Stecke Gedankenkraft hinein – dritter Raja Yoga Tipp zur Umsetzen von Vorsätzen

Das nächste wäre – darauf hat die Rafaela so ein bisschen dort abgezielt – das ist eben die Gedankenkraft hineinstecken. Und z.B. kann man jetzt, wenn wir erst mal ganz abstrakt dort sind, kann man dort auch einfach die Willenskraft an sich entwickeln. Das liegt jetzt nicht jedem, also es klingt in der heutigen Sprache zum Teil ein bisschen komisch, wenn man sagt, „mein Wille ist stark, rein und unbesiegbar, ich vermag alles durch meinen Willen, ich habe einen unendlichen Willen“ oder „mit jedem Tag wird meine Willenskraft stärker“. Wenn ihr merkt, „das fühlt sich gut an, das würde ich gerne wiederholen“, dann wäre das etwas, was ich euch empfehlen würde, wenn ihr morgens aufwacht und wenn ihr abends einschaft oder am Ende der Meditation oder am Ende der Tiefenentspannung, dort könnt ihr wiederholen, „mein Wille ist stark usw.“ Da gibt es auch ein schönes Buch von Swami Sivananda, das nennt sich „Erfolg im Leben und Selbstverwirklichung“, das gibt es auch im Shop und dort könnt ihr davon einige Anregungen noch nehmen. Angenommen, das klingt für euch schal und komisch, dann lasst es sein und beschränkt euch auf die anderen Tipps. Aber wir können, indem wie sagen, „mein Wille ist stark, rein und unbesiegbar, ich vermag alles durch meinen Willen, ich habe einen unüberwindlichen Willen“, damit wird die Willenskraft auch stärker. Dann fließt praktisch Energie in die Buddhi selbst und wenn die Buddhi stärker wird, dann könnt ihr mit allem anderen leichter und besser umgehen. Das nächste, was natürlich auch ist, auch für die Willenskraft, ist die Klarheit des Entschlusses. Was heißt, wenn ihr euch für etwas entschieden habt, dann macht man es auch. Also, wenn ihr euch für etwas entschieden habt und das eben so auch gemacht habt, dann seid euch nochmal bewusst, „ja, das und das ist gut und das und das will ich machen und dann setze ich es auch um“.

(Fortsetzung folgt).

Niederschrift eines mp3 Mitschnitts „Schweinehund-Podcast“ aus dem Yoga SeminarDen inneren Schweinehund überwinden – mit Yoga und Meditation„. Mit Sukadev Bretz bei Yoga Vidya Bad Meinberg.

Raja Yoga Tipp: Nimm dir Kleines vor – das kann wachsen

Und dort würde ich auch eben wieder sagen – das ist zwar ähnlich wie hier – Kleines vornehmen. Und auch mein Tipp ist: zeitlich beschränken. Nehmen wir mal an, dieses Beispiel Krähe. Das könnte in das erste reingehören, aber beim zweiten gilt es auch, irgendwas, was man mag. Und da durchaus auch noch ein drittes. Zuerst, was einem leicht fällt. Wir geben uns selbst die Hausaufgaben hier. Also z.B. angenommen, für euch ist jetzt Asanas-Üben relativ neu. Dann würdet ihr euch Kleines vornehmen und überlegen, „wie viel Zeit hätte ich?“ Und dann denkt ihr: „Ja, eine Dreiviertelstunde geht schon.“ Und wenn ihr das erst mal so denkt, wäre mein Tipp, nachdem ihr das so gedacht habt, dann halbiert das. Und dann sind es eben zwanzig Minuten. Und ihr könnt auch sagen, mindestens zwanzig Minuten. Angenommen, ihr sagt, „eine halbe Stunde habe ich“, dann sagt, „ok, zehn Minuten mache ich“. Man kann ja auch mehr machen, aber man nimmt sich etwas vor, was klein ist. Und dann zeitlich beschränken. Nicht sagen, „für den Rest meines Lebens“ und auch nicht, „bis zum Ende dieses Jahres“, sondern zeitlich beschränken hieße, „z.B. im Januar“. Gut, Januar ist jetzt schon fast vorbei, also könntet ihr sagen, „eine Woche lang oder bis Ende Februar“. Zeitlich beschränkt. Und dann zuerst, was einem leicht fällt. Dann überlegt ihr: Was von dem, was ihr an diesem Wochenende gemacht habt, fällt euch leicht? Und vielleicht ist das die Tiefenentspannung, vielleicht sind es zwei, drei Asanas und dann sagt ihr: „gut, das mache ich zunächst“. Und dann gilt es, das auch wirklich umzusetzen. Und dann kann man schrittweise weiter vorgehen. Das sind zwei Tipps.

(Fortsetzung folgt).

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Entwickle Willenskraft – um deine Vorsätze umzusetzen

Und jetzt vielleicht erst, bevor wir auf die einzelnen Sachen eingehen, doch nochmal, diese Fähigkeit der Willenskraft kann man entwickeln. Das mag jetzt so sein, das wird immer so sein, vieles, was ich euch sage, wird für einige interessant sein und für andere nicht interessant sein. Deshalb auch wieder der Tipp, falls jetzt das, was ich sage, euch nicht liegt, dann achtet vielleicht darauf, wann wieder etwas kommt, was euch liegt. Aber vielleicht liegt euch auch das besonders. Also, Willenskraft. Ich glaube, zwanzig Jahre durfte man in der westlichen Psychologie das Wort „Willen“ gar nicht benutzen, da wurde man nur belächelt, aber irgendwo in neueren Veröffentlichungen scheint der auch wieder reinzukommen. Willenskraft – wie kann man die entwickeln? Das eine ist, bewusst Dinge tun, die einem nicht liegen. Und hier ein Tipp: klein anfangen. Also, z.B. könnt ihr sagen, ihr mögt die Krähe nicht unter den Asanas, aber es ist nicht so, dass ihr sie gar nicht mögt, aber ihr mögt sie so ein bisschen nicht – wenn man klein anfängt – dann übt ihr die Krähe. Für viele mag es auch die Heuschrecke sein, das gehört so zu den anderen Übungen, die viele Menschen Zuhause gerne etwas vernachlässigen. Also, man nimmt sich eine Asana vor, die man nicht so gerne macht, und macht sie einfach. Das zweite, was man machen kann, ist, umsetzen, was man sich vornimmt. Das wird nämlich eine Gewohnheit. Angenommen, ihr nehmt euch was vor, und macht ihr es nicht, das führt dann dazu, dass es wie eine Gewohnheit wird. Dann halten sich eure Teammitglieder nicht an das, was ihr sagt. Also, gewohnheitsmäßig sich Dinge vorzunehmen, die man nachher doch nicht einhält, führt nur dazu, dass das Sich-Vornehmen keine Wirkung zeigt. Zwar ist es üblich, dass irgendwann ab und zu mal Teammitglieder auch mal etwas anderes machen wollen als der Teamleiter und so ab und zu mal gehört es einfach dazu, das ist die Schönheit des Menschseins, dass da mal eine Rebellion ist, weshalb man nicht sagen muss, „das muss immer so sein“, aber in der Mehrheit der Fälle.

(Fortsetzung folgt).

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Raja Yoga Tipps für das Umsetzen von guten Vorsätzen, Teil 2

Also, das Chitta hier, das ist unser Team, das wir haben und mit dem wir zurechtkommen können und müssen. Gut, müssen müssen wir auch nicht. Es kann auch eine schöne Weise sein, durch das Leben zu gehen und von Konflikten zerrissen zu werden. Muss auch nicht so schlimm sein. Es gibt manche Menschen, die empfinden das auch irgendwo im Nachhinein als etwas Interessantes. Beziehungen zu anderen Menschen sind ja auch nicht nur befriedigend, wenn man immer einer Meinung ist. Und manche sind dort mehr harmoniebedürftig im Zwischenmenschlichen und manche finden es ganz schön, wenn da auch mal die Fetzen fliegen, aber hoffentlich nur im übertragenen Sinn. So kann es ja auch im Inneren sein. Aber irgendwo müssen wir damit  umgehen. Und dann gibt es eben den Steuerer, den Schlichter, der die Information bekommt und letztlich auch sagt, wo es langgeht und der auch sagt, wie man die Kräfte dann auch nutzt. Und dieser Buddhi, der kann auch stärker sein, er kann schwächer sein und er kann geschickter sein und ungeschickter. Das ist so wie, ihr wart sicherlich schon mal in irgendwelchen Teams oder Arbeitssituationen, da gab es einen besseren Vorgesetzten und einen weniger guten Vorgesetzten. Und der bessere Vorgesetze, da weiß man gar nicht, was macht ihn eigentlich aus? Z.B. in der Betriebswirtschaftslehre wird dort seid achtzig Jahren darüber diskutiert, was ist ein guter Chef? Und es gibt hundert Theorien und natürlich, in der Betriebswirtschaftslehre wird immer daran gemessen, was dabei herauskommt. Und das ist so das Messkriterium. Und alle empirischen Forschungen zeigen eines, erfolgreiche Chefs haben wenig gemeinsam. Mindestens wenig gemeinsam, was über empirische Forschung erforschbar ist. Und deshalb will ich jetzt darauf nicht zu sehr eingehen. Das kann uns aber auch eine Befriedigung geben, auch jeder für sich hat irgendwo eine unterschiedliche Weise, Buddhi zu sein. Gut, man kann sagen, gute Teamleiter haben irgendwo ein Charisma und auch ein Durchsetzungsvermögen. Das ist sicher eine Sache, die viele haben. Und sie haben auch die Fähigkeit, einzuschätzen, was sie für Teammitglieder haben und die weiter zu entwickeln. Und die haben oft dann auch die Fähigkeit, deren Informationen irgendwo zu bekommen. Sie haben vielleicht die Fähigkeit, vieles zu delegieren. Und irgendwo, manche haben die eine Fähigkeit mehr und die andere weniger. Und so, auch hier können wir sagen, wir können lernen, die verschiedenen Fähigkeiten von uns, von dort verschiedene Informationen zu bekommen. Wir können es lernen, mit denen geschickt umzugehen und die einzelnen Mitglieder unseres Teams gut zu motivieren, unseres inneren Teams, aber es gehört auch dazu, ein gewisses Charisma zu haben. Und letztlich, das Charisma oder die Kraft der Buddhi ist das, was man auch bezeichnet als den altmodischen Begriff der Willenskraft. Der ist ein bisschen aus der Mode gekommen, aus einem guten Grund nach dem zweiten Weltkrieg. Dieser Ausdruck wurde, wie so viele Ausdrücke, eben in der Nazizeit missbraucht und er wurde auch übermäßig viel irgendwann mal genutzt. Aber es ist ein Begriff, den Swami Sivananda eben auch gebraucht und zwar in dem Kontext, ist die Kraft, mit der wir das umsetzen, was wir uns vorgenommen haben und für richtig halten. Natürlich, die Buddhi, man kann sagen, ist ein bisschen stärker bei den Pitta -Typen als bei anderen, aber ich meine, auf einer anderen Ebene ist es nur eine andere Ausprägung. Und diese Willenskraft zu entwickeln, ist auch etwas, was einem hilft, sein eigenes Leben besser steuern zu können. Das also als eine Grundlage, die auch hilft. Nicht, dass die anderen schlechter wären, aber die Willenskraft ist das, was uns hilft, unser Leben zu steuern. Nehmen wir mal an z.B., ihr habt euch vorgenommen, morgen um 06:30 Uhr aufzustehen, um um 07:00 Uhr noch zu meditieren, so dass ihr dann um 08:00 Uhr aus dem Haus gehen könnt und dann alles pünktlich machen könnt. Und angenommen, der Wecker klingelt dann um 06:30 Uhr. Und dann kommen alle möglichen interessanten geistigen Ideen. Und jetzt hängt es davon ab, wie geht ihr damit um, wie geschickt geht ihr damit um und letztlich auch, wie stark ist eure Willenskraft. Angenommen, eure Willenskraft ist stark, ihr setzt das um, wofür ihr euch entschieden habt, dann ist da keine Frage. Ihr habt euch vorgenommen, um 06:30 Uhr aufzustehen, also steht man auch um 06:30 Uhr auf. Da gibt es keine Diskussion. Und angenommen, man hat das bisher noch nicht so etabliert in sich oder angenommen, man hat es vielleicht früher übertrieben und so gibt es eine Revolte und unsere Teammitglieder halten sich nicht mehr daran, dann müssen wir das wieder neu etablieren.

(Fortsetzung folgt).

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Setze deine Vorsätze um

Heute Morgen will ich auf ein paar konkretere Tipps eingehen, wie man Vorsätze umsetzen kann und dort vielleicht ein paar Hilfen geben und für euch auch ein bisschen Zeit zu geben, dass ihr selbst überlegen könnt: Wie könnt ihr euch selbst dazu motivieren, bestimmte Dinge umzusetzen? Zunächst möchte ich nochmal Bezug nehmen auf dieses Modell, welches ich für ein wichtiges halte. Zunächst mal, dass man sich bewusst wird, „meine wahre Natur ist reines Bewusstsein“. Und gerade die, die sich schon mit Yoga-Philosophie beschäftigt haben, können sich daran immer wieder erinnern. Für die anderen werden vielleicht die weiteren Tipps hilfreicher sein. Aber das sich bewusst zu machen, „egal, was ist, ich bleibe immer reines Bewusstsein, verbunden mit allem“ – also Sat, Chid, Bewusstsein –  „und tief in mir ist die Freunde.“ Und das gibt einem auch eine gewisse Gelassenheit, denn es heißt auch, „egal, ob ich es packe oder nicht, ich bleibe immer noch ich“.  Also, „meine letztliche Freude hängt nicht davon ab“.  Also, ein bisschen gehört auch dazu, meiner Ansicht nach, dass man Druck ein bisschen wegnimmt und das ist unter anderem damit möglich. Man kann auch sagen, noch eine andere Sache, man kann es von einem anderen Standpunkt aus machen. Im Normalfall läuft unser Leben schon ganz ok ab, unsere Psyche wird schon das Wichtigste umsetzen. Es gibt zwar auch Krisen und es gibt auch Menschen, die in größere Schwierigkeiten kommen, aber in der Mehrheit der Fälle, selbst wenn man gar nichts bewusst macht, regenerieren wir uns. So wie wir von den meisten Erkältungen irgendwie heilen, die meisten Wunden heilen, egal, was wir anstellen. Das wäre eine Möglichkeit, eine gewisse Gelassenheit im Hintergrund zu bekommen und dann wird das Ganze ein bisschen spielerischer und weniger verbissen. Man würde aber auch eben sagen können, „ich bin das unsterbliche Selbst“, oder man kann sagen, „irgendwo Gott steckt hinter dem allen“ oder irgendwo „karmisch wird schon passieren, was passieren will“. Das wäre noch eine Möglichkeit. Aber ich wollte besonders auf Buddhi dort nochmal eingehen. Buddhi, so die eigene – man kann sagen – Urteilskraft, die Führungsperson im Inneren, mit der wir unser Leben gestalten wollen. Und diese Buddhi bekommt dann ja von der Außenwelt Informationen, Informationen von den verschiedenen Fähigkeiten, die wir haben. Im Chitta ist ja nicht nur das Unterbewusstsein, im Sinne von Erinnerungen, sondern da sind die Fähigkeiten, da ist eben das ganze gespeicherte Wissen, da sind unsere ganzen Neigungen, einschließlich unserer diversen psychischen Handlungsneigungen, die man als Probleme interpretieren kann oder gescheiterte Lösungsversuche oder früher mal sinnvolle Lösungsversuche. Also jedenfalls, da ist unser ganzes Team, können wir sagen.

(Fortsetzung folgt).

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Raja Yoga Tipps für einen positiven Geist

Also, zum einen brauchen wir uns auch nicht zu viel Sorgen zu machen, die Psyche regeneriert sich von selbst, manchmal kommen auch positive Dinge, die uns beeinflussen. Wir können aber auch einen Einfluss darauf nehmen. Dazu möchte ich euch natürlich ermutigen, dass ihr selbst ab und zu mal überlegt: „Jetzt bin ich in der und der Stimmung. Will ich eigentlich in der Stimmung sein? Könnte ich nicht in eine andere Stimmung kommen?“ Übrigens auch so eine Sache, die einem dort helfen könnte, wäre: „Wie wäre es eigentlich, wenn ich in der Situation in einer anderen Stimmung wäre? Angenommen, mir würde es gut gehen, mir geht es zwar jetzt nicht gut, aber angenommen, mir würde es gut gehen, wie würde ich in der Situation darauf reagieren? Es mag zwar so sein, dass es mir jetzt nicht so gut geht, aber wie wäre es denn, wenn es mir gut gehen würde? Wie würde ich dann gucken, wie wäre meine Körperhaltung, wie wären meine Gedanken, wie wären meine Gefühle?“ Das kann man auch mal ausprobieren. Manche Menschen mögen es, dieses Gegenwartsbetonte. Es geht einem schlecht, man sagt: „Mir geht es gut. Ich bin großartig, mir geht es gut, mein Wille ist stark, ich bin voller Licht und Energie, ich fühle mich jederzeit beschützt.“ Und manchen Menschen hilft das. Aber manche Menschen fühlen sich dann irgendwie komisch. Dann fühlen sie sich irgendwo, man kommt sich heuchlerisch vor. Dann kann man es eben anders machen. „Ich freue mich darauf, dass es mir bald wieder gut geht. Ich freue mich darauf, dass es mir heute Nachmittag wieder gut geht. Ich freue mich darauf, dass ich bald wieder voller Energie, Licht und Kraft bin.“ Da könnt ihr überlegen, ob euch so was anspricht. Es gibt dann zwar manche, die sagen, alle Affirmationen sollen gegenwartsbetont sein, meine Erfahrung ist das nicht. Ich meine irgendwo, unser Unterbewusstsein versteht Zukunft oder Vergangenheit oder Gegenwart gar nicht so und deshalb kann man  auch, wenn es für den bewussten Geist ehrlicher klingt, sagen, „ich freue mich darauf, dass das und das eintritt“. Oder, „morgen früh wird es mir gut gehen“. Und eben die nächste Möglichkeit, die manchen Menschen hilft, ist, das hypothetisch zu machen, durchzuspielen. „Wie wäre es denn, wenn es mir jetzt gut ginge? Es muss mir zwar nicht gut gehen, es ist auch ganz ok, wenn es mir schlecht geht, aber ich kann ja mal durchspielen, wie wäre es denn, wenn es mir gut geht? Wie wäre es denn, wenn ich jetzt fröhlich wäre und wie wäre es, wenn ich Energie hätte? Wie wäre es, wenn ich jetzt und in diesem Moment usw.?“ Man malt es so aus, wie es wäre. Und meistens wird man dann feststellen, wenn man lange genug überlegt, wie es wäre, plötzlich ist es. Das sind so ein paar Anregungen und ihr könnt mal schauen, ob irgendwas von euch dort vielleicht anspricht. Die meisten werden feststellen, eine dieser Weisen klappt für sie besser als die andere.

(Fortsetzung folgt).

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Die Psyche reguliert sich selbst – meistens

Die menschliche Psyche ist ja was Fantastisches. Es gibt ja diese Selbstregulation, irgendwann kommt man typischerweise auch von selbst in eine gute Stimmung. Irgendwann hat man mal – gerade auch, was jetzt Depressionen betrifft – die verschiedenen einzelnen Therapien untersucht und hat festgestellt, bei bestimmten Formen der Depression ist es ziemlich egal, was man macht, sie dauern in etwa ähnlich. Es sind weniger dann die Ansätze, es scheint nur so zu sein, bestimmte Menschen, also Therapeuten, haben einen etwas größeren Einfluss. Aber irgendwo, mit anderen Worten, die Psyche regeneriert sich irgendwann auch von selbst. Auch wenn man verärgert ist, plötzlich ist der Ärger auch weggefallen und manchmal passiert auch irgendwas Äußeres, da kommt man in eine andere Stimmung. Manchmal ist man in einer schlechten Stimmung, jemand macht ein ganz besonderes Kompliment, plötzlich ist die weg. Oder irgendwas hat einen Erfolg.

(Fortsetzung folgt).

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Überwindung von depressiven Verstimmungen

Angenommen, man ist irgendwo so leicht deprimiert, dann kommen plötzlich alle Gedanken in einem hoch, die irgendwo mit Depression zusammenhängen. Also jetzt nicht Depression im klinischen Sinne, sondern jetzt eben wörtlich verstanden, das kommt ja vom Lateinischen deprimere und das heißt niederdrücken. Also, ein deprimierter Gemütszustand ist eigentlich ein etwas niedergedrückter Gemütszustand. Also, ich spreche jetzt nicht von der klinischen Depression, aber man ist so leicht deprimiert, niedergedrückt und sofort kommen dann alle Gedanken auf, die man hat, wenn man niedergedrückt ist. Oder man ist niedergedrückter Stimmung und dann macht jemand einen ein Kompliment, dann denkt man, „jetzt verulkt der mich auch noch“. Oder dann geht man raus und die Sonne scheint und man sagt irgendwo, „so ironisch ist das Schicksal, jetzt scheint mir auch noch die Sonne auf den Pelz“. So kann man es interpretieren. „Außerdem, wenn ich schlechter Laune bin und zu nichts Lust habe, jetzt muss noch dazu schönes Wetter sein“. Dagegen, wenn man irgendwo in einem guten Gemütszustand ist, gut, dann wird alles belebt, was mit diesem Gemütszustand zusammenhängt. Und genauso auch, wir ziehen Menschen an, die diesen Gemütszustand haben. Angenommen, man ist deprimiert, dann versteht man sich wunderbar mit allen anderen, die auch deprimiert sind. Angenommen, man ist irgendwo innerlich verärgert, dann kann man wunderbar den Ärger von anderen auch anziehen. Und es gelingt einem auch, auch in einem gutgelaunten Menschen vielleicht Ärger zu erzeugen. Man kann natürlich warten, bis sich alles von selbst auflöst.

(Fortsetzung folgt).

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Denke nicht an das, an das du nicht denken willst

Das heißt auch, dass man – und das ist eine altbekannte Sache, die jeder von euch wahrscheinlich schon zigmal gehört hat – wenn wir an etwas denken, was wir gerne nicht hätten, dann wird das auch stärker. Und wenn wir uns darüber ärgern, dass wir an etwas denken, woran wir eigentlich nicht denken wollen, dann wird das auch wiederum stärker. Shivakami hat vor Kurzem so eine Variation von dem Thema mal gelesen, ich glaube es mindestens. Irgendwo, man muss etwas machen und man wird dabei ganz wunderbare Wirkungen bekommen, sofern man nicht an einen Affen dabei denkt. Also, ein Schüler ist mal zum Meister gegangen und wollte eben irgendwie übernatürliche Kräfte haben und der Meister hat ihm irgendeine besondere Technik gegeben und hat gesagt, „die wirkt aber nur, wenn du nicht an einen Affen denkst“. Und der Schüler konnte niemals diese Kraft entwickeln, denn er hat immer an den Affen gedacht. Also, indem wir vermeiden wollen, an etwas zu denken, wird das Denken daran stärker. Aber die meisten von euch kennen es auch, wenn man vermeiden will, an einen Affen zu denken, was macht man dann? Man denkt z.B. an eine Banane, aber da kann der Affe gleich mit reinbeißen. Also, man könnte stattdessen an eine Tulpe denken oder an einen Elefanten. Gut, da kann es auch sein, dass plötzlich der Affe auch die Tulpe in die Hand nimmt und der Affe auf dem Elefanten herumspringt, aber es wird mindestens dabei ergänzt und damit bekommt es eine neue Qualität. Es muss ja nicht sein, dass der Affe ganz verschwindet. Und ihr wisst, wenn ich von Affen spreche, sind es irgendwelche Denkgewohnheiten usw. Also, unsere Gedanken haben Wirkungen und wir können die Gedanken steuern. Z.B. angenommen, ich würde euch jetzt bitten, denkt an eine Rose! Das gelingt euch, oder? Angenommen, ich bitte euch, denkt an ein Pferd! Das gelingt auch. Wenn ich euch aber jetzt bitte, denkt nicht an ein Nilpferd, weder an ein großes Nilpferd, noch an ein kleines Nilpferd, noch nicht mal an ein rotes Nilpferd oder rosa Nilpferd und vor allem, denkt an kein blaues Nilpferd! Plötzlich habt ihr alle Nilpferde in eurem Kopf, an die ihr vermutlich seit Monaten oder Jahren nie gedacht habt. Also, wir können diese Gedanken immer wieder erzeugen und das ist auch so eine Technik, wenn wir überlegen, wenn wir irgendeinen Gedanken haben, den wir nicht mögen, dann können wir überlegen, „welchen Gedanken hätte ich denn stattdessen?“ Und wenn wir das überlegen, „welchen Gedanken hätte ich denn gerne stattdessen“, dann können wir ja sagen, „gut, dann kann ich ja auch an diesen Gedanken denken“.  Und eine nächste Sache ist auch, ähnliche Gedanken ziehen sich an und zwar sowohl in uns, wie auch in der geistigen Atmosphäre.

(Fortsetzung folgt).

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Entwickle Gedankenkraft

In einer der alten indischen Schriften steht etwas, was man in ähnlicher Form auch im Talmud findet und was Swami Sivananda in einigen seiner Bücher auch immer wieder zitiert. „Du säst einen Gedanken und du erntest eine Tat. Du säst eine Tat und du erntest eine Gewohnheit. Du säst eine Gewohnheit und du erntest einen Charakter. Du säst einen Charakter und du erntest ein Schicksal.“ Und wenn man das so hört, dann beginnt alles irgendwo mit „Gedanke“. Natürlich, die nächsten Sachen beeinflussen dann wieder die Gedanken. Es ist ja wie eine Rückkopplungsschleife. Also, wir haben irgendeinen Gedanken. Z.B. habt ihr irgendwann den Gedanken gehabt, „ja, es wäre doch ganz schön, mal Yoga zu machen“. Dann habt ihr angefangen, Yoga zu machen, und die meisten haben es dann irgendwann zu einer Gewohnheit gemacht, Yoga zu üben. Das hat vielleicht einen Einfluss, dass ihr mehr Energie habt, dass ihr eine optimistischere Persönlichkeit geworden seid, dass diese Dinge irgendwo in euch stärker wurden und ihr stellt fest, vieles fällt plötzlich leichter, das Schicksal wird irgendwo anders. Und dann natürlich, wenn man regelmäßig Yoga macht, das hat wieder Einfluss auf die Gedanken und die Gedanken haben wieder Einfluss auf verschiedene andere Sachen, die man tut, und das, was man dann mehrmals tut, wird zur Gewohnheit. Gewohnheiten haben auch wieder eine Rückkopplung auf unsere Gedanken, was wir denken, usw. Alles beginnt irgendwo mit Gedanken. Und wir haben auch eine gewisse Möglichkeit, eben auch unsere Gedanken zu steuern. Manche Gedanken kommen irgendwie. Sei es einfach, dass wir etwas lesen, sei es, dass wir etwas sehen, sei es, dass wir uns an etwas erinnern, sei es, dass jemand uns etwas erzählt, sei es, wir wissen gar nicht, woher die Gedanken kommen. Einige Gedanken – Yogis sagen – greifen wir ja auch auf aus der geistigen Atmosphäre. Wir können aber auch bewusst überlegen: „Was hätte ich gerne, was in mir wachsen soll?“ Und das, woran wir regelmäßig denken, das kann dann auch stärker werden und wachsen. Und wenn wir ausreichend daran gedacht haben, dann folgen die nächsten Schritte auch.

Bhakti Yoga Tipp für mehr Energie: Singe Mantras

Es gibt auch etwas, was dem Menschen viel Energie gibt, das ist Singen. Singen an sich hilft dem Menschen, zu neuer Energie zu kommen. Singen ist etwas, was der Mensch fast braucht. Und zwar paradoxerweise, sowohl um Energie zu geben, als auch unruhige Energie zu beruhigen. Man kann sagen, vom Yoga aus, Tamas und Rajas können zu Sattva werden, indem man singt. Das ist irgendwo in den letzten paar Jahrzehnten außer Mode gekommen. Die meisten hören etwas, das ist auch schon durchaus etwas, aber noch mehr, was man singt oder selbst musiziert, das gibt besonders viel Energie. Das könnt ihr auch durchaus mal ausprobieren. Da will ich euch auch nochmal etwas sagen. So ein kleines Beispiel, das ich auch mal hatte. Irgendwann mal wurde ich mal versetzt, das ist jetzt schon fünfundzwanzig Jahre her, in ein Zentrum, wo nichts los war. Das einzige, wenn das Telefon geklingelt hat, wollte jemand Geld haben oder hat gedroht, die Heizung abzustellen, das Gas nicht mehr zu liefern, das Telefon abzustellen und es kam fast niemand. Es war ein trostloser Platz dort. Außerdem war ich dort ganz allein dort und irgendwo fremder Ort. Und dann habe ich dann irgendwo telefoniert mit jemand, die ein bisschen mehr weiß und die hat mir dann gesagt, ich soll Mantramusik laut abspielen. Ich sei ja sowieso allein. Da könnte ich ruhig laut Mantramusik abspielen und könnte laut singen und dann sollte ich eine Glocke nehmen und wenn es mir irgendwo zu einsam ist oder wenn ich irgendwo zu müde bin, soll ich die Glocke nehmen und durch das Zentrum mit der Glocke klingelnd dort durchgehen. Außerdem sollte ich noch jeden Tag eine Puja machen. Und ich habe das auch alles irgendwo gemacht und eigentlich sehr schnell kam die Energie dann. Also Mantramusik und selbst mitgesungen und zwischendurch aufgestanden und geklingelt und dann hatte ich dann auch die Kraft, das anzugehen, was dort anzugehen war. Nicht bei allen Arbeitsplätzen geht das, dass ihr jetzt klingelnd von hier nach da geht, nicht in jedem Kontext geht das, aber vielleicht könnt ihr irgendwie was überlegen. Heute gibt es ja auch Kopfhörer, man kann auch Mantramusik dort hören. Vielleicht kann man beim Fahrradfahren auch singen, wenn man nicht zu schnell fährt. Das mache ich ab und zu mal, mit dem Fahrrad fahren und Mantras singen. Man kann Verschiedenes machen. Und da ist wirklich, das Mantrasingen hat eine andere Wirkung als das Mantrahören. Mantrahören kann schon schön sein, aber gerade das Singen ist eine der menschlichen Fähigkeiten, um den Energiehaushalt zu steuern, um Harmonie mit anderen irgendwo zu bekommen und Freude zu bekommen. Und Freude ist ein Schlüssel auch immer wieder für Energie. So also einige Anregungen und so wünsche ich euch, dass ihr vielleicht das ein oder andere hilfreich findet. Wenn ihr nicht alles hilfreich findet, dann ärgert euch weniger darüber, was ich gesagt habe, was auf euch nicht anwendbar ist in eurem Leben, sondern schaut lieber nach dem, was anwendbar ist im Leben. Das ist übrigens auch so eine Sache, die einem Energie gibt. Wenn Leute euch sieben Dinge sagen und die Hälfte ist gut und die Hälfte ist schlecht. Es gibt manche Menschen, die finden sofort die schlechten Dinge und es gibt manche Menschen, die finden als erstes die guten Dinge. Jetzt könnt ihr raten, wer mehr Energie im Alltag hat. Das stimmt zwar nicht immer. Der Mensch ist so komplex, dass nie etwas, was man sagt, für alle zutrifft, aber das ist auch eine Schulung, die man in seinem Geist machen kann. Schauen, was kann man für sich selbst herausfinden.

(Fortsetzung folgt).

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Meditation für mehr Energie

Der letzte Aspekt ist Meditation. Meditation ist auch etwas, was einem Energie gibt. Meditation ist auch etwas, was einem Entspannung schenken kann. Meditation – da gibt es auch verschiedene Techniken und je nachdem, was man in der Meditation erreichen will, kann man auch mit verschiedenen Techniken arbeiten. Es gibt die Energiemeditation. Z.B. heute haben wir eine Form der Energiemeditation gemacht. Und es gibt noch verschiedene andere Formen. Letztlich, jede Mantrameditation aktiviert auch Energien. Und da will ich noch einen letzten Aspekt ansprechen, den ich heute Morgen – mindestens für die, die um 07:00 Uhr hier waren – auch schon mal angesprochen habe.

(Fortsetzung folgt).

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Richtige Ernährung – Mehr Energie – Yoga Ratschläge

Nächster Punkt, richtige Ernährung. Ernährung hat auch eine Wirkung auf die Energie. Und da gibt es inzwischen auch schon einige Untersuchungen. Also, eine Ernährung mit viel Fett und mit viel Zucker, natürlich noch mehr eine Ernährung mit Fleisch, all das macht den Menschen eher träge. Auch Alkohol macht den Menschen träge. Er entspannt ihn nicht wirklich. Letztlich Menschen, die Alkohol trinken und die viel Zucker essen, die müssen umso mehr Kaffee trinken. Das muss man dann irgendwo ausgleichen. Da mag der eine Stoff den anderen irgendwie ausgleichen, aber auf die Dauer ist es nicht gesund. Es mag sein, dass ein oder zwei Tassen Kaffee am Tag nicht ungesund sind, mindestens ist das jetzt die übereinstimmende Untersuchung von Prognosen. Aber wenn man den nutzt, um andere ungesunde, energieraubende Sachen auszugleichen, dann ist das auf die Dauer eben doch nicht gesund. Also hier hilft es durchaus zu schauen, „kann ich meine Ernährung irgendwo so machen, dass mehr Energie bei herauskommt?“ Natürlich ist das auch wieder die Schwierigkeit, gerade wenn man wenig Energie hat, dann hat man noch dazu wenig Energie, seine Ernährung so umzustellen, dass sie vielleicht energetischer wäre. Mindestens geht das einer Reihe von Menschen so. Aber da kann man schauen: „Gibt es wenigstens etwas, was ich machen könnte? Ich weiß, wie meine Ernährung mir Energie gibt, und gibt es irgendetwas, wie ich mich ernähre, was mir die Energie raubt?“ Und es kann auch mal eine Woche Fastenkur sein, die einem hilft. Es gibt manche Menschen, die kommen richtig in die Gänge, wenn sie eine Woche fasten. Vielleicht am zweiten oder dritten Tag müde, aber danach ist man beschwingt. Oder es gibt Menschen, denen tut es gut, sich eine Woche mit Rohkost zu ernähren oder eine Woche irgendeine andere spezielle Diät. Da könnte man noch einiges sagen.

(Fortsetzung folgt).

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Yoga-Lektionen aus einem Kino-Besuch

Und irgendwann war irgendwas Unschönes, irgendjemand hat mir was Blödes gesagt und dann habe ich gedacht, „jetzt muss ich hier raus“. Das war irgendwo nach einem Telefongespräch mit jemand, die eben – ich war der Leiter des Zentrums, dann gab es jemanden, die die Leiterin der Leiter war und die hat mir irgendwas gesagt, was ich für furchtbar ungerecht fand und dann habe ich etwas gemacht, was normalerweise nicht meine Art war, ich bin aufgestanden und habe das Zentrum verlassen. Und irgendwo war das für meine Mitarbeiter sichtbar und die wussten jetzt nicht, was sie damit anfangen sollten. Und sie haben noch gefragt: „Was ist los?“ Und dann habe ich gesagt: „Fragt mich nicht.“ „Kommst du heute Abend zurück?“ Habe ich gesagt, „weiß ich nicht“ und war draußen gewesen. Ich sollte am Abend drei Yogastunden geben, das haben die dann glücklicherweise irgendwie organisiert. Das soll jetzt keine Ermutigung für die Mitarbeiter hier sein, das nachzumachen. Da bin ich halt irgendwo raus und dann war ich jetzt draußen und habe gedacht, „was mache ich jetzt eigentlich dort?“ Ich war bisher nur gewohnt, ein bisschen spazieren gehen oder Asanas, Pranayama, Lesen, aber was macht man eigentlich? Da habe ich mich erinnert, die anderen, die gehen alle ins Kino. Und das war in Paris, da gibt es große Kinos mit zwanzig Filmen in einem Kino. Und da war irgendwas von „Therese“ hieß der Film. Da habe ich gesagt, „das muss irgend so eine Liebesschnulze sein, das wird mich auf andere Gedanken bringen“. Es war aber keine Liebesschnulze, sondern das war irgendwo so eine Verfilmung des Lebens der Theresa von Lisieux. Ich weiß nicht, ob jemand von euch die kennt. Die war Zeit ihres Lebens krank und sehr krank und pflegebedürftig, hat furchtbare Schmerzen gehabt, war ins Kloster eingetreten und hat irgendwo Visionen von  Gott gehabt und immer dann, wenn sie keine Visionen hatte, ging es ihr ganz mieserabel und dann hat sie aber auch Visionen gehabt und so war das irgendwo ein Leben voller Leiden. Da gab es dann irgendwo so eine Szene, da war sie dort und ihre ältere Schwester, die war auch Nonne und dann hat die Therese gesagt, „je souffre, ich leide“, hat die ältere Schwester gesagt, „Tant mieux, umso besser“. „Je souffre.“ „Tant mieux.“ Und dann plötzlich sind ihre Augen aufgegangen: „Je ne souffre plus. Ich leide nicht mehr.“ Jedenfalls, irgendwann habe ich gedacht, so schlimm geht es mir nicht und der spirituelle Weg, den ich dort habe, der ist nicht zu vergleichen mit der Therese von Lisieux und auch wenn diejenige, die mir was Komisches gesagt hat, was dieser Therese von ihren Vorgesetzten alles so erzählt worden ist, da geht es mir gut. Und dann bin ich tatsächlich fröhlich beschwingt wieder zurückgekommen. Das war aber nachts um 23:00 Uhr. Die anderen haben sich schon viel Sorgen um mich gemacht. Ich habe noch zwischendurch Pizza gegessen und Eis gegessen. Also alles das, was man in den Sivananda-Yogazentren so macht, wenn man irgendwo einen Ausgleich haben wollte. Also, man kann auch mal ins Kino gehen zum Wohl von anderen, das wollte ich damit sagen. Also in dem Fall hat das meinen Mitarbeitern sehr gut getan und mir hat es gut getan und so, wenn man etwas für sich selbst tut, dann sollte man nicht denken, „ich tue es nur für mich“, ich tue es auch für alle Mitmenschen und das kann alles Mögliche sein. Und das kann ein schöner Abend mit Frau sein oder mit Mann oder mit Kindern oder Kegelabend oder sonst etwas. All das kann man nicht nur tun für sich, sondern man kann all das auch tun für alle anderen, die künftig mit einem zu tun haben. Also das ist ein Tipp, um diese Spaltung des Lebens aufzulösen, zu der Menschen im Westen immer wieder neigen.

(Fortsetzung folgt).

Niederschrift eines mp3 Mitschnitts „Schweinehund-Podcast“ aus dem Yoga SeminarDen inneren Schweinehund überwinden – mit Yoga und Meditation„. Mit Sukadev Bretz bei Yoga Vidya Bad Meinberg.

Tue etwas für andere – du tust es auch für dich: Das Geheimnis des Karma Yoga

Das, was man für andere tut, tut man irgendwo auch für sich. So wie Jesus gesagt hat: „Das, was ihr für den Geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr auch für mich getan.“ Und wenn dann Paulus noch sagt, „Ich bin doch nicht ich bin, sondern Christus ist in mir“, dort sieht man, ist alles miteinander dort verbunden. Und wir wachsen daran, indem wir für andere etwas tun. Wenn wir anderen Liebe schenken, dann spüren wir diese Liebe und diese Ausdehnung und diese Verbundenheit und das ist etwas Schönes und Gutes. Also, für jemand anderes was Gutes zu tun, tun wir nicht nur für den anderen, sondern es hilft eben auch uns selbst. Umgekehrt, für sich selbst etwas zu tun, ist auch nicht nur für sich selbst, sondern auch für andere. Man kann durchaus sagen, „ich nehme mir jetzt mal ein Wochenende frei und fahre ins Haus Yoga Vidya für ein Seminar“. Und da sage ich nicht, „ich mache das nur für mich“, sondern das kann eine Hilfe sein, dass ihr euch sagt, „ich mache das auch für meine Kinder, ich mache das auch für meinen Mann, ich mache das auch für meine pflegebedürftige Mutter und ich mache das auch für meine Arbeitskollegen, denn, wenn ich dann zurückkomme mit neuer Energie und Kraft, dann haben die alle auch etwas davon“. Denn, was nutzt es den Kindern, wenn Mami sich aufbraucht, aber nur noch genervt ist. Und was nutzt es der Mutter, wenn man sich zwar um sie kümmert, aber man ständig irgendwo genervt ist. Also, wenn man sich um sich selbst kümmert und für sich selbst sorgt, ist das nicht nur etwas, was man für sich selbst macht, sondern eben für andere. Und für manche könnte auch ein Kinobesuch dazugehören. Da kann man sagen, „ich gehe heute für meine Arbeitskollegen ins Kino“. Warum? „Dann komme ich irgendwie in eine gute Stimmung.“ Momentan gehen wir irgendwo nicht mehr viel ins Kino. Irgendwann mal haben wir das öfters gemacht. Ich kann mich erinnern, irgendwann mal, als ich das erste Mal ins Kino gegangen bin. Also, als Kind, als Jugendlicher irgendwann. Ich war nicht jemand, der oft ins Kino gegangen ist. Aber nachdem ich im Yogazentrum gewesen bin, die anderen sind oft einmal die Woche ins Kino gegangen. Fernsehen gab es nicht, aber ich war dann immer zurückgeblieben im Zentrum. Ich habe gedacht, „was soll das, was soll ich in einem Kino?“

(Fortsetzung folgt).

Niederschrift eines mp3 Mitschnitts „Schweinehund-Podcast“ aus dem Yoga SeminarDen inneren Schweinehund überwinden – mit Yoga und Meditation„. Mit Sukadev Bretz bei Yoga Vidya Bad Meinberg.

Leben ist Rhythmus, lebe die Rhythmen

Und dann braucht man sicherlich auch mal einmal die Woche einen halben Tag Ruhe. Manche sagen, man hat ein freies Wochenende, die meisten haben ja kein volles freies Wochenende. Kinder wollen, dass man sich mit ihnen beschäftigt und eingekauft werden muss auch und Haus muss auch in Ordnung gehalten werden und die nächste Woche will vorbereitet werden. Aber irgendwo so einen halben Tag, wo man etwas wirklich Entspanntes macht, ist etwas, was praktisch jeder Mensch irgendwo braucht. Und das kann aber auch ausreichen. Also viele setzten sich selbst unter Druck und sagen, „ich bräuchte mehr Ruhe, aber leider muss ich mich um die Kinder kümmern und um den Haushalt kümmern und einkaufen und dieses und jenes und die Mama will auch noch was usw.“ und dann setzt man sich unter Druck. Und es ist weniger, dass man zu wenig Zeit für sich hat, sondern mehr, dass man denkt, man bräuchte mehr Zeit. Aber ein paar Stunden braucht man schon. In dem Kontext ist eben auch meine Empfehlung, das Leben nicht zu sehr zu teilen, wo man sagt, „ich muss etwas für mich tun und ansonsten tue ich immer etwas für andere“. Wenn man in dieser Art denkt, dann bringt man sein Leben zu sehr in Teile. Und dann fühlt man sich vielleicht egoistisch, wenn man etwas für sich tut. Und da gerade viele der Anwesenden hier Menschen sind, die idealistisch sind und eigentlich für andere da sein wollen und das ist das, was sie wollen und dann kommt das, was sie für sich tun wollen zu kurz und dann nachher haben sie nicht die Energie, um für andere da zu sein. Und es gibt andere, denen ist das „etwas für sich selbst Tun“ sehr wichtig und sie ärgern sich dann, dass sie dafür keine Zeit haben und müssen sich dann für anderes überwinden. Das Yoga ist ja ganzheitlich und sagt, man sollte diese Grenzen nicht so machen. Wenn man für andere da ist, ist auch etwas Gutes für sich.

(Fortsetzung folgt).

Niederschrift eines mp3 Mitschnitts „Schweinehund-Podcast“ aus dem Yoga SeminarDen inneren Schweinehund überwinden – mit Yoga und Meditation„. Mit Sukadev Bretz bei Yoga Vidya Bad Meinberg.

Richtige Entspannung – Yoga Tiefenentspannung

Dritter Punkt ist, richtige Entspannung . Entspannung ist wichtig. Auch wenn ich jetzt so gesagt habe, wir können lernen, Zugang zur Energie zu haben, um über Grenzen hinauszuwachsen, aber ohne Entspannung klappt es nicht. Der Swami Vishnu hatte gesagt, so, wie wenn man Auto fährt ohne Kühlsystem, irgendwann brennt der Motor durch. Wir müssen uns immer wieder entspannen. Und Menschen machen ja alles Mögliche zur angeblichen Entspannung . Von Zigarette über Schnaps, über Kino und Fernsehen. Was gibt es noch, was man macht zur Entspannung ? Kaffee zur Entspannung . Und es mag sein, dass manches auch zur Entspannung hilft. Der größte Teil von dem, was ich jetzt genannt habe, eigentlich nicht, sondern es führt nur Spannung in eine andere Ebene. Entspannen können wir lernen. Da gibt es so einige Empfehlungen, zum einen, eine Tiefenentspannung jeden Tag zu üben zehn Minuten. Die fällt leicht. Man kann sagen, spätestens kann man einschlafen mit einer Tiefenentspannung. Aber ich empfehle eben auch, Tiefenentspannung zu machen, notfalls auch losgelöst von den Asanas. Ich muss zugeben, ich mache ja meine Asanas immer morgens vor der Meditation, Asanas, Pranayama mache ich immer vor der Zeit, da mache ich keine lange Tiefenentspannung. Die Tiefenentspannung mache ich am Tag, entweder nachmittags oder abends vor der Abendmeditation und manchmal auch zweimal. Also irgendwann nachmittags und dann nochmal abends vor der Abendmeditation. Die Tiefenentspannung hilft, dass man sich sehr schnell regeneriert. Es nutzt wenig, wenn man irgendwo am Nachmittag in dem Nachmittagstief ist und sich dann irgendwo hin schleift. Gut, für manche hilft es dann, die zwei Tassen Kaffee zu trinken und mag sein, dass das in manchen Arbeitsverhältnissen die einzige Weise ist, wie man den Nachmittag rumkriegt. Klüger und geschickter ist es, dass man stattdessen dann, wenn man merkt, da kommt ein Formtief, zehn Minuten hinlegen, Tiefenentspannung, dabei Wecker stellen, dass man auch aufwacht. Wenn man einschläft, ist ok, wenn man nicht einschläft, umso besser, und danach ist man voll da. Neben dieser 10-minütigen Tiefenentspannung kann man auch ansonsten zwischendurch mal entspannen. Die tiefe Bauchatmung hilft ja auch, zwischendurch zu entspannen. Man kann sich einen Moment nehmen, sich so zu entspannen.

(Fortsetzung folgt).

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Yoga Atemübungen, Pranayama, im Alltag

Und man kann auch – das hängt jetzt vom Kontext ab – wenn ihr niemanden neben euch sitzen habt und ein eigenes Büro habt, könnt ihr auch zwischendurch Kapalabhati üben, ihr könnt das auch im Auto üben. Man kann auch im Auto Atemübungen machen. Eine Weile bin ich ja auch öfter Auto gefahren. Als ich im Westerwald im ersten Ashram war, dort habe ich ja auch in Frankfurt zwei Yogalehrerausbildungen geleitet und da bin ich dann immer Dienstag hin und Donnerstag früh zurück. Und so waren das immer eineinhalb Stunden, die ich im Auto verbracht hatte und da wurde halt immer erwartet, wenn ich dort ankomme, dass ich dort voller Energie bin und nicht vom Autofahren geschafft. Also habe ich dort gelernt, Kapalabhati zu üben und Wechselatmung auch. Ohne Finger. Und sechzig Minuten so und vielleicht dann noch, als ich dann mit dem Auto angekommen bin, noch fünf Minuten Entspannung , so dass das Prana, das aktiviert ist, nochmal in der Entspannung dort irgendwo weiter fließen kann. Dann konnte ich dann mehr oder weniger direkt von dort dann in die Yogalehrerausbildung gehen, um die dann zu geben. Also, das ist auch eine gute Sache. Mit Kapalabhati muss man ein bisschen vorsichtig sein, bei manchen wirkt Kapalabhati so, dass sie ihr Körperbewusstsein zügig verlieren, das sollte man im Auto nicht machen. Aber wenn es nur aktiviert, ist das eine gute Sache. Ein Pranayama, das Swami Sivananda in einer bestimmten Phase seines Lehrens so oft betont hat, dass seine Schüler das dann Sivananda-Pranayama genannt haben, das ist einfach Einatmen, Anhalten und Ausatmen. Und das bewusst machen. So beim Einatmen könnt ihr vielleicht auch machen, während ihr mir jetzt zuhört. Ihr könnt beim Einatmen euch vorstellen, ihr nehmt Energie auf, beim Anhalten könnt ihr euch vorstellen, ihr habt Energie und beim Ausatmen könnt ihr die weitergeben. Das kann man auch – diejenigen, die es kennen – mit Mula Bandha verbinden, man kann es mit Lächeln verbinden und man kann es mit positiven Wünschen verbinden. Da kann man so, jedesmal, wenn man wartet, kann man das machen. Wenn man in langweiligen Besprechungen ist, könnte man das machen. Wenn der Vortrag langweilig wird, kann man das auch machen. Eine Möglichkeit für Atemübungen, einatmen, anhalten, ausatmen. Auch das kann einen fast euphorisch stimmen. Da mögen die anderen langweilig irgendwie Sachen sagen oder da ist man halt beim Arzt und wartet. Gut, es gibt so viele andere Dinge, die man auch machen kann, aber man kann auch einatmen, anhalten und ausatmen. Oder wenn man im Stau irgendwo ist, das ist eine zusätzliche Zeit für Pranayama oder für Mantrawiederholung oder um Podcasts zu hören. Das kann man als solches nutzen, um sich wieder aufzuladen. Auch ohne, dass man sich Zeit nimmt auf der Matte, die Zeiten zwischendurch kann man nutzen. Nicht, dass man sie nutzen muss, „ich sollte jetzt Pranayama machen, aber eigentlich habe ich keine Lust“. Dann sagt ihr, „ok, ich nutze den Moment jetzt zur Entspannung “. Aber Pranayama ist etwas, was ich dort euch sehr empfehlen kann.

(Fortsetzung folgt).

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Mache Pranayama, Yoga Atemübungen

Aber die bessere Weise ist, Atemübungen zu machen. Gut, wer neu ist, ist vielleicht eine halbe Stunde recht viel, aber ein paar Minuten kann man machen. Und auch eine Möglichkeit ist, mal mehr noch zu machen. Es gibt ja auch einige hier, die schon länger Yoga üben, da könnt ihr sagen, „eine Weile mache ich jeden Tag vierzig Minuten Pranayama“. Drei Runden Kapalabhati, zwanzig Minuten Wechselatmung, zwei, drei Runden Bastrika. Wenn man das ein paar Tage macht, sieht die Welt schon mal ganz anders aus. Wer diese Übungen nicht kennt, Kapalabhati habt ihr mindestens an diesem Wochenende schon kennen gelernt oder lernt es morgen kennen, Wechselatmung auch. Ein paar Runden und da ist Energie da. Und noch etwas, wir brauchen nicht zu warten, bis wir Zeit haben zum Pranayama. Eine schöne Weise ist auch, tief mit dem Bauch ein- und auszuatmen. Wenn man z.B. feststellt, man ist irgendwo blockiert oder traut sich etwas nicht zu, Hand auf den Bauch legen und tief mit dem Bauch ein- und ausatmen. Ausatmen, Bauch hinein, einatmen, Bauch hinaus. Ausatmen, Bauch hinein, einatmen, Bauch hinaus. Das ist auch eine gute Weise, um z.B. Ängste zu transformieren. Es gibt das ja inzwischen auch als Video im Internet, die Lampenfiebertransformationsatmung wirkt auch bei allen Arten von Ängsten. Oder die Ärgertransformationsatmung. Manchmal ist man im Ärger, Ärger kann ja zum einen einen energetisieren, aber oft, nach einer Kurzenergetisierung wird man dann eher blockiert und da ist besser, wenn man lernt, die Energie dort umzuwandeln. Also, mit Atmung viel zu machen.

(Fortsetzung folgt).

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Swami Vishnu-devanandas Tipps für mehr Energie

Und so, der Swami Vishnu hatte so eine einfache Systematik erst mal gehabt. Wenn jemand gesagt hat, er hat wenig Energie, da hat er so gefragt, „berücksichtigst du die fünf Punkte?“ Richtige Körperübung, richtige Atmung, richtige Entspannung , richtige Ernährung und Meditation bzw. positives Denken. Wenn man auf diesen Ebenen mal nachguckt, macht man auf den Ebenen die Sachen, dann hat man schon mal was Gutes. Und relativ häufig wird man feststellen, dass da irgendwas nicht so stimmt. Wenn wir das erste nehmen, richtige Körperübung, Bewegung, da gehören natürlich zum einen die Asanas dazu. Natürlich, bei dem Seminar werde ich ja morgen noch so ein paar Tipps geben, wie bringt man sich jetzt dazu, auch Asanas zu machen. Das war zwar von einer Minderheit der Teilnehmer ein Thema, aber eben von einigen das Thema. Aber zunächst mal, wenn wir wenig Energie haben und demotiviert sind, eben das Nichtstun und das Entspanntsein und das Reden mit anderen, denen es vielleicht auch schlecht geht, das ist nicht das, was uns neue Energie gibt. Im Gegenteil, so was zieht uns runter. Da ist „Asanas“ eine ganz einfache Technik, um einen dort neue Kraft zu geben. Ein einfacher Tipp, wenn es einem schwer fällt, es selbst zu machen, was macht man dann? Man geht in eine Yogastunde rein. Und wenn das nicht geht, nimmt man eine CD oder Yoga DVD oder schaltet den Computer an und sucht „Yoga Vidya Yogastunde“ und dann kriegt ihr zwischen 10 Minuten und 45 Minuten vom Computer etwas oder irgendetwas in der Art. Also, Asanas. Und da gibt es dann auch verschiedene Weisen, Asanas zu üben. Es gibt solche, die kriegen besonders viel Kraft, wenn sie die Asanas sehr körperlich fordernd machen, manche brauchen das. Manche wollen es vielleicht etwas gemütlicher machen. Ich kannte mal jemanden. In den Zentren, wo ich früher war oder eigentlich in den meisten Zentren, wo ich war, habe ich dann mit den Menschen, die dort waren, auch zusammen Asanas geübt. Und da gab es da so einen, der hat immer zwischen zwei Asanas zwei Minuten entspannt. Das hat mich fast nervös gemacht. Dreißig Sekunden in einer Asana, zwei Minuten entspannt, dreißig Sekunden, nächste Asana, zwei Minuten entspannt. Aber der war dann am Tag voller Energie und durchaus sehr gut am Tag hat er dort gearbeitet und so war mir das dann auch ok. Aber damals konnte ich das nicht verstehen, wie man so Asanas üben kann. Ich war eher so, zehn Minuten eine Asana, dann zehn Minuten die andere und wenn man dann durch ist, zum Schluss vielleicht noch zehn Minuten entspannen. Manchen hilft es, immer wieder zwischendurch zu entspannen. Für mich selbst ist es besonders gut, wenn ich über die Asanas Energie bekommen will, lange in der Stellung zu bleiben.  Aber schaut, dass ihr eine Weise findet, die euch liegt. Und dann gilt auch nochmal, und zwar macht es so, wie es für euren Körper jetzt gut ist. Ein Problem ist manchmal, dass man denkt, „ich müsste die Asana so und so machen und leider geht es so nicht“. Und dann macht man gar nichts. Die Alles-oder-Nichts-Philosophie ist eine der größten Hindernisse auf dem Weg, denn die läuft relativ häufig auf „nichts“ hinaus. Und heute Nachmittag in dem Workshop habe ich so gesprochen, oft ist die zweitbeste Lösung eine gute Sache. Wenn das Beste nicht geht, dann schauen wir, was wäre die zweitbeste Möglichkeit. Und wenn das nicht geht, die drittbeste. Und oft ist die drittbeste tatsächlich die beste Möglichkeit. Meistens die zweitbeste. Also kann man schauen, „habe ich in letzter Zeit Asanas geübt?“ Und wenn ich wenig Energie habe, „könnte ich einfach mal mehr Asanas machen, wie fühle ich mich dann?“ Die meisten Menschen werden feststellen, da kommt das Prana wieder. Körperübung betrifft aber auch z.B. nicht nur die Asanas, sondern gerade im Winter gilt eines als wichtig, tagsüber raus zu gehen, selbst wenn die Sonne nicht scheint. Nach einer Untersuchung braucht der Mensch mindestens zehn Minuten Sonnenlicht ungefiltert durch das Fenster am Tag. Irgendwo zehn Minuten, ist nicht viel. Zwanzig Minuten ist vielleicht noch besser. Aber das braucht es dann eben auch. Das ist vielleicht für Menschen in normalen Arbeitsverhältnissen oft schwierig. Man arbeitet zwischen 09:00 und 17:00 Uhr und das ist ausgerechnet die Zeit, wo es hell ist, davor und danach ist es dunkel um diese Zeit. Aber wenn es geht, irgendwo zehn Minuten dort rauskommen. Das nächste auch, der Mensch braucht auch körperliche Bewegung, die mal anstrengend ist. Gerade diejenigen, die vielleicht bei den Asanas eher gemütlich sind, dann ist es dann wichtig, dass sie bei der sportlichen Bewegung ein bisschen zügiger sind. Manche Menschen denken, „ich bin müde, also bin ich zu müde, um ein bisschen flotter spazieren zu gehen“. Wenn es irgendwo geht, wenn man sich motiviert kriegt, das ist ja manchmal die Schwierigkeit, dann ist flott Gehen oder Laufen oder Fahrradfahren eine sehr gute Sache. Man hat z.B. festgestellt, selbst bei klinischer Depression, wo Menschen eigentlich fast nichts machen können, ist mit das Wichtigste, dass man die irgendwie dazu kriegt zu körperlicher Aktivität. Mir hat vor Kurzem jemand erzählt, er war in einer psychosomatischen Klinik und die haben gesagt, sie behandeln niemanden mit Depression, der nicht bereit ist, körperlich was zu tun. Und einer hat mir dann auch nochmal erzählt, der Psychotherapeut, wo sie ist, sagte, zuerst muss jemand körperlich aktiv sein, erst dann kann man überhaupt bei Menschen mit Burnout und Depression irgendwas machen. Also, auch hier wieder, anstatt sich zu schonen über einen längeren Zeitraum – es kann auch sein, dass man mal kurz natürlich sich schonen muss, entspannen, ein, zwei Tage sehr ruhig angehen – aber ich spreche jetzt über mittelfristig, kann man schauen, „habe ich das vielleicht vernachlässigt, bin ich vielleicht zu träge gewesen und diese Trägheit führt zu Dauerträgheit“. Das als ein paar Aspekte. Die nächste Sache ist Atmung. Und ich bin jemand, der besonders die Atemübungen schätzt. Von dem, was mir Energie gibt, ist sicher das Pranayama das, was mir am beständigsten die Energie gibt. Meditation inspiriert, aber das Pranayama, da kommt letztlich die Energie her. Und auch hier, der Swami Vishnu hat mal so gesagt, „bevor du eine wichtige Entscheidung triffst, mache sieben Tage lang eine halbe Stunde Pranayama am Tag“. Denn es ist nie gut, eine Entscheidung aus einem trägen oder unruhigen Gemütszustand zu treffen. Eine Entscheidung zu treffen aus einem energielosen Gemütszustand und einem Gemütszustand von einer niedrigen Schwingung, wird eben das reflektieren und wird vielleicht das sogar verstärken. Nicht immer, manchmal hat man ja dann seine lichten Momente und ist inspiriert.

(Fortsetzung folgt).

Niederschrift eines mp3 Mitschnitts „Schweinehund-Podcast“ aus dem Yoga SeminarDen inneren Schweinehund überwinden – mit Yoga und Meditation„. Mit Sukadev Bretz bei Yoga Vidya Bad Meinberg.