jnana Yoga und sich so tatsächlich zu Einsicht und Erkenntnis bringen lässt, dann hilft sie einem auch dann, wenn  man mal nicht so praktizieren kann oder die Praktiken aus unerfindlichen Gründen nicht mehr so wirken, wie man gedacht hat, dass sie immer und auf Dauer wirken müssten. Und wenn wir einmal über Praktiken unser Herz geöffnet haben, fällt es leicht, dass in Gottesliebe überspringen zu lassen. Wer durch intensive Hatha Yoga Praxis mal so eine Herzensöffnung hat und dann irgendwie das Gefühl hat, „ich will die ganze Welt umarmen“, dann plötzlich spürt man Gottes Gegenwart und das geht vielen so, die vorher sich als Atheisten bezeichnet haben, plötzlich haben sie eine Erfahrung, die kann man nur mit Gottesliebe interpretieren. Dann ist Bhakti da. Und diese Bhakti kann dann bleiben und kann sich mit Jnana verbinden und dann haben wir letztlich alles zusammen.

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Dies ist die 81. Folge der unbearbeiteten Niederschrift eines Mitschnitts eines spirituellen Retreats mit Sukadev Bretz im Yoga Vidya Ashram Bad Meinberg. Für die Erläuterung der Sanskrit Ausdrücke kannst du nachschauen im Yoga Wiki. Hier ein paar weiterf´ührende Links:

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Segen kann man auf verschiedene Weisen geben.

1awqWir hatten heute Morgen so gesprochen von eigenartigen Geschichten im Alten Testament. Da gab es ja die eine komische Geschichte zwischen Abraham und Isaak. Es gibt ja auch eine komische Geschichte, Isaak und Jakob. Der Jakob wollte den Segen von Isaak bekommen. Und der Isaak mochte aber den Esau lieber, also hat der Jakob sich verkleidet, er hat sich ein Fell übergezogen, weil der Isaak war irgendwo blind gewesen, aber der Esau hatte anscheinend mehr Haare als der Jakob. Und so hat er dann den Segen sich erschlichen vom Isaak. Jetzt mag man auch Verschiedenes dort sehen. Man kann eines sehen, wie wichtig der Segen ist für Kinder, dass sie ihn sich notfalls erschleichen wollen. Wenn ihr Eltern seid, dann gebt euren Segen euren Kindern. Und ihr könnt selbst noch überlegen, ob ihr vielleicht irgendwo freizügig sein könnt mit eurem Segen.

Teilnehmer: „Ich habe das so verstanden, dass er ihm den Segen irrtümlicherweise gegeben hat, weil er nicht kapiert hat, dass es der falsche Sohn ist, und dass er dann gesagt hat, für den Sohn, den er ja eigentlich viel lieber gehabt hat, „ich habe jetzt keinen mehr“. Das habe ich nie verstanden, dass da eigentlich, nachdem der Irrtum aufgeklärt war, wo ich dann denke, warum der Hahn dann zu ist. Aber vielleicht muss man das auch gar nicht verstehen.“

Ich muss zugeben, das gehört auch zu den Teilen, die ich jetzt auch nicht verstehe. Ich vermute, dass kaum ein Pfarrer das wirklich versteht. Was aber auch heißt, wir müssen nicht immer alles verstehen. Wir können auch manchmal sagen, auch diese Großen in der religiösen Geschichte sind manchmal Irrtümern unterlegen. Und vielleicht kann es uns einen Trost geben, so würde es der jetzt pensionierte Gemeindepfarrer interpretieren. Er würde sagen, die waren alle sehr menschlich im Alten Testament und extrem menschlich und sie wurden überzeichnet, um das Leben plastisch zu machen. Und es sollte uns als kleine Gläubige ein Trost sein, dass selbst der große Issak, selbst der große Jakob, selbst der große Abraham hahnebüchene Sachen gemacht haben. Und sie hatten tiefe Hingabe zu Gott und trotzdem haben sie unglaubliche Dummheiten gemacht, ethisch Verwerflichstes. Wir sollten nicht das ethisch Verwerfliche nachahmen, wir sollten uns darin üben, Hingabe zu Gott zu üben und natürlich versuchen, ethisch zu leben, aber wissen, als Menschen sind wir unvollkommen. Vielleicht ist das gerade die Größe der Schriften, dass sie uns eben nicht nur einen Buddha zeigen, nicht nur einen Jesus und Sivananda zeigen, sondern auch sehr menschliche Gestalten, wie einen Arjuna, wie einen Jakob, Isaak, wie einen David, der große König, oder Salomon, so verehrt, aber Sachen gemacht, unmöglich. Die würden heute ganz schnell abgewählt oder ins Gefängnis gesteckt, der Staatsanwalt würde sofort ermitteln. Unser letzter Präsident war dort ein Unschuldslamm dagegen. Aber wir sollten dann eben nicht nachahmen, was die Schlimmes gemacht haben, sondern wir sollten uns bemühen, das Gute zu machen, Hingabe zu üben, und zu wissen, wir machen auch manchmal Fehler. Und letztlich, das wäre jetzt die christliche Interpretation, Gott liebt uns, selbst wenn wir Fehler machen. Von daher, ich würde das einfach nur als einen Irrtum von Isaak ansehen. Und er ist deshalb sehr menschlich, dass er mit irgendeinem Irrtum dort behaftet war. Aber vermutlich würde irgendein Religionskenner sagen, dass da in damaliger Zeit irgendwas üblich war und vielleicht nur ein Sohn den Hauptsegen des Vaters kriegen konnte, man könnte sagen, dass war dann eben ein Irrtum der damaligen Religion. Heute ist das auch unter Juden nicht üblich, dass nur ein Segen weitergegeben werden kann, sondern im Gegenteil, Vater gibt dem Sohn und Mutter dem Sohn den Segen an alle Söhne und Töchter weiter.

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Dies ist die 71. Folge der unbearbeiteten Niederschrift eines Mitschnitts eines spirituellen Retreats mit Sukadev Bretz im Yoga Vidya Ashram Bad Meinberg. Für die Erläuterung der Sanskrit Ausdrücke kannst du nachschauen im Yoga Wiki. Hier ein paar weiterf´ührende Links:

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Bewusstseinsübungen im Yoga

abc40Mit Bewusstseinsübungen kannst du Zugang finden zu anderen Ebenen des Bewusstseins. Mit Bewusstseinsübungen kannst du mehr herausfinden über die essentiellen Fragen des Menschseins: Wer bin ich? Was ist wirklich? Was ist der Sinn des Lebens?

Arten von Bewusstseinsübungen

Es gibt verschiedene Arten von Bewusstseinsübungen:

  • Achtsamkeitsübungen wie die Achtsamkeitsmeditation: Mit dieser Art der Bewusstseinsübung lernst du, ganz ins Hier und Jetzt zu kommen und schärfst so die Bewusstheit im Hier und Jetzt. Dies verhilft dir zu einem objektiveren Erleben und zu einem Lösen von automatisierten Reiz-Reaktions-Mustern
  • Bewusstseinserweiterungsübungen: Mit dieser Art von Bewusstseinsübung dehnst du dein Bewusstsein aus. Du erfährst dich als weites Bewusstsein, nicht mehr als begrenztes Bewusstsein
  • Bewusstseinsverbindungsübungen: Indem du dich mit anderen Wesen oder der Natur verbindest, fühlst du Einheit und Verbundenheit. Die Trennung verschwindet

Bewusstseinsübung Achtsamkeitsmeditation als Video

Die Achtsamkeitsmeditation ist eine besonders populäre Bewusstseinsübung: Du lernst, alles vorurteilsfrei in der Gegenwart wahrzunehmen. Indem du so ganz in der Gegenwart bist, wirst du frei von Reiz-Reaktions-Mustern, von automatisierten Flucht-Kampf-Mechanismen. Mit den Achtsamkeits-Bewusstseinsübungen kommst du aus zwanghaften Gedanken und Grüblerei aus. Mit dem durch Achtsamkeitsmeditation geschärften Bewusstsein wirst du auch das, was im Alltag geschieht, genauer, schärfer, wahrnehmen können. Hier ein Beispiel der Bewusstseinsübung Achtsamkeitsmeditation als Video:

Ausdehnungsmeditation als Bewusstseinsübung

Eine weitere Meditation aus der Gruppe der Bewusstseinsübungen ist die Ausdehnungsmeditation. Durch die Ausdehnungsmeditation lernst du, weg zu kommen von der Identifikation mit dem physischen Körper. Du spürst dich selbst als erweitertes Bewusstsein. Die Ausdehnungsmeditation ist eine besonders effektive Bewusstseinsübung, mit der du erfährst, dass Bewusstsein nicht beschränkt sondern potentiell unendlich ist. Aus gutem Grund gibt es im Deutschen keinen Plural von Bewusstsein: Denn es gibt nur ein unendliches Bewusstsein, das sich auf so viele verschiedene Weisen ausdrückt. Hier ein Video mit der Bewusstseinsübung “Ausdehnungsmeditation”:

Bewusstseinsübung Ausdehnung – machtvolle Yoga Übungen

Hier die Niederschrift eines Vortrags, in dem Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya, die Ausdehnungs-Bewusstseinsübungen erläutert. Denn Bewusstseinserweiterung kommt nicht immer einfach so von selbst. Du kannst Übungen praktizieren, insbesondere Bewusstseinsübungen, um so das zu erfahren, was wirklich ist. Hier also die Worte von Sukadev zum Thema Bewusstseinsübungen:

Yogis sagen, es gibt eine Möglichkeit, dich auszudehnen. Eigentlich brauchst du dich nicht ausdehnen, weil du bist auf deiner Bewusstseinsebene eins mit der Weltenseele. Du bist verbunden mit allen Wesen überall. Und du brauchst nur zu verwirklichen, wer du wirklich bist, und dann hast du diese Ebene erreicht. Und auf einer anderen Ebene, was einen dann auch befriedigt, bevor wir jetzt dieses Höchste erreichen, und realistisch gesehen ist es nicht ganz so schnell, dass man Nirvikalpa Samadhi erreicht und Satchidananda dauerhaft verwirklicht. Alles, was wir tun, um uns mit Menschen verbunden zu fühlen, mit Menschen verbunden zu fühlen, mit der Natur verbunden zu fühlen, irgendwo verbunden zu fühlen, all das ist das, was im Leben wirklich zählt und befriedigt. Das, was einen von anderen trennt, ist nicht das, was einen befriedigt und was einem dauerhaft Freude bereitet. Das, was einen verbindet, daher dieses Sat. Und wir können auch sagen, immer wieder kleine Bewusstseinserweiterungsübungen. Da gibt es ja viele im Yoga, in der Meditation, in den Asanas, wenn wir einen Baum sehen. Auch in Essen gibt es Bäume, wenn auch Essen zu den Städten in Deutschland gehört mit weniger Bäumen, mindestens in manchen Teilen, aber im Süden und im Norden sind dann auch wieder sehr viel mehr. Aber selbst eine Zimmerpflanze, sogar eine graue Häuserwand, wir können unser Bewusstsein dorthin ausdehnen. Wir können uns lösen von unserem Bewusstsein und das ist etwas, was wir immer wieder tun können. Ich komme da nochmal mehr drauf, wenn ich auf Ananda zu sprechen komme.

– Fortsetzung folgt –

Dies ist die 7. Folge der unbearbeiteten Niederschrift eines Mitschnitts eines Workshops von Sukadev Bretz in der Yoga Vidya Yogaschule Essen. Für die Erläuterung der Sanskrit Ausdrücke schaue nach im Yoga Wiki. Hier ein paar weitere Links:

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Gebe deinen Segen

1adVom Yogisch-Psychologischen, vom Yogischen, Spirituell-Psychologischen her, ist es etwas Gutes, Menschen, die einem nahestehen, für das, was sie tun, den Segen zu geben. Und Eltern sollten ihren Kindern ihren Segen geben, dann können die Kinder freier weitergehen. Natürlich, man wird nicht unbedingt für alles seinen Segen geben logischerweise, aber man sollte ihn freizügig geben. Und dann natürlich auch, der Meister segnet seinen Schüler. Auch das. Ein Meister kann den Segen geben, einen kleinen Segen und auch einen großen Segen. Und es gibt so in der Bibel: „Ihr sollt Segen empfangen und ihr sollt ein Segen sein.“ Das heißt auch, wenn wir spirituell praktizieren, wenn ihr spirituell praktiziert, dann wird eure Gegenwart an sich schon ein Segen sein. Es heißt, ein spirituell Praktizierender ist ein Segen sieben Generationen davor und danach. Segen heißt also, eine positive Kraft auch, die man auch an seine Vorfahren schicken kann und auch an die später. Das heißt es sowohl im Alten Testament als auch in der Manu-Smriti als auch in der Bhagavatam, also in verschiedenen Schriften steht dort etwas Ähnliches drin. Sieben Generationen, das ist schon viel. Das ist der Vater, Großvater, Urgroßvater, Ururgroßvater, Urururgroßvater, Ururururgroßvater, Urururururgroßvater, irgendwie im 18. Jahrhundert vermutlich, vielleicht auch 19. Jahrhundert, je nachdem, wie schnell die Generationenfolge war. Gut, ob das jetzt wörtlich zu nehmen ist, ist jetzt eine andere Sache, aber es heißt erst mal, davor, insbesondere, falls irgendjemand dort ein erdgebundener Geist ist. Wenn einer der Nachfahren spirituell praktiziert, eine starke spirituelle Ausstrahlung hat, dann gehen  die, die es nicht geschafft haben, in die höheren Welten zu gehen, zu dem Nachkommen, der spirituelle Energie ausstrahlt, und bekommen dann von dem die Kraft, in die höheren Welten hineinzugehen, aufgrund von Liebe. Letztlich die Liebe wird zur Segensenergie. Und die Liebe aufgeladen mit Prana durch spirituelle Praktiken und letztlich auch die eigene Verbindung zur Liebe Gottes, damit wird man selbst zum Segen. Oder auch die eigenen Eltern, die mögen zum Teil nicht gutheißen, dass man den spirituellen Weg geht, Vegetarier geworden ist und vielleicht nicht den bestbezahlten Job annimmt, sondern stattdessen einen, wo man irgendwo viel Gutes geben kann. Es kann auch ein sehr gut bezahlter Job sein, aber es kann eben auch nicht sein. Aber spätestens, wenn sie dann schwerer krank werden oder größere Katastrophen im Leben passieren, der, der auf dem spirituellen Weg ist, ist ein großer Trost für Eltern, Tanten, Onkeln, vielleicht zum Teil sogar Verwandten zweiten, dritten Grades, mit denen man gar nichts mehr zu tun hat. Irgendwo hören die, wenn irgendwas schwierig wird, dann denken sie daran: „Es gibt jemanden, der ist einen anderen Weg gegangen, den gibt es auch.“ Und es geht dann aber auch weiter, auch die Kinder.

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Dies ist die 65. Folge der unbearbeiteten Niederschrift eines Mitschnitts eines spirituellen Retreats mit Sukadev Bretz im Yoga Vidya Ashram Bad Meinberg. Für die Erläuterung der Sanskrit Ausdrücke kannst du nachschauen im Yoga Wiki. Hier ein paar weiterf´ührende Links:

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Meditation ist die wichtigste spirituelle Praxis

sukadev,,,,,Die Mantra-Weihe ist ein besonders wichtiges Ritual, weil die Meditation ist eigentlich die wichtigste spirituelle Praxis und das Mantra ist in unserer Tradition die verbreitetste Weise, zu meditieren. Es gibt auch andere, die anders meditieren, aber die Mehrheit wird als langfristige Haupttechnik die Mantrameditation wählen und da ist auch eine besondere Segensenergie dahinter und diese Meditation wird einfach tiefer, wenn man eine Einweihung dort bekommt. Deshalb, wir werden die Selbstverwirklichung letztlich in der Meditation erfahren und eine große Hilfe ist eben, dabei eine Meditationstechnik zu wählen, die besonders stark ist und dabei jedes Mal, wenn man meditiert, ist man dabei auch mit dieser Einweihungsenergie dabei. Und man kann, wenn man eingeweiht ist, diese Meditation dann auch besonders gut verbinden mit der Vorstellung, mit Gott oder mit den Meistern verbunden zu sein. Deshalb, Swami Vishnu hat sogar gesagt, von allen vier Einweihungen, die in unserer Tradition wichtig sind, ist die Mantra-Weihe die allerwichtigste, sogar wichtiger als Brahmacharya- oder Sannyas-Weihe, es ist einfach die wichtigste überhaupt. Jeden Tag hat sie eine Wichtigkeit. Jedes Mal, wenn wir ein Mantra wiederholen, jede Mantrawiederholung wird etwas effektiver, wenn wir eine Einweihung haben, noch effektiver, wenn wir uns dessen bewusst sind und uns bewusst verbinden.

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Dies ist die 63. Folge der unbearbeiteten Niederschrift eines Mitschnitts eines spirituellen Retreats mit Sukadev Bretz im Yoga Vidya Ashram Bad Meinberg. Für die Erläuterung der Sanskrit Ausdrücke kannst du nachschauen im Yoga Wiki. Hier ein paar weiterf´ührende Links:

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Spirituelle Namengebung

1avsDann gibt es die Namens-Weihe und in der Namens-Weihe wird nochmal die Verbindung zu den Meistern hergestellt und über den spirituellen Namen ist dort auch so etwas wie eine geistige Neugeburt, im Sinne, man kann leichter sich so von den alten Verhaftungen etwas mehr lösen und kann das neue Ideal, das ja ins Leben getreten ist, bevor man eine Manta-Weihe bekommt, dass dieses nochmal stärker wird. Dann gibt es noch Brahmacharya-Weihe. Das heißt, jemand, der für eine gewisse Zeit lang enthaltsam leben will und Schüler eines Meisters und einer Meistertradition konkret sein will, verpflichtet sich für eine gewisse Zeit, ich sage gerne, für mindestens drei Jahre, diese Gelübde so zu halten, sexuell enthaltsam zu leben, im Ashram zu leben und sich besonders auf den Meister einzustimmen. Das ist also dann eine Einweihung für diese konkrete Form der spirituellen Praxis. Und danach kann man sich entscheiden, entweder weiter Brahmachari zu sein oder wieder ein anderes Leben zu führen mit Partnerschaft oder wie auch immer man es führen will. Oder wenn man das dann weitere drei Jahre gemacht hat, kann man dann die Sannyasa-Diksha bekommen und das ist die Einweihung zum Swami. Und ein Swami ist dann Mönch oder Nonne, der das Gelübde ablegt für Enthaltsamkeit und letztlich Loslösen von allen Identifikationen und Loslösen von individueller Familie. Hier bei Yoga Vidya haben wir momentan zwei Brahmacharis und eine Swamini, die große Mehrheit geht den anderen Weg, aber natürlich, sehr viele nehmen Manta-Weihe und Namens-Weihe.

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Dies ist die 62. Folge der unbearbeiteten Niederschrift eines Mitschnitts eines spirituellen Retreats mit Sukadev Bretz im Yoga Vidya Ashram Bad Meinberg. Für die Erläuterung der Sanskrit Ausdrücke kannst du nachschauen im Yoga Wiki. Hier ein paar weiterf´ührende Links:

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Leben aus dem Göttlichen

swami s33Letztlich, Brahman ist Satyam, Shivam, Sundaram. Er ist Wahrheit und wenn Brahman Wahrheit ist, wenn wir dann lügen, wie können wir zu dieser höchsten Wahrheit kommen? Und letztlich, die Wahrheit kommt aus Leben aus Brahman heraus. Gut, jetzt noch ein paar Tipps für den Tag. Wir wollen ja alles, was wir machen, dann eben auch als Tipp für den Tag und ihr habt ja auch bei diesem spirituellen Retreat immer viel Zeit, das umzusetzen, längere Mittagspause als bei Intensivseminaren oder Aus- und Weiterbildungen. Und dort ist ein Konzept eben, über Konzentration zu Bewusstseinserweiterung zu kommen. Und dort wäre jetzt für heute die besondere Anregung, seid so viel wie möglich im Hier und Jetzt, ohne nachzudenken. Was also heißt, wenn ihr gleich die Yogastunde mitmacht, dann versucht, immer konzentriert zu sein, bei dem Atmen, bei der Empfindung der Dehnung, bei den Chakras, bei dem, was ihr macht. Wenn ihr esst, dann esst bewusst, spürt das Essen. Wenn ihr euch beim Essen unterhaltet – dann habt ihr zwar schon mehr als eine Sache – aber dann versucht, nicht gleichzeitig noch zusätzlich nachzudenken, sondern am besten, wenn ihr euch mit jemanden unterhaltet, versucht, ihn zu spüren, von eurem Herzen den anderen zu spüren. Das ist ja gerade ein großer Teil des Yoga Sutra, das ganze dritte Kapitel gibt Tipps, wie wir uns mehr konzentrieren können. Also, wir können, wenn wir mit einem Menschen zusammen sind, mit unserem Herzen sein Herz spüren. Wir können versuchen, seine Gedanken zu erfassen. Das muss nicht einfach nur Telepathie sein, sondern wenn ein Mensch spricht, wir können versuchen, ihn über die Sprache zu verstehen. Wenn ihr vielleicht dann zwischendurch spazieren geht, wenn ihr etwas seht, seht es bewusst, wenn ihr Vögel hört, versucht, sie mal bewusst zu hören. Wenn ihr geht, man kann dabei entweder eine einpünktige Konzentration oder eine ausgeweitete Konzentration üben.

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Dies ist die 60. Folge der unbearbeiteten Niederschrift eines Mitschnitts eines spirituellen Retreats mit Sukadev Bretz im Yoga Vidya Ashram Bad Meinberg. Für die Erläuterung der Sanskrit Ausdrücke kannst du nachschauen im Yoga Wiki. Hier ein paar weiterf´ührende Links:

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Einfühlungsvermögen

ammaGut, wie ist man jetzt Satya und Ahimsa gleichzeitig? Es ist schwierig, man kommt in einen Konflikt hinein. Wie kann man den lösen? Mit Maitri Bhava, mit Mitgefühl letztlich. Wir spüren, warum der oder die andere das macht, wir spüren uns selbst, wir spüren die Liebe, und dann wird einem eine interessante Antwort einfallen. Man kann sagen, „interessant“ oder „gewöhnungsbedürftig“, man hat wenigstens nicht gelogen, man hat aber auch nichts Verletzendes gesagt. Die erste Reaktion ist oft dann, „grässlich“, man hat aber Mitgefühl, und dann, indem man all das erkennt, warum macht die andere Person das, wo man sie doch vorher so gemocht hat, wie sie war. Und über dieses Mitgefühl ist wieder Bewusstseinserweiterung da. Ähnlich können wir auch wieder in Saucha, Reinheit, oder Santosha, Tapas usw.

Ich weiß jetzt nicht, in welche Gottesdienste du gegangen bist und welche christliche Literatur du gelesen hast. Es gibt schon sehr erhebende Interpretationen von diesen Versen. Man findet in der christlichen Literatur schon sehr viel mehr als jetzt einfach nur dieses Wörtliche. Alles bedarf natürlich der Interpretation, es bedarf des Lebens und am besten würde man, wenn man als spiritueller Mensch interessiert ist, spirituell zu wachsen, dann Interpretationen nehmen von Menschen, die es erfahren haben. Also, wenn man Bücher nimmt, würde man dann z.B. die Predigt von Meister Eckhart nehmen oder „Gespräche mit Gott“ oder die ganzen Johannes vom Kreuz, Theresa von Avila, „Die Nachfolge Christi“ von Thomas von Kempen, Thomas a Kempis, also, dort findet man die wichtigen Sachen. Die findest du jetzt nicht dort, wo Menschen religiös, aber nicht wirklich spirituell sind. Erinnert euch, am Anfang habe ich gesagt, es gibt religiöse Menschen, die sind spirituell, es gibt religiöse Menschen, die sind nicht spirituell, und es gibt spirituelle Menschen, die sind nicht religiös. Und wenn wir jetzt spirituell sind, das verbinden wollen mit einer Religion, dann gilt es, aus der Religion eben das zu nehmen, was von spirituellen Menschen stammt, die gesagt haben: „Ich habe Gott tatsächlich erfahren.“ Nicht von Menschen, die eben sagen: „Ja, glaube nur das Richtige und dann wirst du nach dem Tod schon in den Himmel kommen. Aber in diesem Leben, ich habe Gott nicht wirklich erfahren, aber Gott hat Gebote gegeben, halte die, dann wirst du die Verwirklichung erreichen.“ Also, hier müssen wir schauen, wenn wir spirituelle Tiefe erfahren wollen, dann gilt es, sich an die Menschen zu richten oder von den Menschen zu lernen, die diese spirituelle Tiefe erreicht haben. Und die gibt es wieder in allen Religionen. Aber es gibt Anhänger von Religionen, die verrückte Geschichten sagen. Und es gibt Anhänger von Religionen, die Sachen sagen, die eben nicht zur spirituellen Erfahrung führen. Also hier, die Yamas und die Niyamas sind zu verstehen als Praktiken, um dem Geist wacher zu machen, konzentrierter zu machen und zur Bewusstseinserweiterung zu führen. Und das ist immer das, womit wir dann auch umgehen. Wenn wir sagen, „ich will Ahimsa verwirklichen“, ist es nicht, „du sollst Ahimsa üben“, sondern im Sinne von: „Übe Ahimsa, Konzentriertheit, erweiterte Bewusstheit und Einheitserfahrung.“ „Du sollst nicht lügen“ oder „du sollst wahrhaftig sein, Satya“, nicht als ein Gebot, „ansonsten kommst du in die Hölle“, sondern als eine Hilfe, wie wir zur Bewusstseinserweiterung kommen können.

Fortsetzung folgt –

Dies ist die 59. Folge der unbearbeiteten Niederschrift eines Mitschnitts eines spirituellen Retreats mit Sukadev Bretz im Yoga Vidya Ashram Bad Meinberg. Für die Erläuterung der Sanskrit Ausdrücke kannst du nachschauen im Yoga Wiki. Hier ein paar weiterf´ührende Links:

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